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Literarischer Spaziergang mit Lesungen an verschiedenen Orten

Schauriges in der Friedhofskapelle

GROSS BERKEL. Man nehme einen sternenklaren Herbstabend zu später Stunde, dazu den Gang über den lediglich von Kerzen spärlich beleuchteten Friedhof und obendrauf noch Edgar Allan Poes Kurzgeschichte „Das verräterische Herz“, den Klassiker der Schauerliteratur schlechthin. Eindrucksvoller kann die Kulisse für eine Krimi-Lesung nicht gestaltet werden. Man konnte es beim Gang zwischen den Gräbern schon ahnen: Das spannungsgeladene Finale des literarischen Spaziergangs durch Groß Berkel erwartete die rund 30 Teilnehmer in der Friedhofskapelle.

veröffentlicht am 17.09.2017 um 15:37 Uhr

Christine Pabst liest von Edgar Allan Poes „Das verräterische Herz“ in der Groß Berkeler Friedhofskapelle. Foto: sbr
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Zum Geleit stimmten Andreas Tomek und Barbara Reinecke vom Gospelchor musikalisch auf das von Christine Pabst hervorragend Interpretierte ein. Unter dem Motto „Leselust liest“ hatte der Lesekreis der St.-Johannis-Kirchengemeinde dazu eingeladen, an drei Orten mit besonderer Atmosphäre Vorleserinnen zu lauschen. Zum Auftakt der Premierenveranstaltung übernahm Heidi Gatzlaff die Rolle der Nachtwächterin, selbstverständlich stilvoll ausgestattet mit einer Laterne, die die Teilnehmer mit auf einen Spaziergang durch den Hummeort nahm. Erste Station: die große, über zwei Geschosse reichende hohe Diele im ältesten Gebäude des Ortes auf dem Hof Redeker. Über Generationen diente sie als Hauptaufenthalts- sowie Arbeitsraum und nun – zur Premiere des literarischen Spaziergangs – war sie in einen wunderschön herbstlich geschmückten „Hörsaal“ verwandelt worden. Und welche Geschichte könnte zu diesem ländlichen Ambiente besser passen, als die von Susanne Horch aus dem „Beetgeflüster“ von Jens F. Meyer vorgetragene besondere Verbundenheit des heimischen Autors zu seiner Amsel Weißfleck. Ein gesungenes und gespieltes Halleluja bringt diesen besonderen Moment des Glücks auf den musikalischen Punkt. „Die Geschichte passt einfach hierher, schließlich kann der Amselherr bei jedem von uns im Garten vorbeischauen“, erklärt die „Vorleserin“.

Der Weg durchs Altdorf zur zweiten Station führt zumindest literarisch in das Schrebergartenhaus einer alten Dame, die sich eines fremden Mannes entledigt, um ihn dann die „Radieschen von unten“ sehen zu lassen. Mit dem erbeuteten Geld des vergifteten Bankräubers erfüllt sich Käthe Rommerskirchen anschließend lang ersehnte Reiseträume. „Mal eine andere Art von Versorgung aus dem eigenen Garten“, kommentierte eine der Besucherinnen das mörderisch gut von Maren Campe Vorgelesene, das aus dem Band „Mord im Grünen“ stammt, der neben den 20 Krimis auch Gartentipps bereithält. Übrigens: Die zweite Lesestation war keine Datsche, sondern die mächtige Kirche.

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