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Volkwin Müller und Uli Kringler in der Domänenburg

Songpoet mit intensivem Gitarrenspiel

AERZEN. Gleich neun unterschiedliche Gitarren warten im Ständer auf der Bühne darauf, von Volkwin Müller und seinem Begleiter Uli Kringler gespielt zu werden. Mit „Riding the Wave“ eröffnet der Hamburger Ausnahmegitarrist Uli Kringler in der Domänenburg den Abend. Einziges Manko: die geringe Publikumsresonanz.

veröffentlicht am 09.04.2017 um 17:53 Uhr

Perfektes Zusammenspiel in der Domänenburg: Uli Kringler (li.) und Volkwin Müller. Foto: eaw
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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Zuerst etwas basslastig, aber von enormer Virtuosität ganz im Stil eines David Qualey und Werner Lämmerhirt, voll sanfter Poesie. „Tolle Akustik hier“, schmunzelt Kringler, „fast wie in der Elbphilharmonie.“

Einen „Abend mit wohlklingender Musik“ verspricht dann auch Volkwin Müller. Dem Stück „Solidarität“, eine an klassische Protestsongs angelehnte Komposition mit Appellcharakter, folgen nachdenklichere Töne des in Detmold lebenden Songpoeten.

„Mit anderen Augen“, so heißt seine jüngste CD, die er zusammen mit Kringler und anderen Musikern eingespielt hat. Und auch in der Aerzener Domänenburg entwirft Volkwin Müller musikalische Bilder von intensiver Emotionalität. Behutsam, ohne sprachlichen Schnickschnack formuliert, setzt Volkwin Müller seine Songs abwechslungsreich mit Schlagwerk und Gitarre in Töne. Es sind Texte, die zu Herzen und unter die Haut gehen, Texte über Solidarität, Freundschaft, Liebe und Verlust. Garniert werden sie durch das eine oder andere brillante Gitarrensolo von Uli Kringler, der sich dabei nicht bloß als Begleitung, sondern als musikalischer Partner auf Augenhöhe beweist.

Ein Konzert, das grundehrlich rüberkommt, ohne Gedöns, elegant im Ton, mit einer breiten stilistischen Ausdrucksvielfalt und charmantem Spielwitz. Schnell wird deutlich, dass hier zwei Profis allerbestes Hand- und Mundwerk bieten.

Nicht umsonst hat Volkwin Müller eine beachtliche Radio- und TV-Karriere hinter sich – im Dunstkreis von Purple Schulz, Udo Lindenberg, Julian Dawson, Ulla Meinecke, Marius Müller-Westernhagen, Sarah Connor oder Roger Cicero.

Um so bedauerlicher, dass die geringe Publikumsresonanz in der Domänenburg hart an den Rand der Peinlichkeit geriet und die knapp 30, die sich im Raum verloren, offensichtlich nicht so recht in Stimmung kommen wollten. „Seid ihr noch da?“, fragte dann auch Volkwin Müller das ein oder andere Mal nach.

Falscher Ort? Falsche Zeit? Das blieb offen. Unterm Strich aber ein hervorragendes Konzert zweier Musiker, die freilich wesentlich mehr Resonanz verdient gehabt hätten.

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