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Senfmühle als besonderer Neuzugang in der Sammlung von Wilhelm Hölscher / Internationaler Museumstag

Rarität überrascht den Heimatforscher

Emmerthal. Wenn am Internationalen Museumstag am 18. Mai die Gäste nach Frenke zum Tag der offenen Tür in die Heimatstube von Wilhelm Hölscher kommen, dann können sie sicher sein, dass es wieder ein ganz besonderes neues Exponat zu sehen gibt. Es ist eine Senfmühle aus Sandstein, ungefähr aus den Jahren um 1820 herum, die Wilhelm Hölscher von einem Hof aus dem Nachbardorf Hajen bekommen und zusammen mit Walter Birke in allen Details liebevoll restauriert hat. „Ein ganz seltenes Stück, bei dem ich erst im Bomann nachschauen musste, was es überhaupt ist“, erzählt Wilhelm Hölscher von seinem Neuzugang. Mit Bomann meint der Heimatkundler das Nachschlagewerk seines Kollegen und Namensvetters Wilhelm Bomann aus Celle mit dem Titel „Bäuerliches Hauswesen und Tagewerk im alten Niedersachsen“ aus dem Jahr 1927.

veröffentlicht am 05.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:41 Uhr

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Und in der Tat ist es ein beeindruckendes Stück, das vor 200 Jahren sicher nicht auf jedem Hof stand. In einem achteckigen Sandsteinblock dreht sich ein Sandsteinkegel, der über eine eiserne Zahnradkonstruktion mit einem Schwungrad bewegt wird. „Da braucht man schon ganz schön Kraft für“, weiß Hölscher. In der Mitte des Kegels kommen die Körner hinein und der gemahlene Senf läuft unten aus dem Maul einer Fratze im Sandsteinblock hinaus. Bei aller Funktionalität legte man damals auch auf die künstlerische Gestaltung der Mühle Wert. Ein Bildhauer muss hier am Werke gewesen sein.

In alle Einzelteile ist die Mühle über den Winter zerlegt worden und besonders der Ausdauer und dem Geschick von Walter Birke ist es zu verdanken, dass sie nun in neuem Glanz erstrahlt, werden die Besucher von Wilhelm Hölscher erfahren, wenn sie gleich zu Beginn seiner Führungen durch die umfangreiche Sammlung auf die Rarität stoßen.

Auf über 400 Quadratmetern präsentiert Wilhelm Hölscher in vielen Jahren zusammengetragene Dinge von früher und ganz früher. Darunter Textilien der letzten 120 Jahre, ein umfangreiches Heimatarchiv mit allein über 23 000 historischen Postkarten, eine Kalender- und Schulbuchsammlung, Gegenstände aus der Land- und Hauswirtschaft, Handwerksgeräte, Bodenfunde der Ur- und Vorgeschichte, Spielzeug, die komplette Einrichtung der alten Frenker Dorfschule und vieles mehr.

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  • Sammler aus Leidenschaft: Wilhelm Hölscher hat zahlreiche Ausstellungsgegenstände aus der Geschichte der Region zusammengetragen, die in der Heimatstube Frenke zu sehen sind. ag

Seit frühester Jugend macht sich der im Jahre 1932 Geborene um die Bewahrung heimischen Kulturgutes verdient und hat 2009 unter anderem auch dafür das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Seine Heimatstube in Frenke ist ein kleines, aber feines Museum, das auch bei Wissenschaftlern immer wieder großes Interesse findet. Exponate aus der Sammlung waren schon in zahlreichen Ausstellungen, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus, vertreten. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, ist nach telefonischer Voranmeldung unter 05157/263 immer gern gesehen. Schon Tradition hat der „Tag der offenen Tür“ am Internationalen Museumstag, in diesem Jahr am 18. Mai von 11 bis 17 Uhr. Dann erwartet die Gäste unter anderem ein Flohmarkt um die benachbarte Kirche, wo auch Orgelmusik erklingt, und ein Lager der Grafschaft Everstein mit mittelalterlichen Schaukämpfen sowie eine Kunstausstellung in der Villa 12 von Sigrid Halfpap. ag



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