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Verfahren ums Verfahren: Wie sich ein Temposünder und die Bußgeldstelle mit Wortwitz einigen

Spaßbremse? Behörde nimmt es mit Humor

Aerzen (cb). Die Geldbuße war schon happig, doch auf Ausreden wollte sich Gerd-Peter Kluwe nicht einlassen. Einsichtig und reuig zugleich zeigte sich der Grupenhäger, der mit seinem Auto das Tempo deutlich überschritten hatte. Das Bußgeld überwies der 66-Jährige umgehend an den Landkreis. Doch: Dann juckte es ihn in den Fingern. Der Temposünder schrieb der Behörde einen Brief, in dem er augenzwinkernd deutlich machte, wieso er nicht zusätzlich auch die Kosten von 20 Euro für das Verfahren übernehmen wolle. Denn, so argumentierte der pensionierte Lehrer schlitzohrig als Ortskundiger zu der doppeldeutigen Bedeutung des Begriffs: Verfahren habe er sich schließlich nicht. Während seine Frau sich sorgte, mit diesem Brief noch ein höheres Strafmaß zu provozieren, war das Antwortschreiben des Landkreises dann überraschend. Nämlich „überraschend humorvoll“, wie Gerd-Peter Kluwe meint. Von wegen bürokratischer Behörde, gegen die Einwohner viele Vorurteile hegen, wenn es sich um Schriftwechsel handelt, die ob rechtlicher Inhalte und verwaltungstechnischer Floskeln kaum verständlich sind – und sich die Vorurteile über das Beamtendeutsch dann erst recht bestätigen. Der Sachbearbeiter in der Hamelner Verwaltung erwies sich aber nicht als Spaßbremse, sondern traf in seinem Behördenschreiben den freundlich-flapsigen Ton des Grupenhägers, um Kluwe witzig-charmant zu erklären, dass er die kompletten Kosten zu überweisen habe.

veröffentlicht am 05.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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