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Mehrheit aus SPD, Grüne und Linke hingegen sieht Vorteile für Aerzen

Stadtwerke-Beitritt elektrisiert die CDU

Aerzen. Die Gemeinde Aerzen tritt den Stadtwerken Weserbergland bei – allerdings gegen den Widerstand weiter Teile der CDU. Die Christdemokraten stimmten bei einer Enthaltung und mit dem einzigen Liberalen im Rat gegen den Beitritt. Während Burkhard Schraps für die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen es als logischen Schritt bezeichnete, Mitgesellschafter der Stadtwerke zu werden, konnte Torsten Pieper keine Vorteile erkennen. „Das Geld, das wir finanzieren wollen, haben wir nicht“, argumentierte der Christdemokrat.

veröffentlicht am 27.09.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

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Laut Beschluss will die Gemeinde Aerzen zu Beginn des nächsten Jahres als Gesellschafter der Stadtwerke Weserbergland GmbH beitreten. Damit übernimmt sie einen Gesellschafteranteil von zehn Prozent im Wert von etwa 60 000 Euro. Diesen Anteil haben auch Coppenbrügge, Salzhemmendorf, Emmerthal und Auetal, die bereits der 2009 von den Stadtwerken Hameln und Rinteln gegründeten Gesellschaft beigetreten sind, übernommen. Die Stadtwerke Weserbergland haben sich zum Ziel gesetzt, ein Energie- und Wasserversorgungsunternehmen in kommunaler Trägerschaft aufzubauen. Dazu zählt der Vertrieb von Strom und Gas, außerdem soll in erneuerbare Energien investiert werden. Hinzu kommen neben Serviceangeboten auch sogenannte Contracting-Projekte, bei denen es sich um besondere Finanzierungs- und Investitionsmodelle handelt.

Die Aerzener Gemeindeverwaltung wirbt für einen Beitritt mit dem Argument, dass sich die Gesellschaft nach inzwischen mehr als dreijähriger Geschäftstätigkeit „sehr positiv entwickelt“ hat. „Die bisherigen Jahresergebnisse und zukünftig zu erwartenden Ergebnisse lassen erste Gewinnausschüttungen für die Gesellschafter mittelfristig erwarten“, heißt es in der Begründung. Hartwig Bursie (SPD) trug im Rat vor, dass das Risiko für sehr gering gehalten werde.

Die CDU stört sich vor allem daran, dass die Gemeinde sich Geld leihen müsste, um den Gesellschafteranteil zu finanzieren. Das sei vergleichbar mit einem Sparer, der einen Kredit aufnimmt, um Aktien zu kaufen, zog Torsten Pieper als Vergleich – „und davor wird immer wieder gewarnt“. Beim Vertrieb gebe es nur noch geringe Margen, weshalb vor allem nur die Stromproduktion, vor allem erneuerbare Energien, von Bedeutung sei.

Allerdings habe die Gemeinde bereits ein Wärmecontracting-Modell, durch das mehrere öffentliche Gebäude im Kernort wie die Burg und Kindergärten, aber auch die Bäder umweltfreundlich beheizt würden, Ökostrom komme neuerdings aus Skandinavien, Photovoltaikanlagen könne die Gemeinde selbst installieren oder über die in Aerzen ansässige Bürger-Energie Hummetal eG, die bereits in mehrere Solaranlagen investiert habe. Pieper: „Alles, was die Stadtwerke Weserbergland an Mehrwert versprechen, haben wir schon.“

SPD, Grüne und Frank Pook (Die Linke) hingegen folgten dem Vorschlag, der Gesellschaft beizutreten. Schraps (SPD) begründete dies damit, dass Aerzen mit drei weiteren Kommunen und den Stadtwerken Hameln das Stromnetz rekommunalisiert und damit wieder in eigene Regie übernommen hätten. Von daher wäre der Beitritt Aerzens als Gesellschafter der Stadtwerke Weserbergland der nächste Schritt. cb



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