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Anlage wegen einer „Kleinstleckage“ seit mehr als einer Woche abgeschaltet

Reparatur im Atomkraftwerk – Minister lässt sich informieren

GROHNDE/HANNOVER. Der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Umweltschutz, Stefan Wenzel (Grüne), hat sich gestern im Atomkraftwerk Grohnde über den Stand der Prüfungs- und Reparaturarbeiten informieren lassen. Nach einer laut Betreiber Preussen-Elektra kleinen Leckage an einer Messleitung war die Anlage am vorigen Wochenende vom Netz genommen worden.

veröffentlicht am 10.11.2017 um 18:02 Uhr

Landesumweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Atomkraftwerk Grohnde. Seine Behörde führt die Aufsicht über die Anlage, die wegen einer „Kleinstleckage“ vom Netz genommen werden musste. Foto: MU/pr

Autor:

Hand Siedler
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„Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung wurde festgestellt, dass eine geringfügige Undichtigkeit an einer Messleitung einer Hauptkühlmittelpumpe besteht“, hatte Preussen-Elektra mitgeteilt. „Die Undichtigkeit hat keine Auswirkung auf den sicheren Betrieb der Anlage.“ Es sei aber erforderlich, das Kraftwerk für die Dauer der Reparatur vom Netz zu nehmen. Minister Wenzel ließ sich vor Ort das Reparaturkonzept, die Auswirkungen auf die Anlage und die vorgesehenen Übertragbarkeitsprüfungen auf andere Anlagenbereiche erläutern. Dabei wurden insbesondere der Umfang der vorgesehenen Werkstoffprüfungen an der Schadstelle, das Verfahren und die geplanten Vorkehrungen gegen eine Wiederholung erörtert.

„Alle älteren Anlagen erfordern gerade auch in der Restlaufzeit ein besonders Maß an Vorsicht“, sagte Wenzel nach dem Besuch. „Alle Prüfungen müssen dafür sorgen, dass die Sicherheit bis zur letzten Minute gewährleistet ist.“ Die Prüf- und Instandsetzungsarbeiten in Grohnde dauern an. Wann die Anlage wieder ans Netz geht, blieb gestern offen. Preussen-Elektra hatte ein Zeitraum von „zirka einer Woche“ prognostiziert. Jeder Tag Stillstand ist kostspielig.

Das Kraftwerk läuft seit 1984, Ende 2021 soll es stillgelegt werden. Kritiker fordern seit Jahren ein sofortiges Aus für den Meiler, in dem es immer wieder Pannen gab. Preussen-Elektra hat die Stilllegung und den Rückbau des Atomkraftwerks kürzlich offiziell in die Wege geleitet. Mit Blick auf das lange Genehmigungsverfahren sei der Antrag vier Jahre vor der geplanten Stilllegung beim niedersächsischen Umweltministerium eingereicht worden, heißt es. So soll erreicht werden, dass nach der endgültigen Abschaltung sofort mit dem Rückbau begonnen werden kann. Damit will Preussen-Elektra auch den Fachkräften vor Ort eine berufliche Perspektive geben, denn sie werden auch nach der Außerbetriebnahme noch viele Jahre im Kraftwerk gebraucht.

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