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THW-Einsatz am Grießebach in Reher / Freigabetermin noch offen

So schnell entsteht eine Brücke

Reher. Vom leisen Plätschern des Grießebaches ist an diesem Abend nichts zu hören. Die lauten Geräusche von Dieselmotoren übertönen die sonst übliche Stille am Ortsrand von Reher. Bachbett, Ufer und eine angrenzende Wiese sind hell ausgeleuchtet. Fünf große Halogenscheinwerfer mit insgesamt 7000 Watt Leistung bringen Licht in die Dunkelheit.

veröffentlicht am 03.11.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:47 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Hier wird innerhalb von zweieinhalb Stunden eine Brücke entstehen. Das provisorische Bauwerk soll für eine noch nicht absehbare Zeit die Lücke am Mühlenweg wieder schließen. Die entstand, als kürzlich die alte marode Brücke über den Bach abgerissen wurde – aus Sicherheitsgründen, wie es bei der Gemeinde heißt. Die Farbe Blau herrscht hier vor. Blau sind die drei Lastkraftwagen, die an beiden Seiten des Grießebachs abgestellt sind. Und blau ist auch die Arbeitskleidung der 13 Personen, die emsig auf der Wiese umherlaufen, da kräftig zupacken und dort etwas ablegen. Sie tragen gelbe Schutzhelme. Es sind Mitglieder des technischen Zugs vom Technischen Hilfswerks Hameln, kurz THW genannt.

Um 18 Uhr kann nur anhand der abgeladenen Materialien erahnt werden, was zwölf Männer und eine Frau in ihrer Freizeit errichten wollen. Noch ist es die Hauptarbeitszeit von Gordon Hill. Der Mann sitzt auf einem ehemaligen Flakwerfer der Bundeswehr, setzt mit dem am Fahrzeug montierten langen Kran Bauteile ab und verteilt diese. Eine halbe Stunde später haben seine Kollegen den ersten von drei Trägern zusammengeschraubt. Gegen 18.40 Uhr hebt Hill den gut 400 Kilogramm schweren Aluminiumträger über den Bachlauf. Zentimetergenau setzt der Kranfahrer das aus Haupt- und Rampenträgern bestehende Brückenbauteil ab.

Nummer zwei und drei folgen im 20-Minuten-Takt. Die späteren Ausmaße der 11,20 Meter langen und 3,20 Meter breiten Brücke sind erstmals erkennbar. Jetzt ist Handarbeit gefordert. Die THW-Mitarbeiter verlegen schwere Fahrbahnplatten, fügen sie auf den Trägern zusammen. Um 19.40 Uhr steht Detlev Grabbe erstmals auf der Brückenkonstruktion. Der THW-Zugführer scheint mit dem Ablauf zufrieden zu sein. Trotzdem prüft Grabbe mit einem Ausfallschritt, ob die Platten richtig lagern und nicht kippeln. „Hier fahren ja nicht nur Autos rüber, auch Fußgängerinnen in Stöckelschuhe sollen sicher rübergehen können“, erzählt Grabbe.

Die Gemeinde sei an das THW herangetreten, fragte an, ob es am Grießebach eine Brücke bauen könne, ist von Grabbe zu erfahren. „Wir haben die Möglichkeit, Brücken zu bauen, ohne im Bachbett Fundamente oder Ähnliches errichten zu müssen“, berichtet der Zugführer. Das zwei Tonnen schwere Bauteil überspannte im letzten Jahr noch die Fluthamel in Hameln während der dortigen Bauarbeiten. Bei den schlimmen Hochwassern an der Elbe waren die Brückenbauteile im Katastrophenschutz im Einsatz. Jetzt hilft es den Einwohnern von Reher, trockenen Fußes über den Grießebach zu kommen. Allerdings ist die Brücke für Fahrzeuge über drei Tonnen gesperrt. Landwirtschaftliche Gespanne werden sie nicht nutzen können.

Wie lange das Provisorium stehen bleiben wird, ist nicht zu erfahren. Für das THW kein Problem. „Wir können auf das Material erst mal verzichten, denn wir haben ausreichend Geräte, um einsatzfähig sein zu können“, betont Grabbe.

In der Gemeinde wolle man zeitnah überlegen, was man nun machen werde, sagte Thomas Noltemeyer. Befahren werden kann die Behelfsbrücke noch nicht. Fahrzeuge würden im Rampenbereich aufsetzen, heißt es. Eine Aufschotterung, die in den nächsten Tagen angelegt werden soll, könnte dieses Problem lösen, meint Noltemeyer. Wann das sein wird, mag sich der Bauamtsleiter der Gemeinde Aerzen noch nicht festlegen.



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