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Abschied von Rutsche, Sandkasten und Wippe: Gemeinde gibt 6 von 16 Anlagen in der Ortschaft Emmerthal auf

Spielplätze – plötzlich als Baugrundstücke sehr gefragt

EMMERTHAL. Besichtigungen vor Ort, immer wieder politische Beratungen, zeitweise änderten die Gremien die Entscheidungen wieder: Die Zukunft der Spielplätze beschäftigte zuletzt mehrfach die Ortsräte im Emmerthaler Gemeindegebiet – nun bekommen viele Einwohner erst mit, dass die Beschlüsse umgesetzt werden. Der Bauhof rückt an, um Rutschen, Sandkästen und Klettergerüste abzubauen – zum Beispiel im Niederen Feld in Emmern oder in der Straße Schwalbennest in Kirchohsen.

veröffentlicht am 13.02.2019 um 12:18 Uhr
aktualisiert am 13.02.2019 um 13:00 Uhr

Mächtig in die Jahre gekommen und bald Vergangenheit: der Spielplatz am Meisenweg in Kirchohsen. Foto: Wal
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Allein in der Ortschaft Emmerthal sind von 16 Spielplätzen bald 6 Vergangenheit. Dafür verspricht Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer zusammen mit den anderen Mitgliedern des Gremiums, dass mit den eingesparten Geldern an der Bezirkssportanlage ein neuer Spiel- und Bolzplatz entstehen soll, die anderen Einrichtungen attraktiver gestaltet werden. „Wir bauen ja nicht nur zurück, sondern verbessern andere Spielplätze ganz gezielt“, meint Welzhofer. „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg.“

Ganz klar: Die schwierige Finanzlage der Gemeinde trägt dazu bei, auch diese Infrastruktur für Kinder zu überdenken. Deshalb sind ebenso wie im Kernort in den Ortschaften Amelgatzen, Börry und Grohnde entsprechende Ziele verfolgt worden, die Zukunft der einzelnen Freizeitanlagen zu überdenken. Aber nicht nur aus Kostengründen, wie Welzhofer zu verstehen gibt. Es gehe nicht nur darum, Gelder für Pflege und Unterhaltung der Plätze zu sparen. Hinzu kommt, dass die einst in Neubaugebieten mit jungen Familien geplanten Treffpunkte kaum noch genutzt werden, wenn die Mehrzahl der Bewohner im Umfeld älter geworden ist. Vor allem aber seien die Anlagen nicht mehr so gefragt wie früher. „Die Situation hat sich geändert“, sagt der Ortsbürgermeister. „Auf vielen Privatgrundstücken stehen jetzt Spielgeräte.“ Teilweise sind sie sogar attraktiver.

Wie so oft: Aus der Nachbarschaft folgt die Überraschung erst, wenn die Bauhofmitarbeiter anrücken, um die Geräte auf den kommunalen Einrichtungen abzubauen. Auch der Ortsbürgermeister berichtet von einigen Mails, dass es dann doch Kinder dort gebe, die dort spielten. Viele Einwohner wunderten sich im ersten Augenblick, lautet die Erfahrung von Matthias Koch, ebenfalls Mitglied im Ortsrat. Das Konzept, das dahinterstehe, sei kaum bekannt – nämlich die anderen Spielplätze zu verbessern, wie er sagte.

In Voremberg gibt der Ortsrat den Spielplatz am Ackerweg auf, die Anlage Plessen bleibt erhalten. Foto: Wal

Wie andernorts: „Wir sind mit Augenmaß daran gegangen“, betont Welzhofer. Außerdem bleibe in jedem Ortsteil – und damit in Emmern, Hagenohsen, Kirchohsen, Ohr, Voremberg und Völkerhausen – mindestens ein Spielplatz erhalten. Eventuell schon im März wolle das politische Gremium die weiterhin bestehenden Areale besichtigen, um zu beraten, wie dort die Anlagen verbessert werden könnten.

Wie Erster Gemeinderat Elmar Günzel als Vertreter des Rathauses in der Sitzung am Montagabend erklärte, sollen einige ehemalige Spielplätze künftig als Baugrundstücke dienen. Dazu müsste die Gemeinde zwar die Bauleitplanungen ändern, was durch ein umfangreiches Verfahren wohl ein dreiviertel Jahr dauere, dennoch: Schon jetzt gebe es Anfragen von Kaufinteressenten. Bei einigen Grundstücken sei die Resonanz so groß, dass über ein Auswahlverfahren nachgedacht werden müsse – und das, obwohl sie noch nicht offiziell angeboten würden und kein Preis feststehe. Günzel: „Das hatten wir noch nie, dass es mehrere Bewerber gleichzeitig für ein Grundstück gibt.“

Nach Angaben der Verwaltung werden folgende Spielplätze aufgegeben: Emmern: Niederes Feld, Westfeld; Kirchohsen: Schwalbennest, Meisenweg, Breslauer Straße; Voremberg: Ackerweg. In Hagenohsen, Ohr und Völkerhausen gibt es ohnehin nur jeweils einen Spielplatz. In der Ortschaft Börry gibt es keine Änderungen, weil dort jeder Ortsteil nur maximal einen Spielplatz hat. In der Ortschaft Amelgatzen gilt dies entsprechend für Welsede und Hämelschenburg. In Amelgatzen hat der Ortsrat beschlossen, den Spielplatz Am Brockbusch aufzugeben, allerdings erst, wenn das Großspielgerät dort abgängig ist. In der Ortschaft Grohnde gibt es in Lüntorf nur einen Spielplatz, der erhalten bleibt. In Grohnde entfällt die Anlage „An der Kleinbahn“.



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