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Oberschule in Aerzen legt Konzept vor / Ganztagsangebot soll ausgebaut werden

Reformpädagogik gilt als ein Schlüsselwort

Aerzen. Um den Standort Aerzen langfristig zu sichern, will die Schule im Hummetal ihr pädagogisches Profil weiterentwickeln. Vor zwei Jahren zur Oberschule umgewandelt, sollen die Leitlinien der Bildungseinrichtung konsequent dem neuen Konzept angepasst werden. „Wir müssen nicht bei null anfangen“, sagt Schulleiterin Cornelia Händchen. „Ganzheitliche Bildung in einer wirklich guten Ganztagsschule“ – so ist der inhaltliche Schwerpunkt überschrieben, für den organisatorisch, personell und mit entsprechender Ausstattung die Voraussetzungen geschaffen werden müssten. „Mit einer lauwarmen Lösung wäre uns nicht gedient“, meint Händchen. Das Konzept der Schule setzt darauf, einen reformpädagogischen Ansatz weiterzuführen, ohne dabei beispielsweise als Waldorf- oder Montessori-Schule etikettiert zu werden. Stattdessen sollten „die gelungenen Elemente vieler bereits bestehender Reformschulen integriert werden“.

veröffentlicht am 13.10.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:21 Uhr

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Bekanntlich sind die beiden weiterführenden Schulen in Emmerthal und Aerzen langfristig wegen zurückgehender Schülerzahlen in ihrer Existenz gefährdet. Der Landkreis als Träger der Einrichtung sieht sie deshalb in der Pflicht, entsprechende Konzepte zu entwickeln, um Schulschließungen zu vermeiden. In Arbeitsgruppen waren auch Vertreter von Grundschulen und Eltern, Politik und Verwaltungen beteiligt, auch die Meinung der Wirtschaft war gefragt. In dieser Woche sollen die Ergebnisse gemeinsam vorgestellt werden. Wie bereits berichtet, will die Emmerthaler Haupt- und Realschule vor allem auf das Bildungshauskonzept der Gemeinde setzen und dafür zunächst die organisatorischen Voraussetzungen erfüllt wissen. Dann sollten inhaltliche Punkte folgen.

Aus Aerzen liegt inzwischen eine umfangreiche Präsentation vor. In ihren Eckpunkten liest sie sich zwar eher wie eine Handreichung, die den pädagogischen Experten unter Hinweis auf viele Erlasse eine gute Grundlage auf Fachebene bietet. Verknüpft mit konkreten Erfahrungen aus dem Schulalltag, kann das Papier wohl aber auch für Eltern eine Entscheidungshilfe sein. Cornelia Händchen berichtet zumindest von Rückmeldungen direkt aus Aerzen, die in dem Konzept eine wichtige Empfehlung für die Kinder sehen. Zum Beispiel durch den sogenannten Epochalunterricht in den Sachfächern, der ausgebaut werden soll, um besonders selbstständiges Lernen zu fördern. Was sich dahinter verbirgt: Die Fächervielfalt wird je Jahrgangsstufe eingegrenzt, die Stunden konzentriert und projektbezogen unterrichtet. In der fünften Klasse etwa stehen vier Wochenstunden Biologie, in der sechsten Klasse dann stattdessen Chemie oder Physik auf dem Stundenplan. „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ nennt Händchen als pädagogischen Vorteil, sich für einen Zeitraum auf ein Fach zu konzentrieren. Statt einen Film über die Natur zu sehen, könnten projektbezogen außerschulische Lernorte aufgesucht werden. Ein Vormittag im Wald – der könnte die Lernerfolge verbessern. Wenn später die Berufsvorbereitung stärker den Unterricht bestimmt, folgen Betriebsbesuche. Schon jetzt würden die Schüler Firmen und Betriebe besichtigen, vor Ort wie bei einer Bäckerei anschaulich vielfältige Informationen von Hygienevorschriften über die Produktion bis zu betriebswirtschaftlichen Fragen aus erster Hand erfahren.

Die Schule strebt ein voll gebundenes Ganztagsangebot an. Dadurch sind die Schüler an drei Wochentagen – bislang an zwei – zum ganztägigen Besuch verpflichtet. Nur so könne die „lernfreundliche Rhythmisierung des Unterrichtstages erfolgreich umgesetzt werden“, heißt es in dem Konzept. Cornelia Händchen verweist zur Erläuterung darauf, dass schon jetzt der Stundenplan mit Unterrichtsblöcken stark auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet sei. Bildung sei auch in den sogenannten Pausen möglich. Um Interessen und Begabungen könne es ebenso gehen wie um ihre Sorgen und Nöte. Vor allem: Die Angebote zwischen den Unterrichtsblöcken tragen dazu bei, anschließend ein „effektives Lernen“ zu fördern, wie die Schulleiterin sagt.

Mit dem erweiterten Ganztagsangebot geht es den Verantwortlichen „nicht nur um einen zeitlich ausgedehnten Aufenthalt in der Schule, damit die Kinder verwahrt werden, sondern um sinnvoll verbrachte Lebenszeit“. Zwar sei das Angebot für alle verpflichtend, soll dafür aber auch eine Stunde früher als bisher enden. Damit soll auch dem Wunsch der Eltern entsprochen werden. Sie seien sehr zufrieden mit der Oberschule, weiß Händchen. Sie störe aber, dass die Kinder teilweise auch wegen der schlechten Busanbindungen spät nach Hause kommen würden. Das könnte sich dann ändern. Zumindest können Kollegium, Eltern und Schüler auf erste Erfahrungen mit der Oberschule zurückblicken – inzwischen wird der dritte Jahrgang unterrichtet. 44 Schüler begannen nach den Sommerferien mit der fünften Klasse. Schulleiterin Cornelia Händchen: „Das sind mehr als erwartet.“ cb



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