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Groß Berkeler sammeln 200 Unterschriften / „Kunden fühlen sich im Stich gelassen“

Protest gegen Sparkassen-Schließung

Groß Berkel (cb). Die Einwohner von Groß Berkel protestieren gegen die Schließung der Sparkassenfiliale in ihrem Ort zu Monatsbeginn. Dazu war eine Unterschriftenaktion gestartet worden. „Durch ihre Unterschrift geben 200 Betroffene ihrem Unmut Ausdruck“, heißt es in einem Schreiben der Initiatoren Heide und Burkhard Schraps an die Sparkasse. „Viele Bürgerinnen und Bürger aus Groß Berkel, Aerzen und Hameln fühlen sich als Kunden der Sparkasse Weserbergland im Stich gelassen oder sind besorgt angesichts der aktuellen strukturellen Entwicklung Ihrer Institution nach der kundenunfreundlichen Schließung der bis dahin gut frequentierten Filiale in Groß Berkel.“

veröffentlicht am 17.09.2015 um 13:43 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:37 Uhr

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Mit der Unterschriftenaktion reagierten die Groß Berkeler auf ein Antwortschreiben von den Vorständen der Sparkasse, Friedrich-Wilhelm Kaup und Thomas Greef, vom 1. September. Darin hatten die Vorstände den Beschluss verteidigt, die Geschäftsstelle zu schließen und nur noch ein Selbstbedienungsangebot vorzuhalten und daneben andere Zugangswege für die unterschiedlichen Dienstleistungen zu eröffnen. Dazu gehörten neben den Angeboten über das Internet auch ein ausgeweitetes Telefonservicecenter oder bei Bedarf ein Hausbesuch. „Eine Beratung von Mensch zu Mensch ist in der Vergangenheit möglich gewesen und wird es auch in Zukunft sein“, schrieben Kaup und Greef an Schraps, der auch Kommunalpolitiker ist. „Wir sind sicher, in Summe für die Einwohner von Groß Berkel auch weiterhin alle Leistungen adäquat anzubieten.“

Diese Argumente will Schraps allerdings nicht gelten lassen. Aus kaufmännischer Sicht könne er die Sparkasse zwar verstehen, „aber nicht, wenn es um die Daseinsvorsorge geht“, sagt er. Immerhin handele es sich um einen Ort mit rund 3500 Einwohnern. In der nächsten Woche berate die Politik darüber, ein Baugebiet zu erweitern, aber die Infrastruktur werde eingeschränkt. Seine Mindestforderung: An einem Tag pro Woche solle die Geschäftsstelle geöffnet bleiben.

Das hatte er im August auch in seinem Brief an die Sparkasse in seiner Funktion als Mitglied des Gemeinderates und Kreistages gefordert. „Ihr Institut hat zu 100 Prozent kommunale Gesellschafter und gerade deshalb sollten Sie die Daseinsfürsorge, auch bei abnehmender Bevölkerung, nicht außer Acht lassen“, schrieb Schraps. Viele Einwohner seien ihre Kunden und Geschäftspartner. Viele dieser Menschen würden keinen elektronischen Geldverkehr betreiben, sondern an den Schalter gehen, um mit den Sparkassenmitarbeitern ihre finanziellen Anliegen zu besprechen. Schraps warnte wenige Tage vor der Umwandlung: „Tritt die Situation der Filiale so ein, wie von Ihrem Aufsichtsrat beschlossen, werden Sie langjährige Kunden verlieren.“

Ob der Protest Erfolg hat, bleibt abzuwarten. „Lassen Sie uns gemeinsam Erfahrungen sammeln“, heißt es in dem Brief von Kaup und Greef an Schraps. „Wir versichern Ihnen als Vorstand dieser Sparkasse, in einigen Monaten die Ergebnisse im Sinne unseres Ziels, auch weiterhin für alle Einwohner von Groß Berkel ein attraktives Angebot an Finanzdienstleistungen vorzuhalten, zu bewerten.“

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