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Kirche in Hayen wird Radwegekirche

Rast für die Seele

HAJEN. Die Sonne scheint an diesem Sommernachmittag auf den Hajener Kirchhof. Es ist der Tag von Heinrich Henke, dem Pilgerbeauftragten im Weserdorf. „Seine“ Kirche bekommt von der Evangelischen Landeskirche als 66. Gotteshaus das Signet Radwegekirche verliehen.

veröffentlicht am 26.06.2017 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 26.06.2017 um 17:40 Uhr

„Das ist es“: Wilfried Freise, Jürgen Lojowski, Pastor Volker Jahnke und Heinrich Henke (v.l.n.r.) präsentieren mit dem Schild auch ein neues Gästebuch. Foto: ag
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Andrea Gerstenberger Reporterin
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Eigentlich sind es drei gleich Gütesiegel, denn sie ist auch die 10. Pilgerkirche in der Landeskirche und eine von inzwischen unzähligen verlässlich offenen Kirchen. Jürgen Lojowski aus dem Haus der Kirche in Hildesheim ist Referent für Kirche im Tourismus bei der Evangelischen Landeskirche und beschreibt es bei der Übergabe der Tafel an Pastor Volker Jahnke, der die Andacht hält, so: „Ein Highlight in der Geschichte von Hajen.“

Und doch ist eigentlich nur die Tafel neu. Das äußere Zeichen für etwas, was in Hajen seit nunmehr zehn Jahren gelebt wird: die Gastfreundschaft der offenen Kirche. Von Ostern bis zum 31. Oktober schließt die Küsterin Martina Schulz jeden Morgen um 9 Uhr das Gotteshaus auf und abends um 18 Uhr wieder zu. „Ich bin sehr froh, dass Ihre Kirche hier in Hajen schon so lange ein Rastplatz für die Seele ist“, so Jürgen Lojowsky in seinem Grußwort. Dass sie die schönste Kirche an der unteren Oberweser ist, wie Heinrich Henke der Landeskirche immer wieder versichert, das hat sich längst weit herumgesprochen. Kommen doch die Besucher auch aus Japan, China und Israel extra nach Hajen, wie das Gästebuch verrät und Heinrich Henke lebhaft zu erzählen weiß. Er führt die Gäste, zuletzt 90 katholische Senioren aus dem Dekanat Weserbergland mit Hans-Georg Spangenberg, gerne durch das Kirchenschiff und seine weit über 1000-jährige Geschichte. Gegründet übrigens wahrscheinlich im Jahr 777 und seit genau 475 Jahren evangelisch.

Und doch ist sie auch so vieles mehr. Nämlich Rastplatz für Pilger auf dem Pilgerweg Loccum-Volkenroda, die meist zu Fuß kommen, und eben auch für Radtouristen auf dem Weserradweg. Die lädt Heinrich Henke auch gerne schon mal höchstpersönlich am Radweg ein den Abstecher ins Dorf zu machen, wie er augenzwinkernd erzählt. Sie alle sind beeindruckt von der Schönheit, suchen und erleben in dem kulturhistorischen Kleinod einen Moment der Stille und haben manchmal auch andere ganz menschliche Bedürfnisse.

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Zu den Kriterien für die Gütesiegel Pilgerkirche und Radfahrerkirche gehören, neben einem Fahrradparkplatz und die Bereitstellung von Trinkwasser, auch Toiletten und oft wird sogar ein Schlafplatz gewährt im Gemeindesaal. „Ohne unser Gemeindehaus könnten wir diese christliche Gastfreundschaft, die zugleich ein Stück wertvolle touristische Infrastruktur hier in der Region ist, gar nicht leisten“, macht der Vorsitzende des Kirchenvorstandes Wilfried Freise deutlich. Und natürlich auch nicht ohne das große ehrenamtliche Engagement, Fremde willkommen zu heißen. Das alles ganz nach dem alten Zisterzienser-Motto „Porta patet, cor magis – das Tor ist geöffnet, das Herz noch viel mehr.“

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