weather-image
12°
„Lämmi“, das Flaschenkind

So süß: Mann zieht Lamm auf

GROSS BERKEL.Das kleine Lamm Lämmi ist bei seiner Geburt von der Mutter verstoßen worden. Bernd Bremeyer hat sich dem kleinen Geschöpf angenommen und es liebevoll mit der Flasche aufgezogen.

veröffentlicht am 12.04.2017 um 16:10 Uhr

Inzwischen wird das kleine Lamm nur noch zweimal täglich von Bernd Bremeyer mit Milch versorgt. Foto: Carmen Schnell

Autor:

Carmen Schnell
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Auf einer Weide irgendwo im Landkreis steht das Lämmchen mit dem grünen Halsband laut schreiend am Weidezaun. Es hat das Fläschchen in Bernd Bremeyers Hand schon längst entdeckt. „Lämmi“, so heißt das Kleine. Es ist eins von zwanzig Schafen, davon sieben Lämmer und ein Bock, die Bernd Bremeyer besitzt. Das besondere an diesem kleinen Lamm, das Mitte Februar geboren wurde: Es ist ein Flaschenkind. „Die Mutter wollte das Kleine nach der Geburt nicht annehmen. So etwas passiert schon mal, ein Zusammenführen habe ich immer wieder versucht, es hat aber leider nicht geklappt“, sagt der Ziehvater. „Damit das Kleine überleben kann, habe ich es zu Hause im Flur gehalten, in einem Laufstall, den ich extra zu diesem Anlass gekauft habe. Auch einen Flaschenwärmer habe ich angeschafft. Anfangs musste ich das Kleine alle vier Stunden füttern.“

Inzwischen ist das Lämmchen in der Herde und wird nur noch zweimal täglich mit Milch versorgt. Die Lämmermilch bezieht er aus dem Handel. Das kleine Schaf integriert sich langsam in die Herde. „Schafe haben eine klare Rangordnung und einen ausgezeichneten Geruchsinn, so erkennen die Muttertiere ihre Kleinen auch sofort. Fremde Lämmer werden einfach weggestoßen“, erklärt der 47-Jährige.

Vor über 10 Jahren hat der gebürtige Groß Berkeler mit zwei Schafen angefangen und so langsam die Liebe zu diesen Tieren entdeckt. Neben den Schafen gibt es auch noch Bienen. Die Zeit und Arbeit, die er für seine Tiere investiert, möchte er nicht in Stunden messen, es ist ein Hobby. „Mir ist eine artgerechte Haltung mit der Natur im Einklang sehr wichtig“, betont er. Zwischen seinen Tieren fühlt er sich sichtlich wohl. „Schafe strahlen eine unheimliche Ruhe aus“ schwärmt der Hobbyschäfer.

Die Schafe sind noch im sogenannten Winterlager und bekommen neben dem Weidefutter Hafer, Heu, Vitamine und Mineralien, da der Energiebedarf nach den Geburten sehr hoch ist. Später werden sie dann von Weide zu Weide ziehen. Neben Texel-Schafen und einem schwarzen Texel- Swart-Bless-Schaf, besitzt der Schafliebhaber auch zwei Leine-Schafe. Eine ursprüngliche Rasse aus dieser Region, die vom Aussterben bedroht und artengeschützt ist.

Die Texel-Schafe haben nur einmal im Jahr Aufnahmefähigkeit, dadurch kommt es zu kontrollierten Geburten im Februar/März. Der Bock kann so auch bei der Herde bleiben. Allerdings verlaufen die Geburten bei dieser Rasse oft schwierig.

„Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr: Ich habe nur Einlinge unter den Lämmern, sonst werden oft Zwillinge oder sogar Drillinge geboren“, erläutert der Tierliebhaber. Registriert werden müssen übrigens alle Schafe, dafür haben sie entsprechende Ohrmarken.

Geschoren werden die Tiere von einem Schafscherer aus der Region. „Eine sehr anstrengende Arbeit. Die Wolle nimmt dieser dann gleich mit. Ein Teil der Wolle wird aber auch als Biodünger im Garten verwendet“, erklärt der Schafbesitzer. Es werden auch mal Tiere verkauft. Schlachten lässt Bernd Bremeyer inzwischen aber nur noch für den Eigenbedarf.

Ob er Angst vor dem Wolf hat, frage ich noch. „Bedenken habe ich schon, zumal Schafe sehr friedvolle Tiere sind, die keine Schmerzlaute zeigen“, antwortet er nachdenklich.

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare