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Abtragung um 50 bis 70 Zentimeter geplant

Schutz vor Hochwasser an der Emmer: Insel wird tiefergelegt

AMELGATZEN. Im Oberlauf der Emmer auf dem Gebiet der Gemeinde Emmerthal soll sich in absehbarer Zukunft besonders im Bereich Amelgatzen einiges tun. So soll die Insel südwestlich der Emmerbrücke um etliche Zentimeter abgetragen werden. Aber auch hinter der Brücke sind Maßnahmen zum Hochwasserschutz geplant.

veröffentlicht am 20.06.2017 um 17:44 Uhr

Das Luftbild zeigt die Insel zwischen Altarm und jetzigem Ablauf, die abgetragen werden soll. foto: brinkmann/pr
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Friedrich-Wilhelm Thies Reporter
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Diese könnten geringe Auswirkungen auf den dortigen Festplatz haben, berichtete Emmerthals Erster Gemeinderat Elmar Günzel in der jüngsten Ortsratsitzung.

Das Absenken der Emmerinsel in Amelgatzen zwischen dem Alt-Arm und dem jetzigen Hauptverlauf der Emmer steht im Zusammenhang mit Ausgleichflächen für das neue Baugebiet „Am Diestelflecken“ in Kirchohsen, berichtete Elmar Günzel. Die Umsetzung erfolge daher vom Landkreis mit der Unteren Naturschutzbehörde, selbstverständlich in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Die Insel mit einer Größe von 7000 Quadratmeter soll um 50 bis 70 Zentimeter abgesenkt werden. „Damit erreichen wir zum einen eine Renaturierung und zum anderen eine deutliche Verbesserung des Abschlusses von Wassermassen bei einem Hochwasser“, erklärte der Erste Gemeinderat. Es wird das Ziel verfolgt, dass die Insel bei Hochwasser überspült wird und sich quasi eine Art Feuchtwiese bildet. Denn der Hauptabschluss des Wassers soll zukünftig wieder über den Alt-Arm erfolgen.

Den Einwand von Anwohnern, dann ginge dort ein Teil Amelgatzer Kulturgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes „den Bach runter“, weil man in der Jugend dort etwa Volleyball gespielt habe, konnte Elmar Günzel entgegnen: „Damals hatte die Insel aber die Höhe, die wir jetzt wieder erreichen wollen. Der derzeitige Zustand ist durch Ablagerungen von Sediment entstanden. Und die Insel wird nicht ganz verschwinden.“ Eine Umsetzung sieht er für die Jahre 2018/19 als realistsich. Derzeit würden erstmal die Vorgaben für einen Förderantrag erarbeitet.

Doch auch gleich hinter der Emmerbrücke flussabwärts soll etwas in Sachen Hochwasserschutz geschehen. Um den Wasserdurchfluss unter der Brücke zu verbessern, sollen Kiesbänke beseitigt werden. „Wir wollen aber auch das Ufer zum Festplatz umgestalten. Es soll flacher auslaufen, auch wenn das vielleicht etwas Fläche zum Festplatz kostet, damit die Emmer nach dorthin ausufern kann“, verriet Günzel. Man könne sich sogar vorstellen, dort eine kleine Badestelle zu errichten, da die Emmer dann besser zugängig sei.

Werner Friebe als fachkundiger Bürger mahnte vor dem Hintergrund der geplanten Maßnahmen in Amelgatzen an, man solle aber Hämelschenburg nicht vergessen. Er regte an, den Ablauf in den alten Emmerlauf wieder zu herzustellen. Amelgatzen Ortsbürgermeister Helmut Brinkmann (SPD) merkte dazu an, dass es bei einem normalen Hochwasser für Hämelschenburg keine direkte Gefahr gebe. Ähnlich sehe es in Welsede aus. Aber auch er und seine Ortsratsmitglieder sehen Handlungsbedarf für den ganzen Emmerverlauf. „Ich würde daher gerne einen Arbeitskreis ins Sachen Hochwasser ins Leben rufen, mit Mitgliedern des Ortsrats, Bürgern und einem Fachmann als Berater.“

Eine gute Idee fand auch der Erste Gemeinderat Günzel, zumal es beim Ortsrat Emmerthal ebenfalls solche Planungen gibt und sich beide Arbeitskreise dann austauschen könnten, denn die Emmer müsste in ihrem gesamten Verlauf betrachtet werden, was auch in einem Gewässereinwicklungsplan für den Bach zum Ausdruck kommt.

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