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Zehnte Tat des Serienbrandstifters / Feuerwehrmann verletzt / 120 000 Euro Schaden

Rittergut-Scheune geht in Flammen auf

Welsede/Emmerthal. Die Serie der Brandstiftungen, die die Bürger in den Gemeinden Emmerthal und Aerzen nun schon seit Anfang Oktober beunruhigt, will nicht abreißen: Am späten Dienstagabend brannte eine große Scheune, die zum Rittergut Welsede gehört. Das etwa 30 mal 15 Meter große mit Heu und Stroh gefüllte Gebäude wurde innerhalb weniger Minuten ein Raub der Flammen. Als die ersten Kräfte aus Welsede und Amelgatzen eintrafen, habe die aus Holz gebaute und mit Ziegel eingedeckte Feldscheune lichterloh gebrannt, erzählt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Kay Leinemann, der den Großeinsatz geleitet hat. „Mir war sofort klar: Da ist nichts mehr zu retten.“ Ein Feuerwehrmann zog sich während der Löscharbeiten eine Verletzung am Kinn zu – die Wunde musste im Krankenhaus mit zwei Stichen genäht werden.

veröffentlicht am 13.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 14:19 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Dr. Hans-Detlev von Stietencron berichtet, er sei gegen 22 Uhr noch einmal zu den Pferden in den Stall gegangen. „Da war noch alles okay.“ Etwa eine halbe Stunde später habe er es knistern gehört. „Die Hunde haben im Haus angeschlagen, in den Fensterscheiben spiegelten sich Flammen.“ Das Feuer müsse sich unheimlich schnell ausgebreitet haben.

Bereits am Vortag war bei Reinerbeck ein vorsätzlich gelegter Brand entdeckt worden (wir berichteten). Auf einem Wochenendgrundstück hatte der Serientäter ein größeres Gartenhaus angezündet. Die von der Polizeiinspektion Hameln eingesetzte Ermittlungsgruppe (EG) fahndet mit Hochdruck nach dem Kriminellen. „Wir bitten um Hinweise aus der Bevölkerung, hoffen, dass jemand etwas Verdächtiges beobachtet hat“, sagte der Leiter der EG, Kriminaloberkommissar Fritz Tegtmeier, im Gespräch mit der Dewezet. In den vergangenen Wochen haben die Beamten zahlreiche Zeugen befragt und an den Tatorten viele Spuren gesichert. Gestern setzte die Polizei in Welsede und in Reinerbeck einen Brandmittelspürhund der Direktion Hannover ein. „Alex ist in der Lage, mit seiner feinen Nase kleinste Reste von Brandbeschleunigern aufzuspüren. An einer Stelle habe der dreijährige Schäferhund angeschlagen, verriet Hauptkommissar Jörn Schedlitzki am Nachmittag. Dort sei Brandschutt sichergestellt worden. Das Material werde nun in einem Labor des Landeskriminalamtes in Hannover untersucht.

Die Feuerwehren aus Welsede, Amelgatzen, Hämelschenburg und Grohnde waren um 22.34 Uhr zum Rittergut gerufen worden. Rasch wurde eine Schlauchleitung von der Emmer zur Scheune verlegt. Um genug Tanklöschfahrzeuge am Einsatzort zu haben, ließ Welsedes Ortsbrandmeister Dennis Below kurz darauf auch die Wehren aus Kirchohsen, Börry und Lüntorf anrücken. Die Feuerwehr Bad Pyrmont unterstützte die Kräfte aus Emmerthal mit Drehleiter und Löschfahrzeug. Auch das DRK war mit Rettungswagen im Einsatz. Die hauptberuflichen Rettungsassistenten wurden gegen Mitternacht von Mitgliedern der Schnell-Einsatzgruppe aus Marienau abgelöst. In der zweiten Nachthälfte wurden noch Feuerwehrleute aus Emmern, Voremberg und Hagenohsen nach Welsede geschickt. „Einige Kameraden hatten bis zur totalen Erschöpfung gegen die Flammen gekämpft. Deshalb haben wir Personal austauschen müssen“, erklärt Leinemann. Mit einem Trecker wurden etliche Heu- und Strohballen aus dem Gebäude ins Freie geschafft und auf einer Wiese abgelöscht. Auch ein Oldtimer und ein Anhänger wurden zerstört. Erst um 3.45 Uhr war der Großbrand gelöscht.

Löscheinsatz bis zur totalen Erschöpfung: Von dem etwa 30 mal 15 Meter großen Gebäude ist nur verkohltes Fachwerk übrig geblieben.

Einen Filmbericht und eine interaktive Karte mit allen Brandorten sehen Sie auf

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