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40 Jahre Sylt-Freizeiten – Betreuer und Teilnehmer erinnern sich gern zurück

Sogar die Hochzeitsglocken läuteten

AERZEN. „Erlebnisse schaffen, die in Erinnerung bleiben und prägen.“ Mit diesem Anspruch war die evangelische Kirchengemeinde in Aerzen vor 40 Jahren zum ersten Mal zur Konfirmandenfreizeit ins Strandläufernest bei Hörnum auf Sylt gestartet. Zuvor hatten die Zeltlager-Ausflüge die Aerzener Konfirmanden nach Gößweinstein in die Fränkische Schweiz, Eberhausen bei Göttingen oder Söhrewald bei Kassel geführt, wie Pastor i. R. Horst Dieckhoff anlässlich des Treffens der Sylt-Betreuer ausführte. Ein besonderes Treffen vieler Ehemaliger weckte nun nostalgische Erinnerungen.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 15:26 Uhr

Der Rettungsring: Symbol für viele Sylt-Freizeiten, begleitet von Pastor i. R. Horst Dieckhoff. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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„Ich habe all meinen Charme aufgewandt, um mich an ,Tussi' heranzumachen“, berichtet er mit einem Augenzwinkern von seiner ersten Begegnung mit Tusnelda Glißmann, der Gründerin und damalige Leiterin des Strandläufernestes. Von diesem Augenblick an sollte es mit lediglich drei Unterbrechungen fortan Jahr für Jahr für die Aerzener Konfirmanden während der Sommerferien für zwei Wochen auf die Nordseeinsel gehen. Noch einmal hatte der Pastor i. R. sein altes Fischerhemd angezogen, dessen ausgeblichene Farbe davon zeugt, dass es bei unzähligen Syltaufenthalten ein treuer Begleiter war. In die Tiefen ihrer Kleiderschränke waren auch Marvin Maly (31) und Dominik Kranzoff (38) abgetaucht und prompt fündig geworden. Die beiden ehemaligen Betreuer hatten ihre legendären Sylt-Windeln zum Geburtstagstreffen umgebunden. Es gibt offenbar immer noch Dinge, die nie aus der Mode kommen: Vom ersten Aufenthalt auf Sylt im Sommer 1978 bis heute symbolisieren die in verschiedenen Farben eingefärbte Baumwollwindeln, die von den Teilnehmern als Halstuch getragen werden, die Zugehörigkeit zum jeweiligen Zelt. Und nicht nur Horst Dieckhoff und sein langjähriger Amtskollege, Pastor i. R. Martin Behrens, konnten mit der einen oder anderen fast schon in Vergessenheit geratenen Anekdote aufwarten. Auch Dominik Kranzhoff erinnert sich noch gut an die gemeinsam mit Niklas Gruse gegen die Konfis verlorene Wette beim „Wetten-dass…“-Abend im Zeltlager. Also machten sich die beiden Betreuer beim Helgoland-Ausflug mit Gitarre und kräftiger Stimme ausgerüstet an die Einlösung der Wettschuld und sammelten singend Geld, um anschließend für alle Zeltlager-Teilnehmer Eis zu kaufen, wie er berichtet. Bettina Lachmann und ihre Tochter Gina sind beide schon als Betreuerinnen auf Sylt gewesen. „Ich wurde von meiner Mutter gezwungen, als Vorkonfirmandin an der Sylt-Freizeit teilzunehmen“, erzählt die 18-Jährige. Als Mitglied der evangelischen Jugend entschied sie sich dann selbst dafür, als Betreuerin dabei zu sein. Bettina Lachmann (55) war insgesamt dreimal Betreuerin – auf Sylt, in Eberhausen und auf Juist. An die Sylt-Freizeit vor 38 Jahren hat sie nur gute Erinnerungen: „Tolle Insel, tolle Leute!“ Und so war es auch wenig verwunderlich, dass das 1980er Betreuerteam mit Gaby und Kati Brackmann, Andreas Cramer und Elke Meyer, Cord Kahlert, Uwe und Frank Mestmäcker sowie Thomas Schiffmann und eben Bettina Lachmann (Jürgens) fast vollständig zum Treffen gekommen war. Und natürlich wurde auch ein Thema nicht ausgespart, an das sich Generationen von Sylt-Freizeit-Teilnehmern immer wieder „gern“ erinnern: Der Geruch des Leitungswassers nach faulen Eiern, der Zähneputzen zur Mutprobe werden ließ. Der Schwefelgeruch wurde mittlerweile durch eine neue Filteranlage abgeschwächt. Geheiratet haben Aerzener übrigens auch schon im Strandläufernest. 2005 gaben sich Torsten Gast und Maren Heuer im Zeltlager das Ja-Wort, nachdem sie sich 1993 dort kennengelernt hatten: Der Hamburger war damals als Helfer der Heimleiterfamilie Glißmann im Strandläufernest, die Aerzenerin als Betreuerin bei der Konfirmanden-Freizeit. 3000 Jugendliche haben im Strandläufernest in den vergangenen 40 Jahren ihre Konfirmanden- und später die Jugend-Freizeit verbracht, begleitet von 180 Betreuern.



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