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Umgehungsstraßen für Reher und Groß Berkel sollen in den vordringlichen Bedarf aufrücken

Politik: Weitere Ortsteile vom Verkehr entlasten

Aerzen (cb). Bei der Ortsumgehung in Aerzen schreiten die Bauarbeiten voran – doch damit soll die Entlastung der Bundesstraße im Bereich der Gemeinde nicht abgeschlossen sein. Wenn im nächsten Monat bei einer Regionalkonferenz über den Bundesverkehrswegeplan beraten wird, will Bürgermeister Bernhard Wagner sich dafür einsetzen, dass auch die Umgehungsstraßen in Reher und Groß Berkel oberste Priorität bekommen. „Ziel muss es für Aerzen sein, dass beide Projekte in den vordringlichen Bedarf kommen“, sagt Wagner, der dabei auf die Unterstützung der heimischen Bundestagsabgeordneten hofft.

veröffentlicht am 27.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 04:41 Uhr

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Und damit will die Gemeinde daran anknüpfen, was sie immer verfolgt hatte: eine Umgehung für die Orte zwischen Grießem und Groß Berkel, wie sie bereits vor 20 Jahren mit in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden war. Allerdings: Später wurde sie in drei Ausführungsabschnitte unterteilt. Aerzen kam 2003 in den „vordringlichen Bedarf“ und erhielt damit oberste Priorität, während Reher und Groß Berkel nachrangig als „weiterer Bedarf“ geführt wurden. Besonders in Reher hatte es erhebliche Proteste gegeben, da die Einwohner ebenfalls zügig vom Verkehr entlastet werden wollten.

Die Bundesregierung entwickelt derzeit eine neue Grundkonzeption für die künftige Planung. Diese dient der Vorbereitung für einen neuen Bundesverkehrswegeplan, der im Jahr 2015 von der Bundesregierung verabschiedet werden soll und dann für den Zeitraum bis 2030 gilt. Als nächster Schritt steht eine von vier Regionalkonferenzen am 8. Oktober in Hannover bevor, an der auch die Gemeinde Aerzen neben anderen Kommunen teilnimmt.

„Wir haben ja immer das Gesamtkonzept verfolgt“, meint Wagner unter Hinweis auf die große Lösung. Die Teillösungen seien vor allem darin begründet gewesen, um zumindest im Kernort mit der Ortsumgehung beginnen zu können. Nun müsse es darum gehen, erst in Reher und dann in Groß Berkel die Bauprojekte voranzutreiben. „Damit müssen wir uns schon im Vorfeld in Erinnerung rufen – das ist wichtig“, meint der Bürgermeister. Deshalb habe er bereits Kontakt mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) aufgenommen, auch bei Jutta Krellmann (Die Linke) als weitere Abgeordnete der Region in Berlin wolle er auf die Wünsche in Aerzen aufmerksam machen.

Christa Jakobi (CDU) hat als Ortsbürgermeisterin von Reher das Thema auf die Tagesordnung der Ortsratssitzung am 4. Oktober gesetzt. „Dann wollen wir ganz klar die Forderungen nach einer Ortsumgehung in Reher deutlich machen“, sagt sie. Vor acht Jahren hatte sich dort bereits eine Bürgerinitiative mit diesem Ziel gegründet. Sie machte mit Unterschriftensammlungen und Protestschildern auf sich aufmerksam. Etwas ruhiger wurde es im Dorf erst, nachdem mit dem Ausbau der Bundesstraße in Reher auch Querungshilfen angekündigt und damals der Wunsch nach einer Ortsumgehung zeitgleich mit Aerzen von den beteiligten Behörden als aussichtslos eingestuft worden war. „Die Bürgerinitiative hat sich aber nicht aufgelöst“, sagt Christa Jakobi, die innerhalb kürzester Zeit wieder Aktivitäten in Aussicht stellt. „Die Situation an der Ortsdurchfahrt ist eine Katastrophe“, erinnert sie daran, dass 60 Prozent der Einwohner unmittelbar an der Straße wohnen würden, an der in den letzten Jahren der Verkehr zugenommen habe. Und: Die Querungshilfen würden kaum zusätzliche Sicherheit bieten. Sie selbst habe kürzlich auf einer Insel mitten auf der B1 gestanden, während gleichzeitig zwei Lkw auf beiden Straßenseiten entlanggefahren seien. „Ich hatte richtig Bammel“, zeigt die Ortsbürgermeisterin Verständnis für Kinder, die dort ebenfalls ängstlich seien.

Grundsätzlich Unterstützung finden die Ortsumgehungen für Reher und Groß Berkel bei den Fraktionsvorsitzenden der beiden großen Parteien im Gemeinderat. „Dafür machen wir uns stark“, sagt Burkhard Schraps (SPD), während Friedel-Curt Redeker (CDU) zumindest für Reher die Rückendeckung in Aussicht stellt. Beide kommen selbst aus Groß Berkel. Redeker gibt zu bedenken, dass dort zwar die Verkehrsbelastung hoch sei, in der Vergangenheit aber kaum der Wunsch nach einer Ortsumgehung laut geworden sei. Er gibt zu bedenken, dass diese auch mit Nachteilen verbunden sei („Mich überrascht der massive Eingriff in die Landschaft beim Bau in Aerzen“), außerdem müsse der Verlauf der Trasse in Groß Berkel geprüft werden. Dort sieht die Planung einen nördlichen Verlauf vor. „Darüber muss noch mal gesprochen werden“, meint Redeker. Auch Schraps gibt zu bedenken, dass eine Südtrasse am Todtenberg mehr Vorteile hätte. Aber vom Verlauf der Entlastungsstraßen würde er die weiteren politischen Bemühungen nicht abhängig machen. Schraps: „Hauptsache die Ortsumgehung kommt.“

Die Erdarbeiten für die Ortsumgehung in Aerzen haben im August begonnen – die Trasse endet aber kurz vor Reher. In dem Dorf hatte es seit 2004 erhebliche Proteste gegeben. Nun will sich der Ortsrat erneut für eine Umgehungsstraße einsetzen. Fotos: sbr, Dana (Archiv)



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