weather-image
23°

Sanierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses

Stattlicher Bau diente einst als Superintendentur

Groß Berkel. Der Bau der Superintendentur in Groß Berkel hat einst 44 400 Mark gekostet. Über zwei Jahre – von 1895 bis 1897 – dauerte es, bis das große Ziegelhaus endlich bezugsfertig war. Allein die Dachsanierung des mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes kostet heute ein Vielfaches, ist allerdings auch in deutlich kürzerer Zeit geschafft. 142 000 Euro Gesamtkosten wurden für die dringend notwendige Dachsanierung veranschlagt, die unter energetischen Gesichtspunkten noch im September abgeschlossen sein soll.

veröffentlicht am 14.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 07:21 Uhr

270_008_6598952_lkae101_1409.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Finanziert wird die Baumaßnahme aus Mitteln der Kirchengemeinde, des Kirchenkreises und aus dem Sondervermögen des Gebäudes, das durch die Mieteinnahmen gespeist wird. Außerdem gibt es einen 25 000-Euro-Zuschuss von der staatlichen Denkmalpflege. Für das inzwischen dritte Dach des 118 Jahre alten Hauses werden auf einer Fläche von circa 600 Quadratmetern die Betondachsteinpfannen von 1969 durch zweimal gebrannte Tondachziegel ersetzt – ganz im Sinne des Denkmalschutzes. „Diese ganz speziellen Dachziegel werden nur auf Bestellung in Duderstadt hergestellt und haben eine Lieferzeit von vier bis sechs Wochen“, erklärt Dachdeckermeister Jürgen Struck.

Um die exakte Dachfläche ermitteln zu können, musste erst das Gerüst aufgebaut und das Dach vermessen werden, bevor die Bestellung aufgegeben werden konnte. Alte Unterlagen, die Aufschluss über die Dachfläche der ehemaligen Superintendentur in Groß Berkel geben, existieren leider nicht. Sind die Steine erst einmal da, werden die Dachdecker zwei Wochen benötigen, bis das zwischenzeitlich bereits gedämmte und mit neuen Latten versehene Dach wieder gedeckt ist. „Da das Gerüst einmal steht, wurde gleichzeitig das Mauerwerk des Gebäudes kontrolliert und, wo nötig, nachgefugt“, erklärt Groß Berkels Pastor Simon Pabst.

Die Dachsanierung war dringend nötig geworden, weil ein sogenanntes Unterdach fehlte und so durch Eisbrettbildung Feuchtigkeit ins Innere eintreten konnte und Wasserschäden in dem denkmalgeschützten Gebäude verursacht hatte, erklärt Architekt Michael Kuhn.

Sieben Pfarren – Groß Berkel, Aerzen, Klein Berkel, Hämelschenburg, Hemeringen, Lachem und Kirchohsen – gehörten zur 1795 neu gegründeten Superintendentur Groß Berkel. Provisorisch wurde sie zwei Jahre lang vom Superintendenten Borchers in Münder verwaltet, bevor die Leitung an den Groß Berkeler Pastor Ludwig Philipp Walbaum überging. Etwa 70 Jahre später, in den 1860er Jahren, schlossen sich Hameln und Groß Berkel zu einem Synodalverband zusammen.

„Regelmäßig tagte der Synodalverband in der Groß Berkeler Kirche. Es war das einheitliche geistliche Parlament für alle Belange im Kirchenkreis und in der Stadt Hameln. Auch der spätere Landrat und andere Behörden waren Mitglieder. Die Leitung lag immer in den Händen des Superintendenten von Groß Berkel, auch wenn man einige Male in der Hamelner Marktkirche oder im Münster tagte“, heißt es in der Groß Berkeler Chronik zur Geschichte des heutigen Kirchenkreistages. Nachdem Superintendent Pätz das Amt von seinem Vorgänger Sievers übernommen hatte, wurde 1895 mit dem Bau eines neuen Superintendenturgebäudes mit einem großen Versammlungssaal für die Kreissynode begonnen. 1897 war der stattliche Backsteinneubau fertiggestellt.

37 Jahre lang sollte Groß Berkel nun noch Sitz der Superintendentur bleiben. Mit der Verlegung nach Hameln im Jahr 1934 endete eine fast 140-jährige Epoche in der Geschichte des Hummedorfes. sbr



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?