weather-image
11°

Vollsperrung der Bundesstraße 83 rückt näher – Anwohner befürchten Verkehrsbelastung

Sorge über die Ausweichstrecken

Emmerthal/Groß Berkel. Voraussichtlich Ende Mai beginnt die Sanierung am Ohrberg – dann droht eine monatelange Sperrung der Bundesstraße zwischen Emmerthal und Hameln. Im Bereich Emmerthal und Groß Berkel sind die Einwohner in den Ortsteilen in Sorge, durch den Umleitungsverkehr belastet zu werden.

veröffentlicht am 18.04.2016 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:58 Uhr

270_008_7859262_lkae106_Ohr_Dana_1604.jpg
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Monatelange Bauarbeiten mit großräumigen Umleitungen am Ohrberg – entlang der Ausweichstrecken wächst die Sorge, dass dort die Verkehrsbelastungen zu hoch werden. Auch der Ortsrat Börry befürchtet, dass Autofahrer die Bundesstraße frühzeitig verlassen, um über die Weserbrücke Daspe durch Hajen, Latferde und Hagenohsen nach Hameln zu kommen. Allerdings: Die Forderung nach Tempo 30 entlang der Ausweichstrecke habe der Landkreis abgelehnt, ärgert sich Rolf Keller nicht nur als Ortsbürgermeister, sondern auch als Vorsitzender des zuständigen Fachausschusses des Gemeinderates. Erst solle abgewartet werden, wie sich die Verkehrsströme während der Bauarbeiten an der in Kürze vollgesperrten Bundesstraße entwickelten.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist zwar nicht zuständig für die Sicherheit an den Umleitungsstrecken – das fällt in die Verantwortung des Landkreises –, allerdings gab deren stellvertretende Hamelner Geschäftsbereichsleiterin Uta Weiner-Kohl den Emmerthaler Politikern einige Informationen dazu. Die Fachfirma arbeite derzeit an einem Ablaufplan. Die erste Vollsperrung werde aber wohl von Ende Mai bis Anfang Dezember dauern.

Bekanntlich führt die Hauptumleitung ab Ohr über die Landesstraße durch Groß Berkel nach Hameln beziehungsweise in Gegenrichtung. In Groß Berkel waren die Sorgen schon frühzeitig von den Einwohnern deutlich gemacht worden. Vor allem eine Elterninitiative – entlang der Strecke befinden sich Grundschule und Kindergarten – hatte sich mit einer Unterschriftenaktion zu Wort gemeldet. In dem kurvenreichen und ohnehin schon stark belasteten Hummedorf soll nun während der Bauarbeiten Tempo 30 gelten. Auch in Ohr solle diese Geschwindigkeitsbegrenzung geschaffen werden, Ampeln für mehr Sicherheit sorgen, wie Weiner-Kohl berichtete.

Viele Autofahrer werden voraussichtlich über Kirchohsen ausweichen. Die Berliner Straße wird provisorisch geflickt, damit die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben werden kann. Foto: tis

Laut Weiner-Kohl werde den Autofahrern darüber hinaus empfohlen, über den Kernort von Emmerthal (Kirchohsen, Berliner Straße, Valentinibrücke) nach Hameln auszuweichen. „Das ist ja nicht zum ersten Mal“, erinnerte sie an frühere Vollsperrungen im Bereich des Ohrberges. Sie geht davon aus, dass die Belastungen dort nicht so hoch seien. Die Ampelanlage an der Kreuzung Berliner Straße/Hauptstraße werde in ihren Einstellungen optimiert, damit der Verkehr besser fließen könnte, sagte sie. Bürgermeister Andreas Grossmann ergänzte, dass die Straßenschäden an der Berliner Straße vor Beginn der Vollsperrung provisorisch ausgebessert werden sollen, sodass anschließend die seit kurzer Zeit geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 aufgehoben werde.

Wie Weiner-Kohl berichtet, seien auf der anderen Weserseite im Bereich Latferde Zählplatten installiert, um das derzeitige Verkehrsaufkommen zu ermitteln. Die Zählung werde nach Beginn der Bauarbeiten am Ohrberg wiederholt, um Vergleichswerte zu bekommen. Dann könne reagiert werden.

Mit Unverständnis reagierte darauf Ratsherr Andreas Lenk, der die Zählungen für überflüssig hält. „Sie hätten nur die Einwohner fragen müssen“, sagte er an die Adresse der zuständigen Behörde unter Hinweis auf frühere Vollsperrungen, die zu hohem Verkehrsaufkommen zwischen Hajen und Hagenohsen geführt hätten. Schon früher hätte es deshalb Unfälle (Lenk: „Bislang zum Glück nur mit Blechschäden“) gegeben, besonders die enge Durchfahrt von Hajen sieht er als besonders gefährlich.

Erster Gemeinderat Elmar Günzel erwartet durch die Zählungen entlang dieser Straße in Gesprächen mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises zumindest „die Chance“, bei Bedarf die Sicherheit für die Anwohner zu verbessern. Durch die Zählungen, sagte Günzel, „werden härtere Fakten geschaffen“.

Info: Tempo – und plötzlich blitzt es

Da wunderte sich so mancher Emmerthaler Autofahrer: Kaum war die Geschwindigkeit an der Berliner Straße wegen der erheblichen Schäden von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert worden, fand dort eine Geschwindigkeitsüberwachung statt. Das bestätigt Sandra Lummitsch als Sprecherin des Landkreises auf Nachfrage, nachdem es dort im Vorjahr keine Messungen gegeben habe. Viele Autofahrer werden nun zur Kasse gebeten. Festgestellt wurden laut Landkreis 194 Verstöße im Verwarngeldbereich und 9 Verstöße im Bußgeldbereich, davon ein Fahrverbot. Die Messungen wurden auf Bitte der Gemeinde Emmerthal durchgeführt, wie Lummitsch begründet. Die Gemeinde hätte vorher bereits durch Dunkelmessung Verstöße festgestellt – immerhin handele es sich auch um einen Schulweg. cb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt