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Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale wird verabschiedet

Rolf Hüsing will erst einmal auf Reisen gehen

Kirchohsen (tis). Als sich Rolf Hüsing im Jahr 1978 auf eine Stelle bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) des Landkreises in Kirchohsen bewarb, rechnete sich der damals 26-Jährige ohne Feuerwehrkenntnisse keine großen Chancen aus. Heute blickt er auf 34 Jahre in der FTZ und 26 Jahre als deren Leiter zurück. Nun steht der Ruhestand des 59-Jährigen zum Ende des Monats bevor, und der Kfz-Meister wird die Feuerwehrtechnik gegen sein Hobby, Reisen mit dem Wohnmobil, tauschen.

veröffentlicht am 03.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Rolf Hüsing, der 1952 in Kirchohsen geboren wurde, begann seine berufliche Laufbahn als Lehrling bei der Firma Auto-Bode in Hameln, absolvierte zwei Jahre bei der Bundeswehr und fing 1973 in der Lkw-Werkstatt der Wesermühlen an, die damals noch in den Hallen der heutigen Sumpfblume untergebracht war. „Die Fahrer dort erzählten mir, bei der Feuerwehrzentrale in Kirchohsen würde ein dritter Mitarbeiter gesucht, der die damaligen Angestellten mit Hermann Bleibaum als Leiter und Friedrich Wiertz ergänzen sollte“, erzählt Hüsing. Er habe sich dann dort beworben, sich aber keine großen Chancen ausgerechnet. „Ich hatte mit Feuerwehr damals noch nichts am Hut“, erinnert er sich. Doch er bekam die Stelle zum 1. Oktober 1978 und, so war es damals Pflicht, trat in die Feuerwehr Kirchohsen ein. Schon bald, nämlich im Jahr 1980, wurde der damals feuerwehrtechnische Angestellte auch Kreisausbilder, schulte junge Feuerwehraktive in Sachen Atemschutz und als Pumpenmaschinisten. „Ich habe damals in der Anfangsphase der Kreisausbildung viel vom Kreisausbildungsleiter Dieter Wortmann gelernt. 20 Jahre lang habe ich diese Aufgabe gerne wahrgenommen.“

Auch in der FTZ ging es für Rolf Hüsing weiter voran. Es folgte die Meisterschule in den Jahren 1982/83. Nebenbei gründete der Kirchohsener Feuerwehrmann die Jugendfeuerwehr in seiner Ortswehr mit. 1985 wurde er vom damaligen Oberkreisdirektor Graumann zum Leiter der FTZ, oder – wie es in Feuerwehrkreisen heißt – Kreisschirrmeister ernannt.

Aus der Anfangszeit bei der FTZ erinnert sich Rolf Hüsing noch an viele Einsätze, die kreisweit mit dem Rüstwagen gefahren werden mussten, da seinerzeit neben der Feuerwehr Hameln nur die FTZ über solch ein Fahrzeug verfügte. „Wir haben ein Militär-Tankfahrzeug aus den Serpentinen bei Lauenstein geborgen, waren bei der Bergung eines Tanklasters der Briten aus der Weser in Hameln dabei oder mussten eine Person unter einem umgestützten Betonsilo auf der Baustelle des Kraftwerks Grohnde befreien“, erzählt der scheidende Kreisschirrmeister. Auch Einsätze nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, einem schweren Verkehrsunfall mit einem Gefahrgut-Laster bei Grohnde, bei dem zehn seiner Feuerwehrkameraden verletzt wurden, das Zugunglück in Bad Münder oder viele weitere schwere Unfälle bleiben Rolf Hüsing in Erinnerung. Dazu kommen Großbrände, etwa beim Schloss Schwöbber, dem Dorint-Hotel in Hameln oder der Hufelandtherme in Bad Pyrmont. „Sehr genau erinnere ich mich noch an den Großbrand 1979 in der Zuckerfabrik Kirchohsen. Da war ich das erste Mal unter Atemschutz im Einsatz“, erzählt er. Begeistert hat ihn an seiner Arbeit zum einen die Technik und vor allem, Menschen helfen zu können. Insbesondere, wenn es nach schweren Unfällen galt, eingeklemmte Personen aus den Fahrzeugen zu befreien.

Doch ein Kreisschirrmeister hat viele weitere Aufgaben. Zunehmend musste er auch Verwaltungsaufgaben erledigen und erlebte hautnah mit, wie die Feuerwehrtechnik immer moderner wurde. Der technische Fortschritt drückte sich auch darin aus, dass die Prüfungen der Fahrzeuge und Geräte immer umfangreicher wurden. Auch die Zahl der Mitarbeiter in seiner Verantwortung wurde aufgestockt. Heute sind fünf weitere Angestellte unter seiner Leitung in der FTZ tätig. Während Hüsings Amtszeit gab es vier Umbauten und Erweiterungen der Feuerwehrzentrale zu einer heutzutage modernen Feuerwehrwerkstatt und Ausbildungsstätte. „Zudem wurden während meiner Dienstzeit 24 neue Fahrzeuge bei der Kreisfeuerwehr in Dienst gestellt, die mit unter meiner Verantwortung standen. Alles zusammen mit den Bauten, Beschaffungen in Höhe von sechs bis acht Millionen Euro, für die ich auch mit verantwortlich war“, sagt der Kreisschirrmeister.

Eines war Rolf Hüsing aber auch immer wichtig: die Kameradschaft und Geselligkeit nach getaner Arbeit. Deshalb erinnert er sich gerne an die Wochenendseminare im Gut Voldagsen, an Treffen mit der Partnerfeuerwehr Amberg oder die Teilnahme an Wettbewerben.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand will er sich dem Wohnmobilreisen widmen. „Es soll wahrscheinlich vier Monate nach Spanien, Portugal, Frankreich und über Paris zurückgehen. Im Sommer wartet dann noch eine Kreuzfahrt nach Island auf mich“, freut sich der angehende Rentner. Aber auch sonst werde ihm sicher bei vier Enkelkindern nicht langweilig, meint Rolf Hüsing.

Über das Feuerwehrgeschehen werden ihn seine beiden Söhne, alle aktiv im Dienst, auf dem Laufenden halten. „Und auch in der FTZ wird der Name Hüsing weiter präsent sein, schließlich fängt mein jüngster Sohn, Matthias, hier an“, freut sich der Noch-Kreisschirrmeister.

Nach 26 Jahren als Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale geht Rolf Hüsing in den Ruhestand. Bevor er zur Feuerwehr kam, arbeitete der Kfz-Meister bei Auto-Bode und in der Lkw-Werkstatt der Wesermühlen. Hier arbeitet er an einer Feuerwehrpumpe.

Foto: tis

Rolf Hüsing bei seiner Amtseinführung 1978.

Foto: pr



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