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Von Aerzener Sozialdemokraten initiierter Wettbewerb lässt Treffpunkte verschönern

Sitzquader zum Verweilen

AERZEN. Seit letzter Woche zieren die Sitzstein-Gruppen nicht nur den Platz vor der Aerzener Domänenburg und vor dem Grupenhäger Dorfgemeinschaftshaus sowie „Tellers Brink“ am Gellerser Wiesenweg. Die jeweils drei Sitzquader laden auch zum Verweilen oder als Treffpunkt ein.

veröffentlicht am 19.04.2017 um 15:06 Uhr

Aerzens Ortsbürgermeister Dr. Thomas Forche, der Steynhauer Peter Wefer und Ralf Schlenz vom Bauhof (v.l.) stellen vor der Domänenburg die Sitzquader-Gruppe auf. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Ausgelobt waren sie vom SPD-Ortsverein Aerzen für die höchste Wahlbeteiligung anlässlich der Kommunalwahl im vergangenen Herbst. Die Aerzener Sozialdemokraten hatten auf eine flächendeckende Wahlplakatierung verzichtet und stattdessen einen Wettbewerb unter den großen, mittleren und kleinen Orten des Fleckens initiiert. Für die SPD übrigens eine nicht nur nachhaltigere Alternative, auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch eine kostengünstigere im Vergleich zur Plakatierung, wie aus dem Kassenbericht des Ortsvereins anlässlich der letzten Sitzung hervorging.

Nach Auszählung der Wahlzettel stand fest: Sowohl im Kernort Aerzen als auch in Grupenhagen und Gellersen hatten sich im Vergleich die meisten Bürger auf den Weg zur Wahlurne gemacht beziehungsweise an der Briefwahl teilgenommen. Wo letztendlich das Kreuz auf dem Stimmzettel landete, war für den Wettstreit um den Standort der Sitzsteine unerheblich. „Die Steinquaderbänke haben allesamt sehr schöne, durchaus unterschiedliche und kontrastreiche Standorte erhalten“, meint der Ideengeber zu der Aktion, Dr. Thomas Forche.

Als neuer Ortsbürgermeister von Aerzen und Gellersen war er gleich an zwei Standortsuchen beteiligt. Während für Aerzen ursprünglich die Einbindung der Sitzquader in die Umgestaltung eines öffentlichen Grundstückes am Markt angedacht war, diese letztendlich dann aber doch ihren Platz in unmittelbarer Nähe zur Domänenburg fanden, stand für Gellersen eine Aufstellung der Sitzsteine mitten in der Natur von vorn herein fest.

Gemeinsam mit dem Groß Berkeler „Steynhauer“ Peter Wefer, der den Auftrag zur Aufstellung der Sitzquaderbänke von der örtlichen SPD erhalten hatte, machte sich Dr. Thomas Forche nun ans Werk und brachte die Steine an die vorgesehenen Standorte. Dabei musste beispielsweise an der Aerzener Domänenburg darauf geachtet werden, dass die Rasenfläche mit einem Aufsitzmäher gepflegt wird und die Steine in einem passierbaren Abstand aufgebaut werden.

In Gellersen bieten die Sitzquader Spaziergängern und Wanderern die Möglichkeit, bei der Rast mit Blick ins Tal und auf den Grundweg einen „Ort natürlicher Stille“ zu genießen, wie der Ortsbürgermeister erklärt. In Grupenhagen wurde der Ortsmittel- und beliebte Treffpunkt am Dorfgemeinschaftshaus als Standort für die drei Sitzsteine gewählt. Die Sitzquader bestehen aus grauem Solling-Sandstein, einem Gestein, dass in der Farbgebung zwischen hellgrau, violett, gelblich und bräunlich schwankt und kaum Glimmer enthält. „Ein hartes und schwer zu bearbeitendes Material“, wie der „Steynhauer“ Peter Wefer erklärt.

Aus grauem Wesersandstein wurden früher vorwiegend Mauersteine, Kopfsteinpflaster, Treppenstufen, Kreuz- und Grabsteine sowie Schweinetröge und figürliche Kunstwerke hergestellt. Am Häufigsten wurde das Gestein allerdings zu Bruchsteinen verarbeitet, was aber nicht heißt, dass nicht auch bedeutende Bauwerke wie das Weltkulturerbe Schloss Corvey in Höxter oder das Löwendenkmal des Landgrafen Karl von Hessen in Bad Karlshafen aus grauem Wesersandstein entstanden. In der heimischen Region wurde dagegen für bedeutende Bauwerke der Obernkirchener Sandstein verwendet, wie Peter Wefer erläutert.

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