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Manfred Hausin und Winfried Bornemann treten in der Domänenburg auf / Einige Plätze unbesetzt

Qualität statt Quantität

Aerzen. „Die Reise war anstrengend, der Ort ist hässlich, die Pension teuer, das Zimmer unmöglich, das Essen ein Fraß, die Leute sind blöd und das Wetter schlecht. Nur gut, dass du nicht hier bist!“ Da muss sich „die Stimme Niedersachsens“, der Dichter und Erfinder der „Langen Nacht der Poesie“, Manfred Hausin, bei der Wahl seines Urlaubsortes aber mächtig vergriffen haben, als er während der schönsten Zeit des Jahres seinen „Urlaubsgruß“ verfasste.

veröffentlicht am 17.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

VON SABINE BRAKHAN
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Wäre er gleich nach Aerzen gekommen, wäre ihm viel erspart geblieben, denn die Fahrt an den Ort, „an dem seine Frau früher einmal Lehrerin war“, beschrieb Hausin in seinem Programm „Erzpoet und Briefmacker“, das er gemeinsam mit Winfried Bornemann im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur in der Domänenburg“ gestaltete, als Urlaubsreise.

Und auch die Domänenburg samt Veranstaltungssaal im Südflügel kann man nun wirklich nicht als hässlich oder gar unmöglich bezeichnen. Selbst das Wetter war am Freitagabend für die Jahreszeit zu warm und das Catering für die Künstler durch Aerzens Kulturbeauftragten Heiko Bossog hervorragend. Blieben da nur die Leute: Aber auch an den Gästen, die sich köstlich amüsierten, gab es nicht viel auszusetzen, außer vielleicht, dass im Publikum einige Plätze unbesetzt blieben. Doch wie heißt es so schön: Qualität statt Quantität.

Also – warum erst in die Ferne Bayerns schweifen, wenn die gute niedersächsische Heimat so nahe liegt, lieber „Erzpoet“? Und auch der „Briefmacker“ Bornemann hat eine ganz besondere Beziehung zum heimischen Flecken. „In einem Wochenendhaus in Flakenholz entstand während des strengen Winters 1981 die Idee aus einer Rotweinlaunenwette heraus, Behörden und offizielle Stellen mit unsinnigen Anfragen zu schriftlichen Stellungsnahmen zu veranlassen“, erklärt Bornemann. Bossog und vielleicht auch einige andere Briefmacker-Fans im Publikum stutzen: War das nicht bereits zwei Jahre früher? Aber auch Deutschlands mittlerweile bekanntester Briefeschreiber kann sich schließlich mal irren und in den Jahreszahlen seiner langen Karriere durcheinander kommen.

Also – irgendwann zwischen 1979 und 1981 schickte Bornemann aus Jux einen Pfennig an die Deutsche Münzanstalt in Karlsruhe. Diese möge doch bitte nachprüfen, ob die Münze echt sei, so sein schriftliches Anliegen. Und sein Brief wurde prompt von der zuständigen Deutschen Bundesbank inklusive der für wichtigen Briefverkehr damals üblichen zwei Unterschriften beantwortet: Ja, der sei echt, Jahrgang 1978, mit einem Gewicht von 19,9992 Gramm, 16,55 Millimetern Durchmesser und 1,37 Millimeter dick, zitiert der „Briefmacker“ aus dem amtlichen Schreiben. Eine solch detaillierte Antwort, „mit der mindestens zwei Leute von ihrer eigentlichen Arbeit abgehalten wurden“, spornte Bornemann zu weiterer Korrespondenz unter anderem mit einem Chirurgen, Kirchenvertretern und dem VDE an, wie er weiter zum Besten gab.

„Die Stimme Niedersachsens“ Manfred Hausin (links) und der „Briefmacker“ Winfried Bornemann.sbr



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