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Gemeinde muss bei Bauprojekten mit höheren Kosten rechnen / Grossmann: „Preise steigen extrem an“

Schattenseiten der guten Konjunktur

EMMERTHAL. Eigentlich gab es eine gute Nachricht zu verkünden: Die Bauarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus Emmern – seit langer Zeit erwartet und in vielen Variationen diskutiert – haben endlich begonnen. Dann gab es für die Politiker einen Dämpfer. Die kalkulierten Kosten von 356 000 Euro reichen nicht. Architektin Katja Löneke geht davon aus, dass 65 000 Euro zusätzlich benötigt werden. Und es gibt weitere Beispiele.

veröffentlicht am 14.11.2018 um 17:00 Uhr

Nach langer Zeit der Planungen hat die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Emmern begonnen. Die Kosten sind gestiegen, weil es nicht nur unerwartete Arbeiten gibt, sondern auch, weil die Firmen höhere Preise verlangen. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Zuvor hatte Diplom-Ingenieur Stefan Wiese bereits eine Hiobsbotschaft überbracht. Um die Hagenohsener mit Trinkwasser aus Kirchohsen zu versorgen, müssen 450 000 Euro investiert werden. Zunächst waren 275 000 Euro im Gespräch. Wiese nannte die konjunkturelle Entwicklung als Grund, weil die gut ausgelasteten Firmen die Preise nach oben schrauben würden.

Schwer kalkulierbare Punkte für die Gemeinde, die gerade erhebliche Investitionen vor sich hat. Zwar äußerte sich Bürgermeister Andreas Grossmann in der Sitzung des zuständigen politischen Fachausschusses nicht zu dem Thema, doch auf Nachfrage erklärte er gestern: „Ob im Hoch- oder im Tiefbau – die Preise steigen extrem an.“ Schon vor einem Jahr hatten im Rathaus die Alarmglocken geschrillt, als es um die Sanierung der Sandstraße in Emmern ging. Für Fahrbahndecke sowie Kanäle und Trinkwasserleitung kletterten die Kosten nach damaligem Stand von etwa 300 000 auf 565 000 Euro. Was sich damals bereits abzeichnete, stellt sich für immer mehr finanzschwache Kommunen als Problem dar, wie Grossmann aus Gesprächen mit Amtskollegen weiß. „Egal, wo man hinhört“, sagt er.

Was für Handwerk und Baufirmen als Wirtschaftszweig erfreulich ist, können nicht alle Kommunen so einfach finanzieren. Das betrifft besonders auch Emmerthal, weil das Rathaus ein millionenschweres Investitionspaket für die nahe Zukunft – von Feuerwehren bis zu Schulen – auflegt. „Wir wissen nicht, wie lange die Kostenschätzungen noch Bestand haben“, sagt Grossmann. Von der Architektin für das Dorfgemeinschaftshaus Emmern habe er erfahren, dass einige Firmen mangels Konkurrenz „teils Wunschpreise“ verlangt hätten. Und Ingenieur Wiese stellte am Beispiel der Wasserleitung für Hagenohsen die unterschiedlichen Angebote im Vergleich von nur 15 Monaten vor – die Ansätze hatten sich bei Spitzenwerten sogar verdoppelt.

Laut Bürgermeister bekommt die Gemeinde inzwischen nicht nur die Folgen der gut gefüllten Auftragsbücher zu spüren. Jüngst sei es im Rathaus um Elektrofragen gegangen, wobei Lieferschwierigkeiten im Zuliefererbereich inzwischen als großes Problem gelten würden. Gibt es Licht am Ende des Tunnels? Vielleicht würden steigende Zinsen die Situation irgendwann ein wenig entspannen. Aber da sei noch der Fachkräftemangel, der immer mehr am Markt ankomme. Grossmann: „Das schlägt jetzt voll durch.“



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