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Grund: Essensreste über Toilette entsorgt

Ratte in der Kloschüssel

AERZEN/GROß BERKEL. Eigentlich ist es ja ein stilles Örtchen, doch wenn beim Hochklappen des Klodeckels der Blick auf eine Ratte in der Toilettenschüssel fällt, ist es mit der Ruhe schlagartig vorbei. Dieses Schreckensszenario entstammt nicht etwa einem Horrorfilm, sondern in Aerzen tatsächlich so geschehen.

veröffentlicht am 07.11.2017 um 12:33 Uhr
aktualisiert am 07.11.2017 um 13:10 Uhr

Die Wanderratten haben sich in einigen Bereichen der Kanalisation in Aerzen und Groß Berkel breitgemacht. Fern von natürlichen Feinden führen sie dort ein Leben in Saus und Braus. Symbolfoto: dpa
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Dass sich der Vorfall tatsächlich zugetragen hat, bestätigt Schädlingsbekämpfer Stefan Berger aus Hameln.

Die Wanderratten haben sich in einigen Bereichen der Kanalisation in Aerzen und Groß Berkel breitgemacht, berichtet der Fachmann. Fern von natürlichen Feinden führen sie dort ein Leben in Saus und Braus, denn: Über Hausabflüsse gelangen offenbar immer noch erhebliche Mengen Speisereste in die Kanalisation. Ein Festmahl für die Allesfresser, warnt Schädlingsbekämpfer Berger. „Wer regelmäßig Essensreste über die Toilette entsorgt, legt in der Kanalisation eine Spur, der die Ratten folgen. Sie können hervorragend klettern, schwimmen und tauchen. Selbst die Toilettenspülung hindert sie nicht daran, dem Nahrungsangebot zu folgen, wenn sie erst einmal die Witterung aufgenommen haben. Da könne es dann durchaus vorkommen, dass eine hungrige Ratte die Nahrung bis zur Quelle verfolgt und die Fressspur sie zu einem Überraschungsbesuch im Badezimmer veranlasst“, erklärt der Rattenfänger aus Hameln.

Bei seinen jüngsten Kontrollen der Kanalisation stellte Berger einen Rattenbefall nicht nur am Aerzener Goetheweg, sondern wieder einmal flächendeckend auch am Berliner Ring, an der Straße „Am Reutersiek“ und an der August-Dreier-Straße fest. Erstmals haben sich die Ratten in der Groß Berkeler Kanalisation im Dibbetweg und der Straße „Am Flöth“ breitgemacht. Das Rattenproblem am Berliner Ring, dem Reutersiek und der August-Dreier-Straße wurde bereits vor einem Jahr aufgedeckt (wir berichteten).

Damals vermuteten sowohl Stefan Berger als auch der Erste Gemeinderat Andreas Wittrock einen Zusammenhang zwischen dem flächendeckend auftretenden Rattenbefall und der Einführung der Biotonne sowie dem damit einhergehenden Entsorgungsverbot von Speisereste in der Abfalltonne im Frühjahr 2016. Offensichtlich lagen sie damals mit ihrer Vermutung nicht völlig falsch: „Nach der Berichterstattung war erst einmal Ruhe, mittlerweile ist aber wieder ein Anstieg des Rattenbefalls zu beobachten. Unserer eindringlichen Mahnung, Essenreste nicht über die Kanalisation zu entsorgen, wird ganz offenbar nicht konsequent und dauerhaft nachgekommen“, erklärt der Schädlingsbekämpfer. Auch Andreas Wittrock weist aus gegebenem Anlass noch einmal sehr deutlich darauf hin, dass Speisereste keinesfalls über die Toilette ins öffentliche Kanalnetz entsorgt werden dürfen, sondern in die dafür vorgesehene Tonne beziehungsweise auf den Kompost gehören. „Wer eine Ratte zu sich nach Hause einlädt, muss sich nicht wundern, wenn sie plötzlich tatsächlich auch zu Besuch kommt“, mahnt Wittrock. Die Kanalisation der befallenen Straßenzüge wird durch den professionellen Schädlingsbekämpfer weiterhin kontrolliert und bis zur Tilgung des Befalls mit Rattengift bestückt. Weiterer Befall konnte von Stefan Berger im Zuge seiner regelmäßigen Kontrollen im Auftrag des Flecken Aerzen nicht feststellen werden. Auch die Schmutzwasserkanäle in den umliegenden Dörfern sind befallsfrei, geht aus seinem Bericht weiter hervor.

Information

Die Wanderratte

Es gibt mehrere Arten von Ratten. Diejenige, die man am häufigsten in unseren Städten sieht, ist die Wanderratte, „Rattus norvegicus“ genannt.

Ursprünglich stammt sie aus dem Osten Asiens. Mit Schiffen kam sie nach Europa. Heute ist sie fast überall auf der Welt zu finden, besonders dort, wo Menschen leben und die Ratte Schutz und Nahrung findet: im Keller, in der Kanalisation, in Ställen ... Ratten sind Allesfresser. Sie mögen tierische und

pflanzliche Nahrung und fressen vieles, was der Mensch übrig lässt. Wanderratten können sehr gut schwimmen, tauchen und klettern. Sie gelten als intelligent und lern- und anpassungsfähig. Pro Wurf bekommt ein Weibchen etwa acht bis zwölf Junge. Im Jahr kann ein Ratten-Weibchen mehrmals Junge bekommen. Ratten können Krankheiten übertragen. Auch deshalb ekeln sich viele Leute vor ihnen. Andere mögen sie und halten sie sogar als Haustiere, weil sie sehr zahm und zutraulich werden. dpa

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