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Mit viel Engagement und gutem Willen: Emmerthaler wollen Flüchtlingen den Alltag erleichtern

Runder Tisch steht vor großen Aufgaben

Emmerthal. Andreas Grossmann zeigt sich hochzufrieden. „Knapp 40 Interessenten am Runden Tisch, das ist ein vielversprechender Anfang“, so der Emmerthaler Bürgermeister. Das gemeinsame Ziel: die in diesem Jahr zu erwartenden Flüchtlinge in der ersten Zeit begleiten, Hilfestellungen geben, ihnen das Zurechtfinden im Alltag erleichtern.

veröffentlicht am 13.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:21 Uhr

Autor:

Ernst August Wolf
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Am Runden Tisch, der sich jetzt erstmals im Rathaus zusammenfand, saßen Vertreter der Kirchen, aus Politik und Verwaltung, der Sportvereine, der Tafel, des DRK und des Landkreises. „Wir alle wollen helfen, aber wie? Wie vernetzt man sich? Wie kommt man an das nötige Know-how?“, fragt ein Teilnehmer in die Runde.

In der Tat sind die Herausforderungen, vor denen die Teilnehmer stehen, gewaltig. Steht die Organisationsstruktur derzeit jedoch noch fast bei Null. 42 Flüchtlinge seien bereits schon untergebracht, so Dirk Hoppenhöft vom Fachbereich 2 der Gemeinde, die Restquote von etwa 40 bis 50 werde im Laufe des Jahres noch erwartet. Grossmann: „Das wird aber erst der Anfang sein. Das Thema wird uns auch in den kommenden Jahren begleiten.“

Deshalb sollen in Emmerthal nun Strukturen geschaffen werden, die eine funktionierende Willkommenskultur möglich machen. Dabei kann durchaus auf bereits in anderen Kommunen Vorhandenes zurückgegriffen werden. Etwa in Kooperation mit Aerzen, aber auch mit Organisationen wie der kirchlichen „ACKH-Flüchtlingshilfe“, für die Dr. Heinrich Kasting potenzielle Flüchtlingspaten in die Möglichkeiten konkreter Hilfe einführt.

Vor allem die Beschaffung von geeignetem Wohnraum sowie die Verständigung seien die Hauptprobleme, stellten die Teilnehmer bei ihrem Treffen fest. „Wir brauchen dringend Wohnungen, die Ortsräte müssten sich mal um Leerstände kümmern und Objekte melden“, schlug ein Teilnehmer vor. „Wer von uns kann schon Arabisch? Wie sollen wir Sprachunterricht organisieren? Wie wäre es mit einem Dolmetscher-Pool, der per Handyabruf aktiviert werden kann?“ An kreativen Ideen und neuen Vorschlägen mangelte es nicht. Doch ob das alles ehrenamtlich zu bewältigen sein wird, war eine große Frage, die unbeantwortet blieb.

„Sport ist ein soziales Integrationsmittel“, so die Vertreter der Sportvereine. Sie sehen in der Zuwanderung eine Chance, schwindenden Mitgliederzahlen als Folge des demografischen Wandels entgegenzuwirken. Schulpflicht, Sprach- und Mobilitäts- aber auch Zuständigkeits- und Kommunikationsprobleme. All das türmt sich vor den Hilfswilligen auf.

Dringend gesucht wird deshalb vor allem eine Fachkraft, bei der auf Gemeindeebene die Fäden zusammenlaufen könnten. „Die muss organisieren, koordinieren können und sich mit Verwaltung auskennen. Vielleicht jemand, der so was früher in der Wirtschaft gemacht hat“, hofft Grossmann auf eine erfolgreiche Suche.

Der erste Erfolg des Runden Tisches: Für die Ortsteile Börry, Hajen, Kirch- und Hagenohsen sowie Amelgatzen erklärten sich Hilfswillige bereit, als Ansprechpartner zu fungieren. Ein erster kleiner Schritt auf einem langen Weg ist immerhin gemacht. Der Zweite soll nach Ostern erfolgen.



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