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Areal auf dem Gelände der alten Zuckerfabrik geht in die weitere Planung / Gutachten zum Wohnungsmarkt

„Rege Nachfrage“ nach Bauplätzen

EMMERTHAL. Auf dem Wohnungsmarkt in Emmerthal könnte wieder Bewegung kommen, nachdem es in den vergangenen Jahren eine eher verhaltene Nachfrage gegeben hat. Im Mittelpunkt steht dabei ein Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik mitten im Kernort Es soll schon viele Anfragen geben, wie es heißt.

veröffentlicht am 31.01.2017 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 15:40 Uhr

Noch dicht bewachsen ist das Areal zwischen Weserwiesen und Bahnstrecke. Dort soll ein Baugebiet für 40 bis 50 Häuser entstehen. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Im Sommer hatte die Rehse-Gruppe (Bad Pyrmont) dort das letzte freie Areal zwischen Bahnstrecke, Weseraue und dem Einkaufszentrum gekauft. Ziel: Dort soll Platz geschaffen werden für 40 bis 50 Einfamilienhäuser, gegebenenfalls auch für Mehrfamilienhäuser, die mit öffentlichen Geldern aus dem sozialen Wohnungsbau gefördert werden könnten. Der zuständige Fachausschuss des Rates beschloss jetzt, dass der Bebauungsplan entsprechend geändert werden soll.

Beim Investor würden bereits Anfragen von Interessierten vorliegen, die dort ein Eigenheim errichten wollten, sagte Bürgermeister Andreas Grossmann. Darüber hinaus erinnerte er beim Neujahrsempfang der Gemeinde daran, dass es auch für das Baugebiet am Holzweg in Emmern einen Investor gebe. Für beide Flächen bestehe „rege Nachtrage“, sagte er. „Auf jeden Fall kann festgestellt werden, dass wir mit den beiden Baugebieten am Holzweg und am Distelflecken auf Jahre hinaus ausreichend Baugrundstücke im Kernort anbieten können.“

Im politischen Fachausschuss hob der Bürgermeister außerdem die Vorteile beider Flächen hervor, mit denen die Innenentwicklung im Kernort betrieben werde. „Es geht nicht immer nur um große Neubaugebiete an der Peripherie“, sagte er.

Diese Aussage deckt sich mit den Ergebnissen des sogenannten Wohnraumversorgungskonzeptes, das von den Kommunen des Landkreises mit Ausnahme von Hameln – die Stadt hat ein eigenes Gutachten zum Thema erstellen lassen – in Auftrag gegeben worden war. Ziel war es, die aktuelle und künftige Wohnungsmarktsituation zu beschreiben und zu bewerten. Das Konzept solle als Grundlage dienen, den Wohnungsmarkt bedarfsgerecht zu steuern. Das Thema „preisgünstiger Wohnraum“ stand im Mittelpunkt der Untersuchung, die nun auf 90 Seiten vorliegt.

Ein Flug über das Baugebiet

Neues Wohngebiet in Emmerthal from Dewezet on Vimeo.

Das Konzept gilt gleichzeitig als Voraussetzung, vom Land Zuschüsse für den sozialen Wohnungsbau zu erhalten. Auf Grundlage dieses Gutachtens hegt Bürgermeister Grossmann die Hoffnung, für den Investor Fördergelder akquirieren zu können, sofern er die Pläne für ein Mehrfamilienhaus weiterverfolge. Dabei verfüge der Landkreis eigentlich mit Ausnahme der Stadt Hameln über eine ausreichende Anzahl von Wohnungen. Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bevölkerungszahl bis zum Ende des Untersuchungszeitraumes 2030 weiter zurückgehe. Dennoch, so zitierte Grossmann die Überschrift eines Dewezet-Berichts zum Konzept in Bad Pyrmont: „Single, 65 Jahre alt, sucht Wohnung.“ Diese Aussage gelte ebenso für Emmerthal. Bedarf bestehe gerade für alleinstehende Ältere, die sich kleinen und hochwertigen Wohnraum wünschten, der bezahlbar sei, sagte der Bürgermeister.

Selbst wenn es grundsätzlich ein Überangebot gebe: Oft bestehe ein hoher Sanierungsbedarf bei den Gebäuden, die Wohnungen seien zu groß und nicht barrierefrei, sagte Grossmann. „Die Praxis sieht halt anders aus“ – oft seien die Eigentümer nicht in der Lage, die Häuser den heutigen Anforderungen entsprechend umzubauen.

Auch die Gutachter kommen in ihren Empfehlungen (Stichwort: „Qualitätvolles Schrumpfen und qualitativer Neubau“) zu dem Schluss: „Der Fokus sollte zukünftig auf ergänzenden, punktuellen und integrierten Projekten liegen. Das Ziel für den Wohnungsmarkt sollte sein, die Wohnqualität für die Bewohner zu erhöhen und ein nachfragegerechtes Wohnungsangebot auch bei einer rückläufigen Nachfrage bereitzustellen.“ Dabei sollte bei Neubauten auf eine zentrale Lage mit einer guten Versorgungsinfrastruktur und einer barrierearmen Wohnumfeldgestaltung geachtet werden.

Für den Bürgermeister ist deshalb klar, welcher Standort dafür in Frage kommt und mit dem nun vorhandenen Areal auf dem früheren Zuckerfabrik-Gelände zur Verfügung steht. Von Einkaufsmöglichkeiten über Hallenbad, Ärzte und Apotheke bis hin zum nahegelegenen S-Bahn-Anschluss, so meinte Grossmann: „Der Distelflecken ist dafür prädestiniert.“



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