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Börryer Museum weckt bei Hermann Hollas Erinnerungen an Ausbildung in Gellersen

Senior kennt alte Bandsäge aus der Lehre

Emmerthal/Aerzen. Wer ist Meister Krummholz und was sein ehrbares Handwerk? Das sind nur zwei von vielen Fragen, auf die die Besucher beim traditionellen Erntefest mit Bauernmarkt im Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry am kommenden Sonntag mit Sicherheit eine anschauliche Antwort erhalten. „Solange auf Rädern noch rollen die Wagen, brauchen wir Stellmacher nicht zu verzagen. Wir pflegen den alten Handwerksgeist, lustig ist alles, was Stellmacher heißt“, lautet der Spruch, den Hermann Hollas in der Werkstatt seiner Zunft im Museum aufgehängt hat.

veröffentlicht am 01.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

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Seit genau einem Jahr unterstützt der 81-jährige Hämelschenburger nun schon den Museums-Stellmacher Fritz Spiegel, der der alten Werkstatt im ehemaligen Schweinestall erst vor kurzem neues Leben eingehaucht hat. Eine Werkstatt ohne laufende Maschinen, das geht gar nicht – auch nicht im Museum, lautete die Devise des Grießemers. Und so hat er mit viel ehrenamtlichem Engagement in unzähligen Stunden die alten Schätze wieder zum Laufen gebracht.

Genau so ein wieder auferstandenes Schätzchen hat beim letzten Erntefest das besondere Interesse von Hermann Hollas geweckt. An der alten Bandsäge, einer Leihgabe von Hermann Möhlenbein aus Gellersen, hat der Senior aus Hämelschenburg seine Stellmacher-Lehre absolviert. „Sofort kamen die Erinnerungen an meine schöne Zeit in Gellersen wieder hoch“, erinnert sich Hermann Hollas an den Moment, als er sah, dass man an „seiner guten alten Bandsäge“ wieder richtig arbeiten konnte. Er kam mit Fritz Spiegel ins Gespräch und ging erst wieder, als das Fest vorbei war. In der Zwischenzeit hatte er sich nützlich gemacht und Axtstiele gebaut – gelernt ist schließlich gelernt. „Eigentlich wollte ich Schmied werden, aber ich fand keine Ausbildungsstelle. So hat meine Großmutter die Initiative ergriffen und beim Kirchgang den Ausbildungsvertrag mit Hermann Möhlenbein ausgemacht. Am 23. April 1946, am Tag nach Ostern, konnte ich in Gellersen anfangen und habe so dreieinhalb Jahre den Beruf des Stellmachers gelernt – gegen freie Kost und Logis“, erzählt Hermann Hollas, der während seiner Lehrzeit, wie damals üblich, beim Lehrmeister in Gellersen wohnte.

„Im ersten Lehrjahr durfte ich noch nicht an den Maschinen arbeiten“, erinnert sich der Senior. Die Palette der Arbeiten, die von der Stellmacherei Möhlenbein bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts erledigt wurden, reichte von Stellmacher- und Böttcherarbeiten über den Fenster- und Türenbau bis hin zu Tischler- und Zimmerarbeiten. „Es gab eine Band- und eine Kreissäge, eine Drechselbank und einen Abrichter, der Rest war Handarbeit“, erzählt Hermann Hollas. Und wie zur damaligen Zeit ebenfalls üblich, beschränkte sich das Einsatzgebiet des Auszubildenden nicht nur auf die Stellmacher-Werkstatt. „Auch im Garten, bei der Feldarbeit und der Ernte packten damals alle mit an – Lehrjahre sind schließlich keine Herrenjahre“, so der rüstige Senior, der auch zukünftig den Museums-Stellmacher Fritz Spiegel tatkräftig unterstützen möchte.sbr



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