weather-image
Seit über 50 Jahren züchtet der ehemalige Zoo-Fachhändler Papageien und Großsittiche

Sie sprechen und küssen – Adamcziks Vögel

Emmerthal (mod). Seit fast 50 Jahren züchtet Heinz Adamczik Papageien und Großsittiche. Zurzeit pflegt er rund 200 Vögel, um sie an Privatkunden oder andere Züchter weiterzuverkaufen. Der rüstige 80-Jährige wird dabei von seiner Frau Astrid Adamczik unterstützt. „Die Vögel halten uns fit“, ist sie überzeugt.

veröffentlicht am 04.02.2009 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:21 Uhr

Das Inka-Kakadu-Pärchen kommt ursprünglich aus Australien.
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Schon als Kind habe er Kanarienvögel gehabt, erinnert sich der gebürtige Oberschlesier. „Anfang der 1960er Jahre habe ich mir meinen ersten Papagei gekauft.“ Zwanzig Jahre hat Adamczik mit seiner Frau ein Lebensmittelgeschäft in Grohnde geführt, dann ein Zoogeschäft in Höxter und ab 1980 ein Zoogeschäft in Hameln, das seit über zehn Jahren seinem Sohn gehört.

Nach einem Jahr

sprechen manche Arten

„Ich liebe die Vögel, sie sind ein Hobby für mich“, sagt Adamczik über seine Pfleglinge. Seine Kunden würden sich oft einen Vogel anschaffen, mit dem sie sprechen können, nachdem der Ehepartner gestorben sei. Adamzcik weiß, welche Art dafür geeignet ist: „Ein Graupapagei oder eine Amazone sind gut auf Menschen bezogen und am gelehrigsten. Nach einem halben Jahr fangen sie das Sprechen an.“ Mit einem Hund könne man sich nicht so unterhalten wie mit einem Papagei, außerdem müsse man ständig mit ihm Gassi gehen. Für einen Vogel brauche man nur einen möglichst großen Käfig. „Er sollte aber auch immer wieder mal im Zimmer fliegen können“, rät der Züchter.

Auf die Kropfmilch der Vogel-Eltern sind Adamcziks Zuchtvögel nicht mehr angewiesen, wenn er sie verkauft: „Wir füttern sie solange, bis sie selbstständig sind“, erklärt er. Den Kunden gebe er immer Weichfutter mit, damit der Vogel die Besitzer beim Füttern als „Eltern“ akzeptiere. „Ich habe immer Tränen in den Augen, wenn ich einen Vogel weggebe“, verrät der 80-Jährige, denn „er ist wie ein Kind für mich.“

„Coco“ kennt die

Adresse seiner Besitzer

Damit der Papagei oder Großsittich im neuen Zuhause auch gut aufgehoben ist, gibt Heinz Adamczik ein paar Pflegehinweise: „Am besten legt man frische Äste zum Nagen in den Käfig.“ Für den Zeitvertreib empfiehlt er spezielles Papageien-Spielzeug wie Spiegel, Glocken, Schaukeln und Stricke. Papageien und Großsittiche brauchen zwar spezielles Futter, doch zwischendurch könne man ihnen immer wieder Obst geben, sagt der Fachmann. Zum Schlafen steckten die Vögel dann ihren Kopf ins Gefieder.

Einem Rentnerehepaar in Hameln hat Adamczik einen Graupapagei verkauft. Von seinem ehemaligen Schützling weiß Adamczik, dass „Coco“ mittlerweile bei verschiedenen Gelegenheiten spreche. Wenn das Ehepaar zum Einkaufen gehen wolle und deshalb die Jacken anziehe, rufe „Coco“ jedes Mal: „Wo wollt ihr hin?“ Sagten sie ihm, dass sie einkaufen gehen, spreche „Coco“: „Kommt aber bald wieder.“ Abends lasse der Graupapagei verlauten: „,Coco‘ ist müde, ,Coco‘ will schlafen.“ Wenn ihn seine Besitzer bei Heinz Adamczik abgeben, weil sie in Urlaub fahren, sage „Coco“ ihm die komplette Adresse inklusive Telefonnummer auf. Bei einem Fußballspiel, das das Ehepaar im Fernsehen anschaue, rufe „Coco“ immer: „Wir werden Weltmeister! Tor! Tor! Tor!“

Von ehemaligen Kunden erhält der Züchter oft Briefe. Die kleine Lea berichtet unter anderem über ihren Graupapagei, den sie Max getauft hat: „Das Duschen unter laufendem Wasserhahn gehört zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, allerdings mag er das richtige Baden überhaupt nicht.“

Auch an seinem eigenen Graupapagei „Pacco“ hat Heinz Adamczik viel Freude. „Pacco“ gibt sogar Küsschen – aber nur seinem Pflegevater. Von seiner Vorbesitzerin habe „Pacco“ gelernt zu sagen: „Guten Morgen, wo ist mein Frühstück?“

Kunden aus

vielen Ländern

Adamcziks Kunden aus Tschechien, Dänemark, Südafrika, Holland und Belgien kommen oft extra angereist und suchen sich einen Vogel bei Heinz Adamczik aus. Er habe schon wieder Bestellungen fürs nächste Jahr, verrät er. Mit Kollegen tauscht sich der 80-Jährige gerne aus, deshalb ist er auch bei der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ) e. V.

Doch es muss für Heinz Adamczik nicht immer etwas Exotisches sein: „Ich habe auch ein Herz für einheimische Singvögel“, sagt der 80-Jährige. In seinem Garten habe er im Winter Futterstellen angebracht. „Besonders gut“ gefielen ihm die Goldhähnchen, denn „sie sind niedlich und fressen die Schädlinge“.

Liebevoll zieht Heinz Adam-czik seine Zuchtvögel auf, an denen er viel Freude hat. Pacco ist ein Graupapagei.

Fotos: mod



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt