weather-image
22°
Zwölf Messungen im Kernort dokumentieren teils erhebliche Tempoüberschreitungen

Raser – Patentlösung nicht in Sicht

EMMERTHAL. Bei den Politikern herrscht Rätselraten, wie sie wirkungsvoller gegen Raser in Emmerthal vorgehen können. Aber: Der Bedarf besteht. Schwarz auf weiß liegen die Daten vor, die im Gemeindegebiet eine häufig zu hohe Geschwindigkeit nachweisen. Allein für sieben Straßen wurde beim Blitzer des Landkreises beantragt.

veröffentlicht am 23.08.2018 um 18:29 Uhr

Für mehrere Straßen hat die Gemeinde beim Landkreis beantragt, den Blitzer einzusetzen. Foto: dpa
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer legte für den Kernort die Auswertungen von zwölf Messungen durch die Gemeinde vor. Allein an sieben Messpunkten ermittelte die Anlage, dass eine „erhebliche Anzahl zu schnell“ mit ihren Autos unterwegs sei. Als „erschreckend“ bezeichnete Welzhofer die Ergebnisse an der Hagenohsener Straße – 91 bis 94 Prozent der Fahrzeuge überschritten dort über eine Toleranzgrenze hinaus an zwei verschiedenen Punkten die Geschwindigkeit.

Seitdem die Gemeinde über die mobilen Geräte verfügt, kann sie auf verlässliche Daten verweisen. Längst geht es damit nicht nur um gefühlte Geschwindigkeit, die Anwohner als oft zu hoch einschätzen. „Die Verwaltung reagiert, wenn Bürger sie darauf hinweisen“, bescheinigte Welzhofer dem Kollegium im Rathaus, unbürokratisch tätig zu werden. Und die Konsequenz? Das Messgerät der Gemeinde kann Daten nur erfassen – mehr nicht. Für sieben Straßen, an denen signifikante Tempoverstöße festgestellt worden sind, wurde deshalb beim Landkreis der Blitzer beantragt – dann mit finanziellen Folgen für Autofahrer, die sich nicht an die Höchstgeschwindigkeit halten. Es handelt sich um Straßen, bei denen mindestens rund die Hälfte der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs war.

„Vielleicht muss sich jeder mal an die eigene Nase fassen“, räumte der Ortsbürgermeister ein, dass die meisten unbedarft das Tempo überschreiten würden. Allerdings müssten deutliche Verstöße geahndet werden. Nur: Da herrschte im Ortsrat allgemeines Schulterzucken, wie selbst geahndete Geschwindigkeitsüberschreitungen präventiv das Verhalten beeinflussen könnten. Als Beispiel nannte Welzhofer den Diekmannsweg in Ohr. Dort, wo Tempo 30 gilt, waren bei einer Messung im Jahr 2017 52 Prozent zu schnell, im vergangenen Monat dann sogar 71 Prozent.

Matthias Koch (CDU) weiß um das Dilemma mit der präventiven Wirkung einerseits und den Blitzern, die dazu dienten, Geld einzunehmen. „In Hehlen fährt aber keiner mehr zu schnell in den Ort hinein, wenn er schon mal da war“, meinte Koch zu dem stationären Blitzer. Vielleicht solle die Gemeinde so ein Messgerät beantragen.

Der Landkreis verzichte bewusst darauf, erklärte Erster Gemeinderat Elmar Günzel. Diese Blitzer würden nur exakt an ihrem Standort eine Wirkung zeigen, sonst nicht. Deshalb setze der Landkreis auf mobile Messungen an ständig wechselnden Punkten. Unterstützt wurde Koch von Frank Woltemate (Grüne), gab gleichzeitig zu verstehen, ob es vielleicht bessere Lösungen geben könnte. „Wir sollten uns als Ortsrat davon befreien, dass wir unsere Einwohner erziehen könnten“, gab sich Ralf-Ulrich Böhm (SPD) zurückhaltend. „Einen dauerhaften Erfolg – egal, mit welcher Maßnahme – können wir nicht erreichen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare