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Politik befürwortet Neubaupläne nahe dem alten Standort – weil Supermarkt sonst Rückzug ankündigt

Rewe beansprucht mehr Platz in Aerzen

Aerzen (cb). Ein Investor plant nahe dem bisherigen Einkaufszentrum an der Blankschmiede in Aerzen einen Neubau für Märkte und Dienstleister. Einziger Interessent ist bislang laut Informationen aus dem Rathaus der Supermarkt Rewe. Und, so hieß es weiter: Sollte der Supermarkt dort zwischen der bisherigen Zufahrt, der Bundesstraße und dem Wohngebiet, nicht mehr Platz erhalten, wolle er sich aus Aerzen zurückziehen. Damit machte Thomas Noltemeyer, Bauamtsleiter im Rathaus, die Dringlichkeit der Bauleitplanungen deutlich. Die Politiker stimmten ihnen einstimmig zu – allerdings nicht alle aus voller Überzeugung.

veröffentlicht am 30.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:41 Uhr

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Friedel-Curt Redeker (CDU) sprach als Vorsitzender des Ausschusses für Bau-, Straßen-, Verkehrs- und Umweltangelegenheiten von einem „gewissen Druck“. Ein ähnliches Problem hätten die Groß Berkeler vor einigen Jahren erlebt, als dort ein Discounter seine bisherigen und heute nach wie vor leerstehenden Räume verlassen und einen größeren Neubau bezogen hätte. „Wir haben dort das Gleiche durchgemacht“, sagte der Groß Berkeler Ratsherr. Nach kritischen Anmerkungen aus der Einwohnerschaft, die in unmittelbarer Nähe des geplanten Neubaus wohnen, meinte Carsten Klein (SPD) auch unter Hinweis darauf, dass seit dem Sommer bereits ein Discounter mitten im Kernort geschlossen hat: „Wenn Rewe abwandert, dann haben wir wirklich ein Versorgungsproblem in Aerzen.“

Noltemeyer hatte vorab erläutert, dass Rewe nicht mehr zufrieden sei mit der Immobilie des bisherigen Einkaufszentrums. Mitte der neunziger Jahre gebaut, sei die Bausubstanz nicht mehr zeitgemäß und auch die Räumlichkeiten nicht den Vorstellungen des Mieters entsprechend, um das Warensortiment zu präsentieren. „Es ist deutlich signalisiert worden: Wenn es keine Änderung gibt, wird Rewe Aerzen verlassen“, sagte der Bauamtsleiter.

Als Investor tritt ein Unternehmen aus Bad Gandersheim auf. Vorgesehen ist in Richtung B1 ein Dienstleistungsgebäude etwa für Praxen oder Büros mit entsprechenden Stellflächen sowie ein Fachmarkt mit 700 Quadratmetern und der Rewe-Markt mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche, hinzu kommen 124 Parkplätze. Der Bebauungsplan sieht eine Eingrünung des Geländes vor, gleichzeitig ist aus Gründen des Lärmschutzes vorgeschrieben, den Parkplatz zu asphaltieren, gummibereifte Einkaufswagen zu nutzen und den Anlieferverkehr werktags von 6 bis 22 Uhr zu begrenzen. Ein Schallschutzgutachten vom „TÜV-Nord Umweltschutz“ zu den Plänen liegt bereits vor. Danach liegt die Lärmbelastung für die Nachbarschaft unter den Grenzwerten für reine Wohngebiete. Redeker empfahl den Einwohnern, die ihre Bedenken bei der Sitzung deutlich gemacht hatten, von ihrem Recht während der Planoffenlegung im Rathaus Gebrauch zu machen und Einwände zu verfassen.

Auf Nachfrage von Karl-Heinz Frevert (CDU), wie die Nachnutzung des bisherigen Einkaufszentrums aussehe und ob ein Nachmieter bekannt sei, konnte Noltemeyer keine zufriedenstellende Antwort geben. „Wir hoffen auf eine andere Nutzung“, meinte der Bauamtsleiter. Und: Wie die Absichten des benachbarten Aldi auf dem Gelände seien, bliebe ebenfalls offen. Noltemeyer: „Dort lautet die Aussage: Wir sind in der Findungsphase.“

Rewe will aus dem Einkaufszentrum heraus – und sich auf der anderen Seite der Zufahrt (kl. Foto) einen neuen Markt bauen lassen.

Fotos: Wal



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