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Jan Ehlers schuf Skulptur aus mächtigem Eichenstamm / Werk gehört zu Projekt im Kreis Höxter

Schweres Ochsengespann geht auf die Reise

Hajen (ag). Der Emmerthaler Bildhauer Jan Ehlers wohnt zwar sehr ländlich in Hajen an den Weserwiesen, aber das lebensgroße Ochsengespann, das in seinem Garten steht, überrascht einen doch. Aus einem mächtigen Eichenstamm gesägt, gehauen und geschnitzt, wartet das tonnenschwere Werk in dem offenen Unterstand, in dem es geschaffen wurde, darauf, als Auftragsarbeit des Projektes „Erlesene Natur“ des Kulturlandes Kreis Höxter an seinen eigentlichen Bestimmungsort transportiert zu werden.

veröffentlicht am 27.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Der ist im geplanten Erlebnisgebiet Kalkmagerrasen bei Ottbergen im Kreis Höxter. Dort soll der Ochse mit Wagen gemeinsam mit einer Rotte Wildschweinen und einer Schlange aus Holz, die von anderen Künstlern geschaffen werden, Kindern die Natur und deren erforderlichen Schutz näherbringen. Momentan befindet sich dort ein 14 Kilometer langer Rundwanderweg durch die Ortschaften Bruchhausen und Ottbergen im Bau. Dieser Naturwanderweg erschließt beiderseits der Nethe einen Teil der historischen Kulturlandschaft im Kreis Höxter. „Eine Besonderheit stellen hier die historischen Hohlwege dar, die von ebensolchen Ochsengespannen geschaffen, Jahrhunderte überdauert haben und im Zuge des Projektes teilweise wieder freigestellt werden“, erklärt Martina Krog, die beim Landkreis Höxter das Projekt betreut und gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Stefan Krooß und Eike Spellenberg zur Endabnahme der Skulptur nach Hajen gekommen ist.

Für Jan Ehlers, der schon einige Großskulpturen geschaffen hat, so auch die „Hüossen“ und den „Rufer“, die beide am Radwanderweg an der Weser stehen, war es ein besonders spannendes Projekt, in 250 Stunden Arbeit solch eine große, mehrteilige Skulptur aus einem Eichenholzstamm zu schaffen. „Die größte Herausforderung ist das enorme Gewicht. Schon die Anlieferung des Holzes war schwierig, da der Langholztransporter nicht auf das Grundstück kam“, erzählt der Künstler. „So konnten die tonnenschweren Stämme nur mit einem Kran über den Zaun möglichst weit in den Garten geworfen werden. Auf Holzrollen mit einer Seilwinde, wie die alten Römer, habe ich dann zentimeterweise den Stamm für den Corpus hierhergezogen. Spannend war auch das spätere Aufstellen und Einpassen der Beine. Der Ochsenkörper mit dem großen Kopf wiegt gut eine Tonne. Jedes Bein musste bis zu zehn Mal angehalten und eingepasst werden, damit der Ochse später auch fest und sicher steht.“

Dies geschah mithilfe von Kettenzügen, die unterm Dach des Unterstandes montiert sind. Ebenso musste das Joch für den Ochsen geschnitzt und angepasst werden, damit es den richtigen Sitz im Nacken hat und nicht verrutscht. „Das wiegt 60 Kilogramm und musste auch etliche Male angehalten werden. Da weiß man am Abend, was man getan hat.“ Und dann ist da ja nicht nur der Ochse allein, sondern er zieht einen Wagen mit zwei schweren Deichseln und großen Rädern, ebenfalls aus massivem Eichenholz.

Dennoch machen Jan Ehlers, der auf Ausstellungen und Bildhauersymposien im In- und Ausland vertreten ist, gerade diese großen Skulpturen aus Holz richtig Spaß. „Irgendwann mache ich noch mal einen richtig großen Riesen“, lacht er. Jetzt steht erst mal das Verladen des Ochsengespannes an. Dazu muss es aus Jan Ehlers’ Garten mithilfe eines Treckers bis zur Straße an der Kirche in Hajen transportiert werden. Erst dort kann es von einer Spedition verladen werden.



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