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Rübenkampagne - alles eine Frage der Logistik

Groß Berkel (ll). Sebastian Binder ist soeben in der Groß Berkeler Feldmark angekommen. Von Landwirt Wilhelm Köster wird er bereits erwartet. Am Wegesrand türmt sich ein riesiger Berg mit süßlichen Früchten, der zum Abtransport bereit ist. Von Transportfahrzeugen ist aber weit und breit nichts zu sehen. Binder zückt sein Mobiltelefon. „Wo bleibt ihr denn“, fragt er seinen Gesprächspartner. „Wir sind gleich da“, bekommt er zur Antwort. Kein ungewöhnliches Bild in diesen Tagen: Die Zuckerrübenkampagne im Weserbergland läuft auf Hochtouren. Mit ihr stehen auch beteiligte Menschen und Maschinen kaum still.

(Zwei Videos zum Thema)

veröffentlicht am 02.11.2009 um 17:29 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:21 Uhr

rüben
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Groß Berkel (ll). Sebastian Binder ist soeben in der Groß Berkeler Feldmark angekommen. Von Landwirt Wilhelm Köster wird er bereits erwartet. Am Wegesrand türmt sich ein riesiger Berg mit süßlichen Früchten, der zum Abtransport bereit ist. Von Transportfahrzeugen ist aber weit und breit nichts zu sehen. Binder zückt sein Mobiltelefon. „Wo bleibt ihr denn“, fragt er seinen Gesprächspartner. „Wir sind gleich da“, bekommt er zur Antwort. Kein ungewöhnliches Bild in diesen Tagen: Die Zuckerrübenkampagne im Weserbergland läuft auf Hochtouren. Mit ihr stehen auch beteiligte Menschen und Maschinen kaum still.
 Sebastian Binder ist verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Rübenkampagne in der Region. Der 27-jährige Aerzener ist als Einsatzleiter für die Zuckerrüben-Rode-Gemeinschaft Weserbergland (ZRG) im Moment unentwegt tätig. Dabei beginnt für ihn die Rübenzeit bereits im Frühjahr – auch, wenn die eigentliche Ernte der Hackfrüchte erst im September startet. Binder plant die Ernteflächen, schreibt Einsatzpläne, organisiert den Transport und ausreichend Personal, bevor es ihn dann im Spätsommer zur Rübenernte auf die Ackerflächen im Weserbergland treibt.
 Aus der Ferne rollen drei 40-Tonnen-Lkw an. Auf dem schmalen Pfad in der Groß Berkeler Feldmark ist definitiv kein Platz zum Drehen und Wenden. Der Abtransport der Zuckerrüben erfolgt nach dem Einbahnstraßen-Prinzip: Anfahrt aus der einen Richtung, Abfahrt in die andere. „Auch das muss gut geplant sein“, sagt Binder. Der junge Mann koordiniert die Einsätze von 17 Lastzügen, drei Rübenrodern und einer Verlademaus, die tagtäglich im Kreisgebiet unterwegs sind – und das rund um die Uhr. „Nur von samstags, 21 Uhr, bis sonntags, 22 Uhr, stehen Mäuse und Lkw still“, berichtet der ZRG-Mitarbeiter. Ruhezeit, in der sich ein Monteur um die Einsatzsicherheit der Maschinen in der Woche kümmern kann.
 Gute Koordination und eine funktionierende Logistik sind bei der Rübenkampagne unerlässlich. Schließlich ist die Zuckerrübe ein agrarkulturelles Sensibelchen: Frost, zu viel Feuchtigkeit, Schwitzwasser bei der Lagerung – all dies sind Beeinträchtigungen, die den Zuckergehalt einer Rübe von durchschnittlich 18 Prozent weit nach unten korrigieren und damit für die Zuckerwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Einbußen hervorrufen können. An Sebastian Binder liegt es, die Zeiten zwischen Rodung, Verladung und Abtransport möglichst gering zu halten. Sein Mobiltelefon ist dabei sein wichtigstes Arbeitsgerät, bis die Kampagne dann Mitte November enden wird.
 „Seit Anfang Oktober arbeiten wir im Zwei-Schicht-Betrieb“, erklärt Binder. Etwa 100 Mitarbeiter seien in die Kampagne im Weserbergland eingebunden.

 

Zu den Videos:

Zuckerrübenernte

In der Zuckerfabrik Nordstemmen

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