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Schon wieder Großbaustelle auf wichtiger Zufahrt zum Schloss Hämelschenburg / 13 Prozent weniger Besucher

Saison verlief besser als befürchtet

HÄMELSCHENBURG.Trotz der Beeinträchtigungen durch die Großbaustelle in Amelgatzen - und damit auf einer wichtigen Verbindungsstrecke zu dem touristischen Aushängeschild: Die Einbußen bei den Besucherzahlen in Schloss Hämelschenburg waren in der Saison 2018 nicht so hoch wie ursprünglich befürchtet.

veröffentlicht am 12.11.2018 um 16:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 17:30 Uhr

„Die Besucher kamen aus aller Welt“: Die Schlossbesitzer selbst sprechen von einer ungewöhnlichen Saison. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Viele Wege führen zum Schloss Hämelschenburg – und das erleichtert die Besitzer. Groß waren schließlich die Sorgen zu Saisonbeginn im Frühjahr, weil die Brückenbaustelle in Amelgatzen eine wichtige Route direkt vor den Toren des als Hauptwerk der Weserrenaissance geltenden Schlosses zum Nadelöhr machte. Und das, obwohl im Jahr zuvor schon der Ohrberg wegen der Bauarbeiten an der Bundesstraße eine weiträumige Umleitung notwendig machte und die Zufahrt beeinträchtigte. „Trotz massiver Einschränkungen“ in der von April bis Ende Oktober dauernden Saison waren für Schlossbesitzer Lippold von Klencke die Einbußen bei den Besucherzahlen „offen gesagt, überraschend“ nicht ganz so gravierend gegenüber Jahren, wenn rund 20 000 zahlende Gäste kommen. „Die Einbußen waren dank des Bekanntheitsgrades des Schlosses mit 13 Prozent geringer als befürchtet“, zieht die Familie Bilanz. „Die Besucher kamen aus aller Welt, sei es zu Fuß auf dem Pilgerweg und dem Weserwanderweg, als Radwanderer, Busreisende und Autofahrer.“

Bauarbeiten gab es auch in eigener Regie – und die hatten es in sich. Von März bis August war ein Teil des Schlosses für den ersten Abschnitt der Fassadensanierung eingerüstet. Die Experten stießen bei der 400 Jahre alten Bausubstanz auf größere Probleme als erwartet – vor allem durch Rissschäden. Die Sanierung verlief aber dennoch planmäßig und erfolgreich. Die Rissschäden wurden nun behoben, Natursteinornamente erneuert, korrodierte Eisenklammern ersetzt und die Gesimse wasserfest gemacht. Lippold und Christine von Klencke sind dabei dankbar für die finanzielle Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Allerdings: „Die Baumaßnahme hat die bittere Erkenntnis gebracht, dass die Natursteinfassade alle 50 Jahre in dieser Form gewartet werden muss“, teilen die Besitzer mit. Die Vorbereitung des nächsten Bauabschnittes hat begonnen. Beginn? „Wir hoffen, im Frühjahr 2020“, meint Lippold von Klencke. Durch den ersten Teil der Sanierung, die quasi als „Musterachse“ gelte, gebe es „wertvolle Erfahrungen“ für die weiteren Arbeiten.

Noch steht als Höhepunkt des Jahres der Adventsmarkt vom 30. November bis zum 2. Dezember bevor, der mit über 60 Ausstellern im historischen Ambiente als Besuchermagnet gilt. Als weitere besondere Ereignisse der Saison nennen die Schlossbesitzer das Literaturfest Niedersachsen, zwei Kammerkonzerte, die Ausstellung von Artes Wesera, eine Reportage mit schönen Luftbildaufnahmen im RTL-Fernsehen und die Erlebnisführungen zum Reformationstag.

„Wertvolle Erfahrungen“: Die Schlosssanierung dauerte bis zum August. Hier Besitzer Lippold von Klencke (li.) mit Dietrich Burkart vom Hamelner Kuratorium der Denkmalschutz-Stiftung. Foto: cb

„Große Freude“ machten wieder die täglichen Führungen für die vielen interessierten Besucher, die 18 standesamtlichen Trauungen, die Fohlenschau, der Pfingstgottesdienst auf dem Schlosshof sowie die Gäste im Café und die Familienfeiern, blicken die Besitzer zurück. Sie haben für die Führungen speziell ausgebildete Frauen und Männer. Bei englischsprachigen Gruppen oder besonderen Anlässen aber lässt das Ehepaar von Klencke es sich nicht nehmen, selbst die Räume zu zeigen und über die bewegte Geschichte zu informieren. Lippold von Klencke bleiben zwei Führungen besonders in Erinnerung. Da war beispielsweise der Kulturkreis Weserrenaissance mit einem „sehr interessanten Erfahrungsaustausch zu historischen Bauwerken“. In einem Atemzug nennt er als zweites Beispiel den Singkreis Hämelschenburg aus der Nachbarschaft. Einige kannten die Räume des Schlosses noch aus der Zeit, als sie nicht öffentlich zugänglich waren, wie er sagt.

Gleichzeitig setzte die Familien die Bemühungen fort, das Rittergut weiter zu vernetzen. Als der Verein „Schlösser und Gärten in Deutschland“ im Juli tagte, nahm er neben der Insel Mainau und Schloss Lichtenstein auch Schloss Hämelschenburg als neues Mitglied auf. „Eine besondere Ehre“, sagt von Klencke über den Verein, der nach eigenen Angaben die kunst- und kulturhistorisch bedeutendsten Schloss-, Kloster-, Burg- und Gartenanlagen Deutschlands vertritt. „Der größte Zusammenschluss seiner Art in Deutschland“, heißt es in der Eigendarstellung.



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