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Sackgasse Amelgatzen: Einwohner starten zweite Online-Petition / Hoffnung auf Ausnahmeregelungen

Sperrung – Proteste weiten sich aus

EMMERTHAL/AERZEN. Pendler aus der gesamten Region machen ihrem Ärger Luft über die Straßensperrung in Amelgatzen, die nun für sie zu Umwegen führt. Besonders aber in der Ortschaft selbst mehren sich die Stimmen, die Ausnahmeregelungen für die Einwohner von Amelgatzen selbst sowie Hämelschenburg, Welsede und Hanebülten fordern, aber auch für den angrenzenden Nachbarort Gellersen.

veröffentlicht am 22.01.2018 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 22.01.2018 um 18:10 Uhr

Durchfahrt verboten, heißt es nun in Amelgatzen für zwei Gemeindestraßen mit Ausnahme der Anlieger. Allerdings: Für alle weitere Einwohner der Ortschaft bedeutet diese Entscheidung teils erhebliche Umwege. Foto: jl
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die am Freitag vom Landkreis angeordnete Verkehrsführung führe „zu einer absolut und messbar unverhältnismäßigen und ungerechten Verteilung der Sanierungslasten“, heißt es in einem Schreiben an Landrat Tjark Bartels. Wie Initiator Thomas Mahrenholtz aus Amelgatzen mitteilt, ist der Aufruf von rund 100 Einwohnern der Ortschaft unterzeichnet worden, seit Sonntag gebe es dazu eine gleichlautende Online-Petition. Sie bitten den Landrat, „sich des Falles persönlich anzunehmen“.

Wie gestern berichtet, hatten in einer weiteren Online-Petition Pendler aus der gesamten Region die freie Fahrt für alle in dem Dorf gefordert, wo wegen des Brückenneubaus die Landesstraße seit November gesperrt ist. In dem Schreiben an den Landrat geht es allerdings nur um die Einwohner der Nachbardörfer. Seitdem die Durchfahrt mit Ausnahme der Anlieger von zwei Gemeindestraßen verboten sei, werde der Verkehr innerhalb der Ortschaft Amelgatzen gesperrt.

Alle müssen Opfer bringen – aber dann ausgewogen.

Thomas Mahrenholtz, Initiator des Aufrufs

Alle Einwohner außerhalb des Bereiches Oberdorf „sind zu völlig unverhältnismäßigen Umwegen gezwungen“, heißt es in dem Aufruf. So betrage der Weg vom Standort Hauptstraße nach Aerzen mit Sperrung etwa 21, ohne Sperrung 7,5 Kilometer, der Kirchweg nach Hämelschenburg 17 statt 1,9 Kilometer. Darüber hinaus verweist Mahrenholtz auf die Landwirtschaft, für die mit ihren langsamen Fahrzeugen der zeitliche Aufwand noch größer sei. Die Forderung entspreche im Wesentlichen den Wünschen von Ortsbürgermeister Helmut Brinkmann, der sich aber bei dem Treffen mit den Behörden in der vergangenen Woche nicht hatte durchsetzen können. „Alle müssen Opfer bringen“, sagt Mahrenholtz. „Aber dann ausgewogen.“Für die Einwohner aus dem Bereich der Ortschaft mit den vier Dörfern plus dem Aerzener Dorf Gellersen als Teil der Kirchengemeinde müsse der Verkehr weiter möglich sein. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer hingegen müsste die Strecke gesperrt bleiben. „Und das kann nur sinnvoll sein, wenn regelmäßige Kontrollen stattfinden“, sagt Mahrenholtz.

Unterstützung kommt für diese Forderung aus Gellersen, wie der dort wohnende Aerzener Ortsbürgermeister Dr. Thomas Forche sagt. „Das sind schon heftige Telefonate“, berichtet er von Anrufen, die er aus dem Aerzener Bereich erhält. Als ein Beispiel nennt er Eltern aus Gellersen, die nun große Umwege fahren müssten, um ihr Kind nach Hanebülten zur Tagespflege zu bringen. Nicht hinnehmbar sei die jetzige Regelung, sagt der Ortsbürgermeister, der auch auf die engen Verbindungen zwischen den beiden Nachbarorten über die Kirchengemeinde oder die Vereine verweist. „Es muss Ausnahmeregelungen geben, die bei Kontrollen ja überprüfbar sind“, sagt Forche, der sich nun ebenfalls an den Landkreis wenden will. Die Zahl der Unterzeichner, die bei einer Online-Petition die freie Fahrt für alle fordern, war gestern Nachmittag auf 329 gestiegen. Polizeisprecher Jens Petersen von der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden sagte, dass seines Wissens bislang noch keine Kontrollen in Amelgatzen durchgeführt worden seien. „Sie sind aber in regelmäßigen Abständen geplant“, kündigte der Polizeisprecher an. „Verstöße werden entsprechend geahndet.“



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