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Ortschaft Börry will ins Förderprogramm des Landes / Interesse auch in Amelgatzen

Sieben Dörfer in gemeinsamer Mission

Börry. Die sieben Dörfer des Ilsetales sind einen Schritt weiter, um die Planungen zur Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm des Landes voranzutreiben. Die Gemeindeverwaltung legte dem Ortsrat Börry erste Informationen vor, wie sich das Verfahren darstellen könnte. Ein Fachbüro müsste dazu den Antrag erarbeiten, wofür 11 600 Euro notwendig seien. Nach dem einstimmigen Beschluss des Ortsrates befasst sich am 24. Oktober der zuständige Fachausschuss des Gemeinderates mit dem Thema, dass die Gemeinde die Aufnahme der Ortschaft Börry in das Dorferneuerungsprogramm beantragen soll. Das bestätigte auf Nachfrage Ortsbürgermeister Rolf Keller am Tage nach der Sitzung.

veröffentlicht am 05.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

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Damit will das Ilsetal Neuland betreten. Die neuen Richtlinien des Landes sehen nicht mehr wie bislang die Förderung einzelner Dörfer vor. Mindestens drei Ortsteile müssen gemeinsam den Antrag stellen, um übergreifend das Programm der Dorferneuerung als Region umzusetzen. Keller geht einen Schritt weiter, wie bereits im Frühjahr berichtet: Alle sieben Dörfer der Ortschaft wollen diesen Weg gemeinsam beschreiten. Gute Grundlagen sieht er in der erfolgreichen Teilnahme in den vergangenen Jahren von Frenke, Hajen und zuletzt Börry an den Wettbewerben „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreis- und teilweise Landesebene. Aus dieser Zeit lägen umfangreiche Unterlagen vor, welche die Basis für ein Konzept zum Dorferneuerungsprogramm bilden könnten. Hinzukommen sollen Bessinghausen, Brockensen, Esperde und Latferde. Die Dorferneuerung könnte den sieben Ortsteilen mit insgesamt 1750 Einwohnern Möglichkeiten aufzeigen, um die Einrichtungen in den Dörfern übergreifend zu nutzen, die Zusammenarbeit zu verbessern, strukturelle Defizite abzubauen und beispielsweise den negativen Folgen des demografischen Wandels besonders im ländlichen Raum entgegenzusteuern.

„Ich erhoffe mir dadurch eine Menge für alle Beteiligten“, sagt Keller, wobei er nicht nur öffentliche Projekte in Zuständigkeit der Gemeinde meint. Besonders setzt er den Schwerpunkt der Erwartungen auf die privaten Investitionen, beispielsweise, um Altbauten umzunutzen. „Hier können wir mit finanzieller Förderung einen Anstoß geben, etwas am Leerstand zu ändern.“

Wie berichtet, hatte der Ortsbürgermeister zunächst gehofft, schon früher den Antrag zu stellen. Bei der Sitzung im Mai allerdings hatte Erster Gemeinderat Elmar Günzel davon abgeraten. Zum einen, weil dafür die personellen Kapazitäten im Rathaus fehlten, zum anderen, weil er vor einem ergebnislosen Schnellschuss warnte. Nun lotete die Verwaltung in der Zwischenzeit die Möglichkeiten aus, wie im Folgejahr ein Antrag eher zu einem Erfolg führen könnte. Dazu hatten Vorgespräche mit dem Fachbüro „Planungsgruppe Lange Puche“ mit Sitz in Northeim stattgefunden. Es hatte auf die hohe Nachfrage von Kommunen an dem Dorferneuerungsprogramm hingewiesen. „Da das Programm regelmäßig überzeichnet ist, wird ein ausgeprägter integrierter, handlungsfeldübergreifender, kooperativer sowie möglichst innovativer Ansatz erforderlich, um die Chancen auf Programmaufnahme zu verbessern“, heißt es bei den Planern. Auch Ortsbürgermeister Keller weiß, dass „da eine Menge Arbeit auf uns zukommt“, aber, so fügt er aus Sicht der Einwohner bei den Dorfwettbewerben hinzu: „Das kennen wir ja.“

Inzwischen deutet sich auch in anderen Gemeindegebieten Interesse an dem Programm des Landwirtschaftsministeriums an. Ortsbürgermeister Klaus Hinke fragte im Ortsrat Amelgatzen an, wie weit das auch für diesen Bereich möglich sein könnte. Dort bremste Bürgermeister Andreas Grossmann aber zunächst zu hohe Erwartungen – besonders wegen der Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, meinte er unter Hinweis auf Börry.

Denn das wird bei den vorliegenden Unterlagen schon jetzt deutlich: Mit den Kosten von 11 600 Euro für den Antrag ist es nicht getan. Sollte das Ilsetal ins Programm aufgenommen werden, müsste als nächster Schritt ein Dorferneuerungsplan aufgestellt werden. Kosten, die dafür bislang vorsichtig kalkuliert werden: gut 100 000 Euro. Auch wenn für diese Summe Fördergelder fließen würden: Die Gemeinde müsste dennoch einen Eigenanteil von voraussichtlich 58 000 Euro tragen. cb

Auch Hajen – hier der zentrale Zimmerplatz – hat schon erfolgreich am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen.

gm



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