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Einrichtung erneut gesperrt / Politiker fordern Gespräch der Gemeinde mit Landrat – noch in dieser Woche

Sporthalle – Emmerthaler erhöhen Druck

EMMERTHAL. Die ungeklärte Situation der erneut gesperrten Kreissporthalle in Emmerthal schlägt hohe Wellen – auch die Sorge, dass dort künftig die Zahl der Zuschauer reduziert werden könnte. Politiker fordern einen „Runden Tisch“ mit Landrat, Bürgermeister und weiteren Beteiligten, um schnell Lösungen aufzuzeigen.

veröffentlicht am 23.08.2017 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 23.08.2017 um 18:45 Uhr

In Bedrängnis: Die heimischen Vereine stehen wegen der Brandschutz-Auflagen für die Kreissporthalle Emmerthal vor Problemen. Das betrifft auch die TSG-Handballer, hier bei einem Spiel vor großer Zuschauerkulisse gegen den VfL Hameln. Foto: nls
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Kaum hatte der Landkreis angekündigt, dass in dieser Woche wieder die gesperrte Sporthalle in Kirch-ohsen genutzt werden kann, zog die Behörde schon wieder die Reißleine: Aus Sicherheitsgründen dürfe die Kreisporthalle nicht betreten werden – weil der Brandschutz nicht gewährleistet sei. Klar, dass die Sportvereine im Ortsrat Emmerthal ihren Unmut äußerten über die Entscheidung, die sie vor große Probleme stelle. Weniger Wut, mehr Verzweiflung, die sich in den Wortbeiträgen verdeutlichte: Selbst wenn Ausweichquartiere genutzt würden, überfordere die Organisation vom Training bis zum Spielbetrieb – ob Jugendmannschaft oder die in die Verbandsliga aufgestiegenen TSG-Handballer – die Ehrenamtlichen. Der Ortsrat fordert deshalb, dass der Landrat und Bürgermeister mit den Beteiligten an einen Tisch müssten, um eine Lösung zu finden – und zwar noch in dieser Woche. „Es gibt zur Zeit nichts Wichtigeres als das Thema“, sagte Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer.

Es gibt zur Zeit nichts Wichtigeres als das Thema.

Rudolf Welzhofer, Ortsbürgermeister

Damit griff der Ratsherr, der über viele Jahre an der Spitze der TSG als drittgrößten Sportverein im Landkreis stand, die Stimmung im gut besetzten Sitzungssaal auf, wobei die Zuschauer vor allem Sportlerkreisen zuzurechnen waren. Im Gegensatz zur Sitzung des politischen Fachausschusses eine Woche zuvor gab sich Welzhofer an diesem Dienstag besonnener. Statt die hohen Auflagen für den Brandschutz grundsätzlich zu kritisieren, hatte er sich schriftlich mit Argumenten auf zwei Seiten (Welzhofer: „Ich hätte noch drei mehr schreiben können“) vorbereitet. Vor allem geht es ihm darum, die Sporthalle aus baurechtlicher Sicht als „Veranstaltungsort“ für 500 bis 600 Zuschauer zu erhalten. Zuletzt war im Gespräch, die Zahl auf 199 zu begrenzen – aus behördlicher Sicht die Obergrenze für eine reine Sporthalle mit weniger Auflagen.

Der Ortsrat folgte einstimmig seinem Antrag, die Kreissporthalle in der bisherigen Form zu erhalten. Sie sei einst in Gemeinsamkeit von Politik, Verwaltung und Sport konzipiert worden mit der Zielsetzung, die Sport- und Veranstaltungsmöglichkeiten für die heimischen Vereine zu verbessern – und nicht als klassische Schulsporthalle, wie es heißt. Heute werde sie darüber hinaus für schulische und kulturelle Veranstaltungen „benötigt und genutzt“. Zur Finanzierung der rund 40 Jahre alten Halle habe die Gemeinde einst 38 Prozent der Ausgaben getragen, sagte Welzhofer. Die Hälfte der Investition hatten Bund und Land, gerade einmal 12 Prozent der Kreis finanziert, wie er in Erinnerung rief. Ende der siebziger Jahre habe die Gemeinde die Einrichtung unentgeltlich an den Landkreis abgetreten. Und an ihn ergeht nun die Forderung der Emmerthaler: Das Raum- und Nutzungskonzept müsse erhalten bleiben – auch auf Grundlage aktueller brandschutzrechtlicher Vorschriften und der damit notwendigen Maßnahmen.

Wie Bürgermeister Andreas Grossmann gestern mitteilte, sollte das Schreiben am gleichen Tage an Landrat Tjark Bartels herausgehen, um „schnellstmöglich einen Runden Tisch einzuberufen“. Er selbst befinde sich in regelmäßigen Austausch mit der Bauaufsicht der Behörde. Bis es zu einer Lösung komme, biete die Verwaltung den Sportvereinen die Hallen der Gemeinde an, um sie so gut wie möglich zu unterstützen, sagte Grossmann.

Auf Nachfrage erläuterte Landkreis-Sprecherin Sandra Lummitsch, warum die Halle für den Schul- und Vereinssport erneut gesperrt werden musste. „Bei den laufenden Maßnahmen hat sich herausgestellt, dass die Alarmierungsanlage in der Sporthalle nicht funktionstüchtig ist“, teilte sie mit. „Im Brandfall werden die entsprechenden Nutzer demnach nicht informiert, dass sie sich in Sicherheit begeben müssten.“ Die Alarmierungsanlage wird laut Landkreis voraussichtlich Ende nächster Woche wieder in Betrieb gehen und die Sperrung dann aufgehoben.



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