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Antrag für weitere Anlagen in Aerzen

Politik nähert sich behutsam neuem Windkraft-Projekt

Aerzen (ll). Als ein „ziemlich dickes Brett, was zu bohren wäre“ bezeichnete Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner die Frage nach der Erweiterung des Flächennutzungsplans im Flecken. Mehr Energie durch weitere Windkraftanlagen ist ein Argument für die Ausweisung weiterer Vorranggebiete. Die Änderung eines Nutzungsplans, der laut Bürgermeister derzeit rechtskräftig und unanfechtbar sei, spricht allerdings dagegen. Das wurde bei einer Sitzung des Aerzener Bauausschusses deutlich: Fraktionsübergreifend besteht eingehender Beratungsbedarf – für oder gegen neue Windkrafträder.

veröffentlicht am 06.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

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Stein des Anstoßes war ein privater Antrag für die Errichtung von vier Windenergieanlagen im Pyrmonter Wald nahe der Kalten Nase. Demnach handele es sich um sogenannte Bürgerwindanlagen – Anlagen, an denen sich Aerzener Einwohner mit Eigenkapital beteiligen könnten. Laut Vorausplanungen ist die jährliche Stromerzeugung der vier Windenergieanlagen auf etwa 24 Millionen Kilowattstunden ausgelegt.

Einwohner sollen von der Anlage profitieren

Bedeutsames Problem: Im Flächennutzungsplan des Fleckens ist das Gebiet an der Kalten Nase nicht als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen. Laut Stadt- und Landschaftsplaner Reinhard Preis hat die Verwaltung grundsätzlich die Möglichkeit, den Flächennutzungsplan zu überarbeiten und zu modernisieren. Bei einem „Windgutachten“, das vor gut zehn Jahren in Auftrag gegeben worden sei, waren damals 21 Flächen als potenzielle Gebiete für Windenergie in Frage gekommen.

„Die Akzeptanz muss sich erhöhen“

Nach Abwägungsgründen hinsichtlich Landschaftsschutz, Schallleistung und Schattenwurf wurde diese Zahl allerdings erheblich reduziert. Durch die weitere „Schaffung von substanziellem Raum für die Windenergie“ habe der Flecken aber eine größere Auswahl bei der Ausweisung von Vorrangflächen, so Preis. Und das spreche grundsätzlich für eine Erweiterung des Flächennutzungsplans.

Geteilter Meinung ist SPD-Fraktionsvorsitzender Burkhard Schraps. Windenergie ist für ihn an sich ein gute Sache, „doch was kommt, nachdem wir neu ausgewiesen und geplant haben?“, fragte er, vor allem hinsichtlich der dann aufkeimenden Begehrlichkeiten von Großinvestoren. Ähnlich sah es Friedrich Beckmeier (CDU). „Wenn wir dieses Fass aufmachen und neu überprüfen, dann sollten wir auch die Bürgerwindanlagen ins Auge fassen“, betonte er. „Falls es nicht gelingt, Großinvestoren außen vor zu lassen, sollten wir die ausgewiesenen Flächen so lassen, wie sie sind.“ „Rechtlich kann uns niemand zwingen den Flächennutzungsplan zu überarbeiten“, machte Bernhard Wagner deutlich. Neben energiepolitischen Gesichtspunkten verwies der Bürgermeister auch auf die Stimmung in der Bevölkerung. „Die Akzeptanz müsste sich schon erhöhen“, so der Bürgermeister.

Aus rechtlichen Gründen wäre die Gemeinde nicht verpflichtet, weitere Anlagen in Aerzen zuzulassen. Für sogenannte Bürgerwindanlagen – Einwohner selbst würden als Investoren und Nutznießer auftreten – liegen jetzt Anträge vor. Jetzt steht die Politik vor der Frage, ob sie neue Vorrangflächen für weitere Windkraftanlagen ausweisen soll. Foto: Wal



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