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Aufträge im Baubereich immer schwieriger zu vergeben / Straßensanierung in Emmern: Höhere Kosten

Rathaus in Not – Handwerker fehlen

EMMERTHAL. Die gute Auftragslage des Handwerks und der Firmen im Baubereich hat negative Auswirkungen auf die Gemeinde Emmerthal – viele Arbeiten würden verspätet oder überhaupt nicht erledigt. Quasi als Hilferuf aus seiner Bauabteilung des Rathauses vermeldete Bürgermeister Andreas Grossmann den Politikern des zuständigen Fachausschusses eine Einschätzung der momentanen Situation.

veröffentlicht am 18.11.2017 um 15:00 Uhr

Zu den größeren Sanierungsprojekten gehört im nächsten Jahr die Sandstraße in Emmern. Die Kosten sind laut Planungen erheblich gestiegen. Foto: Dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Leider ist es jetzt so üblich, dass Aufträge angenommen und nicht ausgeführt werden“, zitierte Grossmann aus einer Erklärung seines Mitarbeiters. „Diese Vorgehensweise bringt die Gemeinde in Erklärungsnöte.“

Dass dabei auch Hinweise aus der Bevölkerung auf die lange Warteliste kommen, erlebte beispielsweise Lutz Köhler aus Grohnde. Der Einwohner des Weserdorfes meldete dem Bauamt einen Kanaldeckel, der in der Straße „Am Vogelsang“ vier Zentimeter aus dem Asphalt ragte. Wochenlang sei nichts geschehen, meinte er in einem Anruf bei unserer Zeitung. „Da fährt sich noch jemand die Autoreifen kaputt“, befürchtete Köhler. Wenig später meldete er sich erneut im Rathaus, das dann provisorisch die Mitarbeiter des Bauhofes zu Werke gehen ließ. „Alles erledigt“, sagte Erster Gemeinderat Elmar Günzel – was Köhler bestätigt. „So weit in Ordnung“, gibt sich der Grohnder zunächst zufrieden. „Ich hoffe, dass es den Winter übersteht.“

Für Günzel ein klassisches Beispiel dafür, dass die Verantwortlichen der Bauabteilung immer wieder den Frust der Einwohner erleben müssten, weil Hinweisen nicht frühzeitig genug nachgegangen werden könne. „Obwohl wir versuchen, alles so gut wie möglich zu schaffen“, sagt der Erste Gemeinderat.

Die Preise im Baubereich laufen uns davon.

Andreas Grossmann, Bürgermeister

Aufträge würden „seit geraumer Zeit nicht mehr zeitnah oder absprachegemäß ausgeführt“, heißt es in der Erklärung des zuständigen Fachbereiches, die der Bürgermeister den Politikern vortrug. Teilweise würden die Firmen die Arbeiten gar nicht ausführen. „Zu diesem Ausführungsstau kommt es aufgrund der momentanen guten Wirtschaftslage und fehlenden handwerklich ausgebildeten Fachkräften“, argumentiert der Mitarbeiter im Rathaus. Vor einigen Jahren sei die Situation umgekehrt gewesen. Jeder Handwerker habe sich um jeden „noch so geringfügigen Auftrag bemüht“, lautete die frühere Erfahrung. Inzwischen müssten einige Firmen drei- bis viermal erinnert werden, bis sie die Arbeiten ausführten. Dieses sei nicht nur ein erheblicher Mehraufwand für den Sachbearbeiter im Rathaus, sondern müsse auch in Zukunft bei Entscheidungen zu anderen Baumaßnahmen berücksichtigt werden. Die Situation werde sich wohl weiter zuspitzen, wie es in dem Vermerk heißt: „In absehbarer Zeit werden einige Betriebe aus Altersgründen aufgelöst und stehen dem Markt dann nicht mehr zur Verfügung.“

Damit nicht genug, wie Grossmann mit Blick auf eine bevorstehende Straßensanierung sagte: „Die Preise im Baubereich laufen uns davon.“ Zuvor hatte ein Fachbüro die Pläne für die Sandstraße im Bereich Emmern vorgestellt. Dort sollen im nächsten Jahr im Wesentlichen die Fahrbahndecke sowie Kanäle und Trinkwasserleitung erneuert werden. Ursprünglich waren dafür Kosten in Höhe etwa 300 000 Euro kalkuliert. Nun habe sich die bevorstehende Investition auf 565 000 Euro summiert. Voraussichtlich, schränkte der Planer ein, dass noch einige Untersuchungen ausstehen würden. Die Kosten könnten auch rund 100 000 Euro darüber- oder darunterliegen.

„Nicht ohne“, kommentierte Ratsherr Oliver Gockel (SPD) die Zahlen. Vor zahlreichen Anwohnern, die ihre Anregungen zu den Arbeiten gaben, die laut Planer „über den Daumen etwa ein halbes Jahr dauern“, sagte aber Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer (CDU): Grundsätzlich sei es eine positive Maßnahme, auch wenn es während der Bauzeit Beeinträchtigungen gebe. „Die Sandstraße wird wieder in einen First-Class-Zustand versetzt“, sagte er.



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