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Der langjährige Ortsbürgermeister Missal gibt Parteibuch zurück / Ortsrat formuliert eigenen Antrag

Schuldebatte sorgt auch bei der SPD für Ärger

Grohnde (cb). Als Paukenschlag werteten viele den Rücktritt von Rolf Keller als Vorsitzender der Emmerthaler CDU-Gemeinderatsfraktion. Doch: Die Debatte um die mögliche Schließung der Grundschule Grohnde hinterlässt auch Gräben in der SPD. Horst Missal, langjähriger Ortsbürgermeister von Grohnde und politisches Urgestein der Sozialdemokraten, hat nach 34 Jahren sein Parteibuch zurückgegeben.

veröffentlicht am 01.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

Kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus: die Grundschule in Groh
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Mit Verbitterung reagierte Missal nun auf die jüngsten Entwicklungen, nachdem er dem Ortsrat zuletzt Vorwürfe gemacht hatte, nach dem Schimmelpilzbefall in der Grundschule nicht angemessen reagiert zu haben. Fast 25 Jahre lang war er in der SPD-Hochburg selbst Ortsbürgermeister, bevor sich der Grohnder, lange auch im Gemeinderat vertreten, bei den letzten Wahlen aus der Politik zurückgezogen hat. Zwar nannte er in seinem Schreiben an den SPD-Unterbezirk auch zwei bundespolitische Themen, doch den Ausschlag gab für ihn die Entwicklung vor Ort. „Die kann ich nicht mehr mittragen“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung.

Seinen Parteiaustritt begründete er in seinem Schreiben an erster Stelle mit der Unzufriedenheit über die Arbeit des SPD-geführten Ortsrates in Grohnde und der SPD-Vertreter im Gemeinderat zum Thema Schulschließung. „Man hat sich Grohnde regelrecht ausgeguckt“, erinnert er daran, dass nach dem Schimmelpilzbefall die Kinder aus dem Weserdorf vorübergehend die Grundschule in Kirchohsen besucht hatten. „Irgendwann wird dann auch der Kindergarten geschlossen“, befürchtet Missal. Seine Frau sei übrigens ebenfalls aus der Partei ausgetreten, und er wisse von zwei weiteren Grohndern, die ihr SPD-Parteibuch zurückgegeben hätten. Zumindest: Lothar Hahlbrock gehört nicht mit dazu, wie er berichtet. Zwar sei er ebenfalls gegen die Schließung der Schule, doch habe er sein Mandat im Ortsrat schon zuvor aus beruflichen und privaten Gründen aufgegeben, so Hahlbrock.

Der in die Schusslinie geratene CDU-Fraktionsvorsitzende Keller hatte seinen Rücktritt damit begründet, die Schulschließung nicht mittragen zu können. „Wenn politisch die Bildungshäuser durchsetzbar sind, dann an allen Standorten der jetzigen Grundschulen, auch eine Zweigstelle bei fehlenden Schulleitern ist möglich“, so Keller. „Wichtig ist, dass die infrastrukturellen Veränderungen in den Dörfern nicht noch von der Gemeinde verstärkt werden.“

Übrigens: Nicht nur Keller beteiligte sich an der Unterschriftenaktion, sondern auch der frühere Emmerthaler Gemeindedirektor Martin Delker – „aber als Bürger von Grohnde“, wie er hervorhebt. Delker, der keiner Partei angehört, mahnt: „Der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde muss weiterhin seine Wohnqualität behalten.“ Und dazu gehöre die Schule, da viele junge Familien dort lebten. Vor allem: „Es darf nichts übers Knie gebrochen werden“, sieht Delker einen übereilten Zeitplan, nach dem bereits am 1. Oktober ein Ratsbeschluss gefällt werden soll.

Heute wird zunächst mit Spannung die Ortsratssitzung (Beginn: 19 Uhr in der Sporthalle) zu den Veränderungen in der Schul- und Kita-Landschaft erwartet. Laut Maren Stelzer-Metje, die nicht nur Schulelternvorsitzende ist, sondern auch für die CDU dem Ortsrat angehört, hat das politische Gremium bereits in der Vorwoche vorab intern beraten. Nach ihren Angaben will der Ortsrat heute den Antrag an Verwaltung und Gemeindepolitik stellen, das Verfahren zur Schließung der Grundschule Grohnde nicht weiterzuverfolgen. Ortsbürgermeisterin Rita Bode (SPD) kündigte aber an, sich dabei der Stimme zu enthalten. „Zunächst geht es darum, die Eltern und Bürgerschaft noch einmal umfassend zu informieren“, sagte sie.

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