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Team kümmert sich um Sitzgelegenheiten / Ärgerlich: Mutwillige Beschädigungen und Schilderklau

Reparaturen nicht auf die lange Bank schieben

Aerzen (sbr). Nicht nur der ADAC inspiziert regelmäßig die Rastanlagen innerhalb Deutschlands und Europas, auch der Aerzener Heimat- und Verschönerungsverein verfährt ähnlich. Allerdings handelt es sich bei den von den Heimatpflegern auf Zustand und Qualität überprüften Objekten nicht um Autobahnraststätten, sondern um etwa 80 Ruhebänke entlang des weitläufigen Wanderwegenetzes innerhalb des Aerzener Beckens. Regelmäßig zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, machen sich etwa 20 Ehrenamtliche, ausgerüstet mit allerlei Handwerksgerät und Farben, in kleinen Gruppen auf den Weg, um die Sitzgelegenheiten in Wald und Flur zu überprüfen und zu pflegen.

veröffentlicht am 07.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:41 Uhr

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„Um überhaupt erst einmal einen Überblick zu erhalten, wo wie viele Bänke im Bereich Aerzen aufgestellt sind und in welchem Zustand sich diese befinden, haben wir ein Bankkataster angelegt“, erklärt der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, Frank Schiffling. „Daraus wurde ersichtlich, dass an manchen Stellen die Bankdichte sehr hoch war und ein Teil der Sitzgelegenheiten nicht mehr benutzt wird“, so das Ergebnis einer ersten Bestandsaufnahme, die aber auch offenbarte, dass einige Bänke in einem so schlechten Zustand waren, dass sie repariert beziehungsweise ausgetauscht werden mussten.

„Natürlich leiden Bänke, die das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt sind. Darum werden die Sitzgelegenheiten in regelmäßigen Abständen von den Vereinsmitgliedern überprüft und gepflegt. Ärgerlich wird es immer dann, wenn wir sehen, dass beispielsweise am Grehberg ein Feuer auf einer Banksitzfläche entfacht wurde oder wir bei unserer Inspektion andere mutwillige Beschädigungen vorfinden“, erläutert Frank Schiffling. So fiel bei der jüngsten Bankpflegeaktion im Bereich Osterbreite am Lüningsberg auf, dass dort im Zuge der Holzabfuhr eine Bank so stark beschädigt wurde, dass sie ersetzt werden muss. In solch einem Fall kann das mobile Reparaturteam wenig ausrichten. Die Überreste der Bank müssen später abgeholt werden.

„Über solche Schäden werden wir manchmal durch den Verursacher informiert, meistens verbleibt das aber“, bedauern die Heimatpfleger. Sehr ärgerlich für den Verein ist auch das Werk von Souvenirjägern: Sie haben ein altes Schild mit der Aufschrift „Verkehrsverein Aerzen“ aus der Rückenlehne einer Holzbank gehebelt und diese dabei so stark beschädigt, dass die Bohle komplett ausgetauscht werden musste. Innerhalb eines Jahres investiert der Heimat- und Verschönerungsverein zwischen 800 und 1000 Euro in den Erhalt der rund 80 vereinseigenen Ruhebänke. „Das sind reine Materialkosten ohne den Arbeitseinsatz einzurechnen“, erklärt Frank Schiffling.

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  • Auch die Pfähle des Waldlehrpfades am Schierholzberg wurden erneuert.

Sein ganz besonderer Dank gilt den vielen Vereinsmitgliedern, die den Vorstand bei den Arbeitseinsätzen regelmäßig tatkräftig unterstützen. Ursprünglich waren es über 100 Bänke, die im Laufe von Jahrzehnten vom Verkehrsverein Aerzen und seinem Nachfolger, dem Heimat- und Verschönerungsverein, aufgestellt und unterhalten wurden. „Wenn wir sehen, dass auf einer relativ kurzen Wegstrecke gleich mehrere Bänke hintereinander stehen und ein Teil davon immer wieder grün wird, weil niemand mehr darauf sitzt, dann entfernen wir diese“, erklärt Frank Schiffling und setzt auf die einfache Regel „Qualität statt Quantität“.

Dabei ist es auch schon einmal vorgekommen, dass jemand ausgerechnet die gerade entfernte, kaum frequentierte Bank vermisst hat, weil er mit diesem Ort eine ganz persönliche Geschichte verbindet. „In so einem Fall erklären wir unsere Beweggründe und hoffen auf das Verständnis des Betroffenen“, sagt der Vorsitzende. Neben den Bänken, die der Verein aufstellt und pflegt, gibt es auch Bänke, die von Privatpersonen oder Institutionen gestiftet, aufgestellt und gepflegt werden, weiß Frank Schiffling. „Damit hat der Heimat- und Verschönerungsverein dann aber auch im Nachhinein nichts zu tun“, so der Vorsitzende. Die Bänke, für die der Verein zuständig ist, tragen in der Regel einen Hinweis auf den Ursprungsverein oder den jetzigen Vereinsnamen. Es sei denn, der Schilderklau hat wieder zugeschlagen …



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