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Ortbürgermeister haben viele Wünsche für 2018 / Ganz oben steht der Ausbau der Infrastruktur

Schneller surfen, langsamer fahren

AERZEN. Zum Jahreswechsel gehören gute Wünsche und Vorsätze fürs neue Jahr traditionell dazu. Und so haben wir bei den Ortsbürgermeistern und Ortsbürgermeisterinnen im Flecken Aerzen einmal nachgefragt, was sie sich denn so von 2018 in Bezug auf ihre Ortschaft wünschen. Ganz oben steht der Ausbau der Infrastruktur.

veröffentlicht am 10.01.2018 um 14:35 Uhr
aktualisiert am 10.01.2018 um 17:10 Uhr

Die Landesstraße L 432 zwischen Grupenhagen und Königsförde befindet sich in einem desolaten Zustand. Statt die Straßenschäden auszubessern wurde bereits vor geraumer Zeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer verhängt. Foto: sbr
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Sabine Brakhan Reporterin
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Aerzens Ortsbürgermeister Dr. Thomas Forche braucht gar nicht lange nachdenken, um seine Zukunftswünsche zu formulieren: Er möchte Gellersen und als Fernziel den gesamten Flecken Aerzen zur wildbienenfreundlichsten Gemarkung im Weserbergland machen. Allerdings handelt es sich dabei um ein so kompaktes Projekt, dass dieses in den kommenden zwölf Monaten nicht abgeschlossen, sondern lediglich weiter vorangetrieben werden kann, wie er sagt. Auch in Sachen Ausbau des E-Mobilitäts-Netzes sieht Forche gute Chancen für seinen Zuständigkeitsbereich.

„Westfalen Weser Energie (WWE) wird in den kommenden Monaten die erste öffentliche E-Zapfsäule auf dem Parkplatz an der Marienkirche installieren“, so der Ortsbürgermeister und auch bezüglich einer Ladestation für E-Bikes in Gellersen hat Forche bereits Gespräche mit WWE geführt. In Bezug auf eine umfängliche Informationspolitik der Kommune über anstehende Arbeiten wie beispielsweise das Ausbaggern von Gräben sieht der Ortsbürgermeister noch Luft nach oben. „Der Informationsfluss über solche Arbeiten ist nicht immer perfekt.

Ich wünsche mir für die Zukunft, im Vorfeld darüber informiert zu werden, was anliegt, um auf Fragen aus der Bevölkerung besser reagieren zu können“, sagt Forche. Auch das Budget, das den Aerzener Ortsräten zur Verfügung steht, ist seiner Auffassung nach sehr knapp bemessen und reicht gerade einmal aus, um in seinem Fall den Repräsentationspflichten in der einwohnerstärksten Ortschaft des Flecken Aerzen nachzukommen. Der Ortsbürgermeister wünscht sich ein bisschen mehr finanziellen Spielraum und Möglichkeiten, um auch einzelne Projekte unterstützen und fördern zu können.

Ich wünsche mir für die Zukunft, im Vorfeld darüber informiert zu werden, was anliegt, um auf Fragen aus der Bevölkerung besser reagieren zu können.

Dr. Thomas Forche, Aerzens Ortsbürgermeister

Grupenhagens Ortsbürgermeister Friedhelm Senke wünscht sich, dass der desolate Zustand der Landesstraße L 432 zwischen Königsförde und Grupenhagen und dann weiter bis zur Landesgrenze endlich der Vergangenheit angehört und die Straßenschäden behoben werden. „Hier ist seit Jahres nichts weiter passiert, als die Geschwindigkeit aufgrund der zunehmenden Straßenschäden auf 70 Studenkilometer zu begrenzen“, bemängelt der Ortsbürgermeister. Darüber hinaus passieren zwischen Grupenhagen und der Landesgrenze immer wieder schwere Unfälle, wie Senke weiter anmerkt. Positiv sieht er ein anderes Straßenbauprojekt, für das sich der Ortsrat bereits seit Jahren immer wieder eingesetzt hat, und das 2018 nun endlich realisiert werden soll: die dringend notwendige Sanierung der Straßenverbindung zwischen Posteholz und Flakenholz und hier ganz speziell der Abschnitt „Im Stemmen“.

Auch Groß Berkels Ortsbürgermeisterin Renate Oetzmann wünscht sich Verbesserungen an der Verkehrssituation im Hummeort. Zum einen sollte ihrer Ansicht nach dringend die 30-km/h-Zone vor der Grundschule verlängert werden, zum anderen wünscht sie sich mindestens eine weitere Ampelanlage, um das Abbiegen auf die Bundesstraße aus der Dorfstraße beziehungsweise dem Dibbetweg zu erleichtern. „Zu den Stoßzeiten staut sich hier der Verkehr, und ein Abbiegen ist kaum möglich“, teilt die Ortsbürgermeisterin mit. Positiv sieht sie dem Kindergartenneubau in Groß Berkel entgegen, mit dem in diesem Jahr begonnen werden soll.

Auch Christa Jakobi, Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Reher, möchte ihren Wunschzettel gern an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Geschäftsbereich Hameln weitergeleitet wissen. Der Kreisel im Zuge der Ortsumgehung Aerzen muss noch gestaltet werden und auch in Sachen Fußwegverbindung zwischen dem Wirtschafts- und dem Fuß- und Radweg in diesem Bereich wünscht sich die Ortsbürgermeisterin eine praktikable Lösung vonseiten der Landesbehörde.

„Das wurde bei den Planungen schlichtweg vergessen und kann nun nicht auf den Flecken Aerzen abgewälzt werden, zumal dieser ohnehin schon bei der Planung auf weitere teuere Brückenbauwerke verzichtet hat, um die Kosten nicht zu treiben“, so ihre Meinung. Darüber hinaus ist es ihr dringender Wunsch, dass die Bürger in allen Ortsteilen über ein leistungsstarkes Internet verfügen können. „Und zu guter Letzt wünsche ich mir noch, der Landkreis würde seine Aufgaben gegenüber dem Flecken Aerzen wahrnehmen, damit vor Ort mehr finanzieller Spielraum für Investitionen in die Infrastruktur der Dörfer zur Verfügung steht“, beschließt Jakobi ihren Wunschzettel.

Für Corinna Menze, Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Dehmkerbrock, lässt sich der Wunsch an 2018 kurz und knapp zusammenfassen: langsam fahren und schnell surfen. Gemeint ist damit, dass der Ortsrat Dehmkerbrock eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer im Bereich der alten Dehmker Schule sowie eine Geschwindigkeitsreduzierung von 70 auf 50 Stundenkilometer an der Posteholzer Straße in Dehmkerbrock weiter verfolgen wird. Auch die Radwegverbindung zwischen Herkendorf und Halvestorf steht ganz oben auf der Agenda. Darüber hinaus wünscht sich der Ortsrat, in die Planungen in Sachen Breitbandausbau durch den Landkreis mit eingebunden zu werden, damit beispielsweise auch Dehmke und das Unterdorf von Herkendorf nicht vergessen werden, unterstreicht die Ortsbürgermeisterin.

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