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Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland liebäugelt mit Wechsel in die alte Heimat

Rückkehr – oder doch nicht?

EMMERTHAL. Die Chancen stehen schlecht, dass das Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland wieder in Emmerthal angesiedelt wird. Bürgermeister Andreas Grossmann erklärte, dass die kalkulierten zusätzlichen Baukosten von vier Millionen Euro in keinem Verhältnis zu den zu erzielenden Mieteinnahmen stünden.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 21:19 Uhr
aktualisiert am 08.12.2017 um 13:07 Uhr

Das Luftbild zeigt die Grundschule (im Vordergrund) und die Johann-Comenius-Schule in unmittelbarer Nachbarschaft. Geprüft wird der Neubau eines multifunktionalen Gebäudes für beide Einrichtungen. Dort könnte auch das Bildungszentrum für Pflegeberufe
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Grossmann gab seine Einschätzung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Soziales und Kultur bekannt. „Dem kann ich nur zustimmen“, erklärte auch Gerd Feldmann, Vorgänger von Grossmann im Amt des Bürgermeisters und Vorsitzender des Vereins Altenpflegeschule Emmerthal, der die Altenpflegeschule über 30 Jahre in Emmerthal betrieben hat, bevor sie 2013 nach Hameln abgewandert ist. Allerdings sieht Feldmann doch noch Chancen, die Pflegeschule ins Bildungshaus in Emmerthal einzugliedern: „Wir müssen uns noch um Fördermöglichkeiten bemühen.“

Wie berichtet, prüfen die Behörden den Bau eines multifunktionalen Gebäudes gemeinsam für die Grundschule und die Johann-Comenius-Schule in unmittelbarer Nachbarschaft. Dort könnte dann entsprechend erweitert auch das Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland einziehen. Immerhin sieht Feldmann gute Gründe, die Pflegeschule in einem Komplex mit der Grundschule und den Schulen der Sekundarstufe I zu integrieren, die über Synergieeffekte in Verwaltung und Mensa weit hinausgehen. „Das Bildungshaus würde Schüler von der Grundschule bis hin zum Berufsabschluss unter einem Dach vereinen“, betont Feldmann. Und die Schulleiterin des Bildungszentrums für Pflegeberufe, Ulrike Bäßler, sieht in diesem Konzept der kurzen Wege eine Chance, gerade auch junge Menschen für einen Beruf in der Pflege zu interessieren: „Noch immer fehlen Pflegekräfte und hier bekommen die Schüler direkt die Chance, eine berufliche Perspektive in diesem sozialen Bereich zu entdecken. Im Rahmen von Kennenlernphasen haben sie die Möglichkeit, sich schon frühzeitig dieses Berufsfeld für sich zu entdecken.“ Und das werde noch spannender, wenn ab 2020 die Generalisierung des Berufes greift, also die Basisausbildung keine Unterscheidung mehr zwischen Kranken- und Altenpflege mehr vorsieht.

Das Bildungszentrum für Pflegeberufe Weserbergland gGmbH beschäftigt derzeit neun hauptamtliche Lehrkräfte, zwei Verwaltungsangestellte und mehrere Honorarkräfte. 100 Schüler werden über die drei Ausbildungsjahre hinweg unterrichtet, sodass jedes Jahr über 30 Schüler ihr Zeugnis erhalten. Das hat auch Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil beeindruckt, der sich die Schule bereits angeschaut hat. „Er zeigte sich auch angetan von dem Konzept des Bildungshauses in Emmerthal“, berichtete Feldmann, und hofft, mit ihm eine Idee zur Förderung dieses bislang einmaligen Konzeptes entwickeln zu können.

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