weather-image

Niedersächsische Lernwerkstatt für solare Energiesysteme erreicht im Vorjahr rund 1500 Schüler

Projekt weckt Neugierde bei jungen Forschern

Emmerthal (cb). An einige skeptische Reaktionen kann sich Wolf-Rüdeger Schanz noch gut erinnern, als er vor über zehn Jahren die Solarenergie als Zukunftstechnologie bezeichnete. „Damals wurde ich oft belächelt“, sagt der Physik-Gymnasiallehrer. Seine Visionen sind längst Wirklichkeit geworden. Und Schanz hat seinen Beitrag mit dazu geleistet, dieses Denken auch jungen Menschen zu vermitteln. Der Pädagoge gehört mit dem Wissenschaftler Dr. Klaus Vanoli vom Institut für Solarenergieforschung in Emmerthal (ISFH) zu den Gründern der „Niedersächsischen Lernwerkstatt für solare Energiesysteme“ (NILS). Sie wurde im August 2001 in Kooperation des niedersächsischen Kultusministeriums mit dem ISFH ins Leben gerufen. Ziel: den Austausch zwischen Wissenschaft und Schulen in den Bereichen Solarenergie mit Photovoltaik und Solarthermie, regenerative Energien, Energietechnik, Opto- und Halbleiterelektronik, Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu fördern. Allein 1500 Schüler und rund 420 Lehrkräfte besuchten 2011 die Lernwerkstatt NILS in Emmerthal und die solardidaktischen Veranstaltungen auf Messen und an Schulen in Kooperation mit den Projektverantwortlichen. Diese Zahlen werden im jüngsten Jahresbericht genannt. Hochgerechnet auf die zehnjährige Geschichte der Lernwerkstatt, kommt Schanz, der eigentlich in Hildesheim unterrichtet und zeitweise für das Projekt freigestellt wird, zu dem Ergebnis: „Ein gewaltiges Potenzial, das wir erreicht haben.“

veröffentlicht am 20.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:41 Uhr

270_008_5156535_lkae104_2001.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Lernwerkstatt wird von einem Team geleitet, das aus einem Solarwissenschaftler des ISFH und drei solardidaktisch ausgebildeten Lehrkräften aus der Region besteht. Sie ermöglichen es, dass an zwei Tagen in der Woche bei Schülern ab der dritten Klasse bis zum Abiturjahrgang in einem eigenen Labor im Institut Neugierde auf die Forschung und besonders auf die Solarenergie geweckt wird. Aufgrund der hohen Nachfrage ist die Lernwerkstatt meist drei bis vier Monate im Voraus ausgebucht, heißt es im Jahresbericht. Das Team hat in den letzten Jahren umfassende Experimentiersysteme zur Photovoltaik und Solarthermie für Schulen mit entsprechenden Handbüchern auf CD/DVD entwickelt. Sie kommen nicht nur in Ohr zum Einsatz, sondern inzwischen im Unterricht vieler Schulen – nicht nur bundesweit, sondern teilweise sogar in Afrika oder Asien. Im Jahresbericht wird darauf verwiesen, dass die Experimentiergeräte darüber hinaus im Phaeno (Wolfsburg) praktische Erfahrungen vermitteln, selbst Studenten der Universität Hildesheim arbeiten damit im Rahmen der Lehrerausbildung im Fach Physik.

Die Bilanz 2011 zeigt erneut, dass die Angebote längst über Schnupperkurse hinausgehen. Am ISFH wurden erneut mit intensiver Unterstützung des NILS-Personals und mithilfe von Institutsmitarbeitern viele solare Facharbeiten von Schülern der Leistungskurse Physik angefertigt. Das Institut gibt begabten und interessierten Schülern die Möglichkeit, außerhalb der Unterrichtszeit Praktika durchzuführen. Mehrere Schüler nutzten die vergangenen Herbstferien dazu – sie streben ein naturwissenschaftliches Studium an und profitierten von der Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern im Praktikum für fachliche Weiterbildung. „Ich weiß von vielen Schülern, die später ein Studium im Bereich der regenerativen Energien begonnen haben“, sagt Schanz.

Von einem Schattendasein kann nach über zehn Jahren bei diesem Solarprojekt keine Rede mehr sein, bei dem die Technologie längst keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern beispielsweise die Photovoltaik inzwischen annähernd vier Prozent des bundesweiten Strombedarfs produziert. „Eine interessante und motivierende Arbeit“, fasst Schanz für sich persönlich zusammen. „Für mich gab es selten so positive pädagogische Erfahrungen als Lehrer wie durch dieses Projekt.“

Meist drei bis vier Monate im Voraus ausgebucht ist die Lernwerkstatt am Solarforschungsinstitut am Ohrberg. Von vielen positiven Erfahrungen mit Schülern berichtet Wolf-Rüdeger Schanz (unten, rechts).

Foto: Dana, pr



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt