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Umsatz der Mestemacher-Gruppe um knapp sechs Prozent auf 135 Millionen Euro gestiegen

Schwarze Zahlen mit Aerzener Brot

Aerzen/Gütersloh. Der Vollkornbäcker Mestemacher, zu dem auch die Aerzener Brot und Kuchen GmbH gehört, hat nach einem Gewinn von 2,324 Millionen Euro im Jahr 2011 auch das vergangene Jahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Der Umsatz stieg um sieben Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von knapp sechs Prozent, wie am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Gütersloh bekannt gegeben wurde. Die Mestemacher- Gruppe produziert Pumpernickel, verschiedene Vollkornbrotsorten mit Bio- und konventionellen Zutaten, internationale Brotspezialitäten und Tiefkühlkuchen.

veröffentlicht am 03.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Von den aktuell 535 Mitarbeitern sind am Standort Aerzen rund 200 beschäftigt. Die Aerzener Brot und Kuchen GmbH erwirtschaftete laut der Veröffentlichung im Bundesanzeiger im Jahr 2011 einen Jahresüberschuss von 489 000 Euro nach Steuern. Im Jahr zuvor waren es noch 696 000 Euro gewesen. Am Standort Aerzen investierte die Gruppe nach Angaben der Mitgesellschafterin Prof. Ulrike Detmers im vergangenen Jahr allein 1,8 Millionen Euro in den Kauf und die Errichtung eines neuen Doppelstockofens. „Mit der Inbetriebnahme erwarten wir eine gleichmäßigere Hitzeverteilung und im Endeffekt eine schöne lockere Brotqualität“, erklärte Prof. Detmers dazu.

Im laufenden Jahr sind in Aerzen weitere Investitionen in ein neues Blockheizkraftwerk geplant, wie bereits eines im vergangenen Jahr bei Mestemacher in Gütersloh errichtet wurde. Durch die Umstellung der kompletten Energieversorgung am Standort Gütersloh seien der Umwelt etwa 1700 Tonnen CO2 erspart worden, bilanzierte das Unternehmen die energetische Maßnahme. Mit den Blockheizkraftwerken würden die Standorte vollständig und durchgehend mit Dampf, Strom, Warmwasser und Klimatisierungskälte sowie mit heißem Thermo-Öl zum Backen versorgt. Für das neue BHKW in Aerzen sind Ausgaben in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro geplant. Ein weiteres Projekt zur Verringerung der energetischen Aufwendungen ist die Installierung eines Energiemanagementsystems, um Schwachstellen beim Energieverbrauch zu erkennen und sie dann abzustellen.

Nach Investitionen in Höhe von 4,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr will die Mestemacher Gruppe in diesem Jahr erneut rund fünf Millionen Euro zu je einem Drittel in die Steigerung der Energieeffizienz, in Rationalisierungsmaßnahmen zur Förderung der Qualität und der Wettbewerbsfähigkeit sowie in Ersatzbeschaffungen zur Qualitätssicherung investieren.

„Unser Export hat eine sehr gute Entwicklung genommen“, erklärte Prof. Detmers im Gespräch mit der Dewezet. „Das vor einiger Zeit genannte Ziel, vor allem die Märkte in England, Frankreich, Skandinavien und Österreich zu erschließen, ist gut gelungen, weil die Konsumenten dort zunehmend gesundheitsbewusster werden.“ Sehr stark sei die Nachfrage nach Mestemacher-Brot auch in China. Das habe vor allem mit den Lebensmittelskandalen in dem Land und der dort extrem hohen Smog-Belastung zu tun. Insgesamt liege die Export-Quote stabil bei 24 Prozent und entwickle sich proportional zum Gesamtumsatz, erklärte Prof. Ulrike Detmers.

Gesundheitsorientierte Brote und die Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann sowie die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie lieferten sowohl dem Handel als auch den Verbrauchern Mehrwert und der Mestemacher-Gruppe auch im intensiven Wettbewerb ein gute Zukunft, wurde bei der Pressekonferenz prognostiziert. Der demografisch bedingt steigende Anteil gesundheitsbewusster Frauen, aber auch Männer, werde sich in den nächsten Jahren positiv auf die Nachfrage nach Mestemacher-Produkten auswirken.

Neu ins Produktsortiment aufgenommen hat die Aerzener Brot und Kuchen GmbH verschiedene Kuchen, die mit Stevia gesüßt sind und im vergangenen Jahr auf der Anuga in Köln vorgestellt wurden. „Die Verwendung von Stevia als Süßungsmittel ist angesichts steigender Diabetiker-Zahlen von Vorteil“, erläuterte Prof. Detmers die Gründe für diese Rezeptur. „Aber auch die steigende Zahl übergewichtiger Konsumenten zeigt, dass das Süßen mit Stevia absolut trendgerecht ist.“ Neu im Unternehmenskonzept ist auch die Verwendung kleinerer Brotpackungen, um so beim Konsumenten die Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern.

Sorgen macht sich die Mitgesellschafterin darüber, dass sowohl weltweit als auch in Deutschland die Roggenanbaufläche abnimmt. Roggen ist das von der Mestemacher-Gruppe vor allem verbackene Getreide. Das sei ein echter Risikofaktor, erklärte Prof. Detmers. Hinzu komme außerdem die Flächenkonkurrenz zwischen Teller und Tank.



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