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Grundwasser schonen

Senkung der Nitratwerte ist das Ziel

KIRCHOHSEN. Mit einem sogenannten „Düngerstreuer-Check“ haben Landwirten die Möglichkeit, ihre Maschinen auf Verteilungsgenauigkeit zu prüfen. Bei der Methode geht es vor allem darum, die Düngung so gezielt durchzuführen, dass die Pflanzen optimal versorgt sind, aber die Umweltauswirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Besonders die Belastungen für das Grundwasser sollen so verringert werden.

veröffentlicht am 21.04.2017 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 21.04.2017 um 15:40 Uhr

Bei der Querverteillungsmessung wird genauestens festgestellt, wie gleichmäßig der Mineraldünger aus den Streuern in die Auffangschalen fällt. Foto: br
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Burkhard Reimer Reporter
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„… und die Tendenz hält an.“ Dr. Hartmut Geries, Geschäftsführer der Geries Ingenieure GmbH, hält eine Grafik hoch, die seine Aussage untermauern soll. Dass nämlich die Nitratwerte im Grundwasser im angesprochenen Bereich stetig rückläufig sind. Bereits seit 1997 gibt es eine Kooperation der Hamelner Wasserwerke mit den Landwirten aus dem Bereich des Wasserschutzgebiets Hameln-Süd und der Interessengemeinschaft Weser, die eben dieses Ziel, die Senkung der Nitratwerte, verfolgt. Beratende Funktion hat dabei das vom Hamelner Wasserwerk beauftragte Ingenieurbüro Geries, das interessierte Landwirte zu einem „Düngerstreuercheck“ eingeladen hat.

Die fünf Landwirte, die sich dazu mit ihren Traktoren und Mineraldüngerstreuern auf einem Feld ihres Kirchohsener Berufskollegen Andreas Riecke am Vorwerk der Domäne Ohsen eingefunden haben, erhalten dabei die Möglichkeit, ihre Streuer unter anderem auf Verschleiß und Verteilungsgenauigkeit überprüfen und sie bei Bedarf entsprechend einstellen zu lassen. Als versierter Fachmann ist dazu Hans-Werner Heidemann, selbst Landwirt, vor allem aber Landtechnischer Ausbilder an der Deutschen Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA) Nienburg vor Ort. Denn genau darum geht es beim Einsatz von Mineraldünger: „Er muss“, wie Heidemann erläutert, „möglichst gleichmäßig erfolgen, wenn er umwelt- und grundwasserschonend und dennoch effektiv sein soll“.

Wie Dr. Geries, bekunden auch Heidemann sowie ein Vertreter der Hamelner Stadtwerke und der Sprecher der Kooperation, der Tünderner Landwirt Friedrich Hake, ihre Freude über das rege Interesse an dem Angebot. Die enge Kooperation der Wasserwerke und der Interessengemeinschaft Weser mit den Landwirten im Wasserschutzgebiet, seinerzeit bewusst langfristig konzipiert, zeitige inzwischen sichtbare Erfolge. „Hier und heute“, so Heidemann, „geht es nicht mehr um die ganz großen Schritte, jetzt drehen wir an den feinen Stellschrauben“.

Die Düngermengen aus den Auffangschalen werden von Hans-Werner Heidemann gewogen, die Ergebnisse danach am Computer verglichen und ausgewertet. Foto: br
  • Die Düngermengen aus den Auffangschalen werden von Hans-Werner Heidemann gewogen, die Ergebnisse danach am Computer verglichen und ausgewertet. Foto: br

Nachdem er an den einzelnen Streuern eine Checkliste hinsichtlich ihres technischen Zustands abgearbeitet und, wo erforderlich, Nachbesserungen vorgenommen hat, erfolgt eine so genannte Querverteilungsmessung. Dazu werden auf einer bestimmten Strecke in gleichmäßigen Abständen Auffangschalen aufgestellt, über denen die Streuer dann mit zuvor festgelegten Einstellungen ihren Mineraldünger verteilen müssen. Die Auffangmengen aus den Schalen werden danach gewogen und die Ergebnisse am Computer genauestens ausgewertet.

Später zeigt der Deula-Fachmann den Landwirten dann noch, wie sie dieses an sich recht aufwendige Messverfahren auf einfachere Weise selbst durchführen und so die mengen- und flächenmäßig richtige Verteilung des Mineraldüngers auf ihren Feldern sicherstellen können.

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