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Nach Bericht des Landesrechnungshofes: CDU und FWE eröffnen Debatte um Standort Amelgatzen

Schule gerät in die Wahlkampfmühlen

Amelgatzen. Nach der Empfehlung des Landesrechnungshofes, 62 kleine Grundschulen in Niedersachsen zu schließen, eröffnet die Emmerthaler Ratsgruppe aus CDU und FWE die Standortdebatte für Amelgatzen. Zwar spricht sich Gruppensprecher und Bürgermeisterkandidat Rudolf Welzhofer nicht direkt für eine Schließung aus, doch, so heißt es in einem Grundsatzpapier der Gruppe: „Aufgrund der veränderten Rechts- und Sachlage erscheint der Erhalt der Grundschule Amelgatzen in der bisherigen Form nicht mehr möglich zu sein.“ SPD-Bürgermeister Andreas Grossmann, der für eine weitere Amtszeit kandidiert, widerspricht der Position von CDU und FWE: „Das ist im Moment kein Thema.“

veröffentlicht am 04.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 18:41 Uhr

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Aus Sicht des Rechnungshofs sind Schulen mit weniger als 50 Schülern nicht wirtschaftlich. Zudem sei es für die Schulen schwierig, Vertretungsunterricht oder Lehrerfortbildungen zu organisieren. Rechnungshof-Präsident Richard Höptner rät der Landesregierung, sich Instrumente zu schaffen, um Schulschließungen oder Schulverbünde anzuordnen. In die Prüfung mit eingeflossen war auch die Grundschule Amelgatzen mit damals noch 31, aktuell aber nur noch 27 Kindern.

In ihrem Konzept fordern CDU und FWE zügig eine Klärung der Rechtslage und des Investitionsbedarfes. Christdemokrat Welzhofer verweist darauf, dass in der aktuellen Finanzplanung der Gemeinde im Gegensatz zum Jahr 2012 für die Folgejahre keine Kosten für Amelgatzen, wo ebenfalls das Bildungskonzept mit Schule und Kindertagesstätte unter einem Dach vorgesehen ist, eingestellt seien. „Vermutlich will man die Wahrheit erst nach der Wahl sagen“, glaubt er, dass sich Verwaltung und Mehrheitsgruppe bereits von dem Projekt verabschiedet haben könnten. Sollte dem so sein, würden sich CDU und FWE dieser Entscheidung nicht verschließen. Welzhofer zeigt „zwar volles Verständnis für die Eltern“, die sich vor Ort den Unterricht für die Grundschüler wünschten, doch hält er die Finanznot der Gemeinde entgegen: „Wir haben ein riesiges Ausgabenproblem.“ Explizit fordert die Gruppe nicht das Aus der Schule, lässt die Schließung aber als eine Option offen. Vorrangig angestrebt werde jedoch, den Standort Amelgatzen als Außenstelle der Grundschule Kirchohsen zu führen, sagt Welzhofer.

Bürgermeister Grossmann erinnert daran, dass es eine „eindeutige Beschlusslage“ des Rates gebe, am Standort Amelgatzen festzuhalten. Dabei habe es sich nach „langem Ringen um einen politischen Kompromiss gehandelt“, mit Börry und Amelgatzen beiderseits der Weser die kleineren Grundschulen zu erhalten, während die Einrichtung in Grohnde geschlossen wurde.

Natürlich sei die aktuelle Zahl von 27 Schülern ein Punkt, der zum Nachdenken führe, räumt Grossmann ein. Zum Teil sei der Rückgang jedoch darin begründet, dass es bis zum vergangenen Sommer kein Ganztagsangebot gegeben hätte. Nach jüngsten Zahlen würden zum neuen Schuljahr aber mindestens 18 Kinder in Amelgatzen angemeldet, auch in zwei Jahren sei ein großer Schub zu erwarten. Damit, so der Bürgermeister, würde sich ein weiteres Entscheidungskriterium ergeben: Allein von den räumlichen Kapazitäten könnte diese Anzahl an der Grundschule Kirchohsen nicht geregelt werden. Grossmann: „Ich sage aber auch: Es kann keine Bestandsgarantie geben.“ Die aktuellen Geburtenzahlen im Schuleinzugsbezirk (2011: 5, 2012: 11; 2013: 4) seien kein Geheimnis. Die Planungen für das Bildungshauskonzept gehen aber weiter. Schule und Kindergarten hätten ein Raumkonzept erstellt, nun müssten die Kosten ermittelt werden. Ähnlich wie in Börry würden sie aber mit den Summen verglichen, die sich durch notwendige Investitionen an den einzelnen Einrichtungen ergeben würden, kündigt Grossmann an.

Die überregionalen Medienberichte über die Aussagen des Rechnungshofes, bei denen auch Amelgatzen genannt worden war, hatten bei Eltern vor Ort für Verunsicherung gesorgt. Das berichtet die kommissarische Schulleiterin Melanie Kugler. Die Schule versicherte ihnen deshalb in einem Brief, dass keine Schließung vorgesehen sei. „Auch erhalten ihre Kinder qualitativ guten Unterricht und werden für ihre weitere Schullaufbahn gut vorbereitet, was die weiterführenden Schulen uns in Gesprächen bestätigt haben.“ Der Brief zeigte Wirkung, so Melanie Kugler: „Die Situation hat sich schnell wieder beruhigt.“ cb

Nur 27 Kinder besuchen die Grundschule Amelgatzen. Im Sommer aber sind wieder 18 Anmeldungen

vorgesehen. Dana



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