weather-image
Wenn der Fallhammer der Kirchturmuhr in die Jahre kommt

Schlag auf Schlag

GROSS BERKEL. Mehr als eine Million Schläge – das hinterlässt Spuren, sichtbar und hörbar. Der Klang der Uhrschlagglocke an der Außenseite des Turms der St.-Johannis-Kirche lässt zu wünschen übrig. Die Ursache des Schadens ist aber nicht die Glocke, sondern der Fallhammer. Der wurde nun zur Instandsetzung demontiert.

veröffentlicht am 13.08.2018 um 13:24 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 14:40 Uhr

Industriekletterer Till Dörpmund und Küsterin Gisela Vogelsteller inspizieren den ausgebauten Uhrschlaghammer. Foto: sbr
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

In den Kirchen der Landeskirche hängen etwa 4500 Läuteglocken und etwa 630 starr in oder an den Türmen aufgehängte Uhrschlagglocken – eine Uhrschlagglocke hängt an der Außenseite des Turms der St.-Johannis-Kirche in Groß Berkel. Allerdings lässt der Klang dieser Uhrschlagglocke seit längerem zu wünschen übrig. Grund ist der Fallhammer. Zum einen ist er nicht mehr rund. Die Stelle, die über ein halbes Jahrhundert die Glocke traf, um jeweils die halbe und volle Stunde anzukündigen, ist deutlich abgeflacht, das erkennt sogar ein Laie. André Sander, der Kundendienstler für Läutemaschinen, Glocken und Turmuhren bei den Herforder Elektromotoren-Werken, erklärt Pastor Simon Pabst und Küsterin Gisela Vogelsteller darüber hinaus, dass der Fallhammer nicht mehr richtig arbeiten kann, weil die Prellfeder, die den Schlag abfängt, im Laufe der Zeit instabil geworden ist. „Der Fallhammer muss im Werk erst einmal wieder instandgesetzt werden“, lautet seine Diagnose. Dazu muss das sperrige Gerät allerdings erst einmal von der Außenseite des markanten Groß Berkeler Kirchturms abgebaut werden. Kein leichtes Unterfangen in etwa 18 Metern Höhe, denn so, wie sich die bauliche Umgebung der Uhrschlagglocke momentan darstellt, kann der Hammer zwar von innen abgebaut, aber nicht abtransportiert werden. Diese Aufgabe übernehmen die Hannoveraner Industriekletterer Thomas Krohn und Till Dörpmund. Während sich Krohn und Sander den engen Arbeitsplatz unter dem Dach der Kirchturmspitze teilen, ist Dörpmund für das sichere Abseilen des in die Jahre gekommenen Fallhammers zuständig. Unter den wachsamen Augen einiger Groß Berkeler Bürger lässt er den lädierten Hammer Meter für Meter vorsichtig zu Boden, ohne das Kirchturmdach oder die Uhr zu beschädigen. Allerdings hatten sich die Schaulustigen nicht unbedingt versammelt, um diese wenig spektakuläre Aktion zu verfolgen. Die Industriekletterer waren eigentlich bestellt worden, um den Kirchturm zu erklimmen und die Wetterfahne nach einem Blitzeinschlag wieder zum Drehen zu bringen. Allerdings machten starke Windböen diesen Plan aus Sicherheitsgründen vorerst zunichte. Ein zweiter Anlauf ist geplant, wenn der Fallhammer von der Instandsetzung zurück in Groß Berkel ist und wieder eingebaut werden kann. „So lange wissen wir dann eben mal nicht, was die Stunde geschlagen hat“, gibt sich Gisela Vogelsteller gelassen. Ihr bleibt ja nichts anderes übrig, denn auch das Glockengeläut ist seit dem Blitzeinschlag Ende Juli beeinträchtigt. „Eine unserer Läuteglocken schweigt, seit der Blitz unmittelbar vor einer Trauung beim Einschlag in den Turm die Läutemaschine zerstört hat“, berichtet die Küsterin. Das allerdings ist – im Gegensatz zur Uhrschlagglockenreparatur – ein Fall für die Versicherung.

Am Seil: Der ausgebaute Uhrschlaghammer wird vorsichtig zu Boden gelassen. Foto: sbr
  • Am Seil: Der ausgebaute Uhrschlaghammer wird vorsichtig zu Boden gelassen. Foto: sbr


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt