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Aerzen präsentiert mögliche Standorte für Photovoltaik-Anlagen / Einzelfallprüfung bei Investorinteresse

Solarparks im Hummetal?

Aerzen. Die Ausweisung von Flächen für Solar- oder Windkraftanlagen ist oft begleitet von Kritik und Bürgerprotesten. Während in der Diskussion um Windenergieanlagen immer wieder Argumente ins Feld geführt werden, die sich im Kern um Schlagschatten, Lichtreflexionen und Lärmbelastung für unmittelbare Anwohner, um Vogelflugrouten und den Bau von Hochspannungsmasten zur Netzanbindung drehen, argumentieren Kritiker von Solarparks häufig mit der unästhetischen Fernwirkung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Im Flecken Aerzen, so zumindest der Eindruck nach Besuch des Ausschusses für Bau-, Straßen-, Verkehrs- und Umweltangelegenheiten, hat man angesichts der Großbaustelle Ortsumgehung für derartige Feinheiten keinen Sinn, wie es der Ausschussvorsitzende Friedel-Curt Redeker auf den Punkt brachte: „Die Fernwirkung einer neuen B 1 ist ja auch nicht so toll …“

veröffentlicht am 13.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:01 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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So war die Präsentation möglicher Standorte für Photovoltaik-Anlagen im Aerzener Gemeindegebiet auch nicht von Tumulten der zahlreich erschienenen Bürger begleitet, sondern von breiter Zustimmung – so breit, dass einige der anwesenden Forstwirte gar Lichtungen in ihren eigenen Waldgebieten als Standorte anboten.

Ganz so leicht aber lassen sich Aufstellflächen für Solaranlagen nicht finden, erklärt Reinhard Preis vom beauftragten Planungsbüro. Da alle Flächen innerhalb der Gemeindegrenzen, die weder Siedlungs- noch Waldflächen sind und im Flächennutzungsplan auch für keine anderweitige Nutzung vorgesehen sind, generell als sogenannte Vorsorgeflächen für die Landwirtschaft gelten, ist die Aufstellung von Photovoltaik-Anlagen nur auf Böden minderer Qualität möglich. Von diesen Flächen verbleiben nach Einbeziehung aller Ausschlusskriterien und Abstände im Gemeindegebiet 15 Areale, die die Voraussetzungen erfüllen – vorbelastete Flächen von minderer Qualität, Siedlungsanbindung, ausreichend Raum für eine Eingrünung der Module –, um als Standort für Solarparks infrage zu kommen.

Allerdings, berichtet Diplomingenieur Preis weiter, unterliegen einige dieser 15 Flächen, obwohl grundsätzlich geeignet, dennoch Restriktionen: „Flächen von einer Größe unter zwei Hektar dürften grundsätzlich auszuschließen seien, wohingegen es in Niedersachsen von Landesseite aus nach oben keine Begrenzung gibt.“ Darüber hinaus fallen alle Standorte, die nach Norden hin abfallen, ebenfalls raus; aufgrund der fehlenden direkten Sonneneinstrahlung würden sich Anlagen hier nicht rechnen. Und ein weiterer wichtiger Faktor sei, so Preis – trotz des schlagenden B 1-Arguments –, die Fernwirkung: „Aus der Nähe sind Photovoltaik-Anlagen aufgrund der vorgeschriebenen Eingrünung kaum zu sehen, aus der Ferne können die das Landschaftsbild aber dominieren.“

Die für die Energiegewinnung infrage kommenden Standorte – hierzu zählen eine Fläche südöstlich des Störteberges, vier Flächen rund um Reinerbeck sowie eine Fläche an der alten Ziegelei in Aerzen – sollen nun, so beschloss es der Fachausschuss, als Vorrangflächen für Photovoltaik-Anlagen in den Flächennutzungsplan der Gemeinde übernommen werden, sobald ein Investorinteresse vorliege. Dieser müsste dann die Kosten für eine Änderung tragen.

Zurzeit, bestätigt Aerzens Bauamtsleiter Thomas Noltemeyer auf Nachfrage, liege eine Anfrage für das Gebiet an der Alten Ziegelei in Aerzen vor. „Das bedeutet aber nicht, dass das Bauprojekt beschlossene Sache ist“, betont Noltemeyer, „der Investor muss uns sein Vorhaben trotzdem noch gut verkaufen.“



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