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Kaninchen sollten eingeschläfert werden / Tiernotruf Aerzen hat alle Hände voll zu tun

Rettung für die kleinen Hopser

AERZEN. Es gibt sie immer wieder: Meldungen von sogenannten Tiersammlern, die mit der großen Anzahl von Kleintieren, die sie um sich scharen, hilflos überfordert sind. Unlängst wurde auch der im vergangenen Jahr als Verein gegründete Tiernotruf Aerzen mit einem solchen Fall konfrontiert. Der Hinweis kam von einer Tierärztin, berichtet Susanne Mundhenk-Alpert vom Vereinsvorstand.

veröffentlicht am 20.03.2017 um 11:41 Uhr
aktualisiert am 20.03.2017 um 18:00 Uhr

Die Zwergkaninchen sollten eingeschläfert werden. Der Tiernotruf Aerzen hat sie davor bewahrt und sucht jetzt nach neuen Besitzern. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Ein Vater hatte in der Tierarztpraxis nachgefragt, welche Kosten auf ihn zukommen, wenn er eine größere Anzahl Zwergkaninchen einschläfern lassen würde. „Natürlich wird ein verantwortungsvoller Veterinär niemals so einfach völlig gesunde Tiere einschläfern. Da die Tierärztin die Notlage des Mannes erkannte, setzte sie sich mit uns in Verbindung“, erklärt die Tierschützerin. Die Gellerserin machte sich auf den Weg und holte die insgesamt 14 Meerschweinchen und 17 Zwergkaninchen ab. Die Meerschweinchen haben inzwischen bei den „Gurkendieben“, einer Meerschweinchenauffangstation in Obernkirchen, ein neues Zuhause gefunden. Aus den ursprünglich 17 Zwergkaninchen, die Susanne Mundhenk-Alpert übergangsweise bei sich zu Hause aufgenommen hat und auf vier weitere Pflegestellen verteilen konnte, sind inzwischen 25 geworden. „Die tragenden Häsinnen haben inzwischen geworfen“, so die Tierschützerin.

Doch kaum hatte die Gellerserin die geretteten Zwergkaninchen untergebracht, klingelte das Telefon schon wieder und es wurde der Fund von zwei weiteren Zwergkaninchen gemeldet, die angeblich im Wald ausgesetzt worden waren. Auch diese beiden nahm die Tierschützerin bei sich auf und auch sie haben inzwischen drei Junge geworfen. Das Tragische an diesem Fall: Die Familie, die die beiden Tiere beim Tiernotruf Aerzen als angeblichen Tierfund aus dem Wald abgegeben hat, hatten zuvor mit einer Flohmarktanzeige zwei Zwergkaninchen zum Verkauf angeboten. Diese hatte Susanne Mundhenk-Alpert durch Zufall gelesen. „Aber am Ende geht es uns um das Tierwohl und ich möchte mir gar nicht vorstellen, was mit den Tieren passieren würde, wenn wir sie nicht aufnehmen und in liebe- und verantwortungsvolle Hände vermitteln würden“, sagt die Tierfreundin.

Aber am Ende geht es uns ums Tierwohl und ich möchte mir nicht vorstellen, was mit den Tieren passieren würde, wenn wir sie nicht aufnehmen.

Susanne Mundhenk-Alpert, Tiernotruf Aerzen

Zu einem verantwortungsvollem Umgang mit den Kleintieren gehört es für Susanne Mundhenk-Alpert und ihre Mitstreiter, dass die Zwergkaninchen geimpft und die Böcke zusätzlich kastriert werden, bevor sie abgegeben werden. „Die Schutzgebühr, die wir erheben, deckt unsere Kosten zwar nicht, aber mit Hilfe von weiteren Spenden kommen wir über die Runden. Würden wir die Tiere kostendeckend abgeben, wäre es noch schwieriger, neue Besitzer zu finden“, berichtet die Tierschützerin aus Erfahrung.

Einige wenige der possierlichen Zwergkaninchen konnten schon für neue Besitzer reserviert werden, doch ein Großteil der Mini-Meister Lampes sucht noch ein liebevolles neues Zuhause. Auch wenn die ersten Jungtiere in etwa zwei Wochen alt genug sind, um von den Müttern getrennt zu werden, möchte Susanne Mundhenk-Alpert sie nicht als Geschenke zu Ostern wissen. „An Tieren, die zu Weihnachten, Ostern oder zum Geburtstag verschenkt werden, verlieren die neuen Besitzer nicht selten sehr schnell das Interesse und am Ende landen sie wieder bei uns“, befürchtet die Gellerserin. Nach Ostern braucht der Tiernotruf Aerzen seine freien Pflegestellen aber erfahrungsgemäß wieder für die Mai-Kätzchen und ihre Mütter. Seit der Vereinsgründung im Juni wurden bis Dezember letzten Jahres 50 Katzen aufgenommen, kastriert und vermittelt. „Die Tendenz ist mit dem wachsenden Bekanntheitsgrad unseres Vereins ebenfalls steigend, sodass wir in diesem Jahr mit weit mehr Katzen rechnen, als im Vorjahr“, so die Tierschützerin. Deshalb hat sich die Gellerserin auch an den Flecken Aerzen gewandt und vom Ersten Gemeinderat Andreas Wittrock die schriftliche Zusage erhalten, die vom Tiernotruf Aerzen geforderte Kastrationspflicht für Katzen auf die Tagesordnung der nächsten Ortsrats- und Ratssitzungen zu setzen, damit die politischen Gremien das Thema beraten können.

Während Susanne Mundhenk-Alpert über die Problematik mit den Zwergkaninchen und den Katzen berichtet, weicht Terrier Rocky ihr nicht von der Seite. Der misshandelte und dann an den Aerzener Tierschutzverein abgegebene Hund (wir berichteten) wurde mittlerweile zum Vereinsmaskottchen und bleibt in der Gellerser Familie, weil seine Augenverletzung nach wie vor tierärztlich behandelt werden muss. „Ansonsten ist Rocky aber putzmunter“, so die Tierschützerin. Auch möchte sie die Gelegenheit nutzten und allen danken, die nach der Berichterstattung mit ihren Spenden dafür gesorgt haben, dass der junge Hund eine gute medizinische Betreuung erfahren und größtenteils genesen konnte.

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