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Bei der Entwicklung der Aerzener Ortsteile zeigen sich Parteien derzeit noch zurückhaltend

Politik drängt nicht auf schnelle Lösungen

Aerzen (cb). Die Kommunalpolitiker sehen ebenso wie die Einwohner den Verfall der Ortskerne, der gute Wille zu Verbesserungen besteht bei ihnen gleichermaßen, wie sie auch immer neue Pläne gutheißen, allerdings: Während Bürgermeister Bernhard Wagner (SPD) die Entwicklung in den beiden großen Ortsteilen Aerzen und Groß Berkel sowie den Dörfern zum Schwerpunktthema erheben will, drücken die Ratsparteien ein wenig auf die Bremse. Vor allem die Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen schielt auf das – offenbar nicht ausreichend vorhandene – Geld und stellt weitere Planungen unter den Finanzierungsvorbehalt.

veröffentlicht am 14.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:21 Uhr

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Burkhard Schraps (SPD) kennt die Schwachpunkte in den Ortsteilen zur Genüge. „Das ist ja unübersehbar“, nennt er beispielsweise nicht nur die Brache mit den abgerissenen Gebäuden der alten Brotfabrik in Aerzen direkt an der Bundesstraße als oft kritisierten Schandfleck. Als Groß Berkeler Ratsherr mahne er ja oft genug an, dass mit dem Bereich Kathers Hof in Nachbarschaft der Kirche dringend etwas geschehen müsse. Allerdings stellt Schraps in Frage, dass in diesem Jahr genügend Geld zur Verfügung steht. In der nächsten Woche werde der Haushalt der Politik vorgestellt. Und er lässt durchblicken, dass es mit den Einnahmen nicht zum Besten bestellt ist. „Nicht alles, was wir uns vorgenommen haben, wird kommen“, deutet er an. Man werde eine Menge daransetzen, die Situation in den Orts- und Dorfmittelpunkten zu verbessern. Aber dafür die Schulden „aufzublähen, das kann nicht unser Ziel sein“, nennt der Sozialdemokrat zunächst als persönliche Meinung. Allerdings, so macht er auch deutlich: Wenn in diesem Jahr in Aerzen der Bereich Pöhlen-straße aufgewertet werde, gehöre dieses Projekt mit Geldern der Städtebauförderung ja mit zu den Zielen, die Situation im Altdorf zu verbessern; gleichzeitig hoffe er, den Dorfplatz Kathers Hof ebenfalls mit Fördermitteln im Haushalt zu haben. Zurückhaltend zeigt sich auch Friedrich Pettig von den Bündnisgrünen. Obwohl seine Partei die innerörtliche Entwicklung zu den Schwerpunkten der Politik in den Jahren bis 2016 erhoben hat, nennt sie dabei den Schuldenabbau fast im gleichen Atemzug. „Wir müssen erst einmal sehen, was der Haushalt sagt“, meint Pettig. „Dann kann man sehen: Was lässt sich verwirklichen und was nicht?“ Ohnehin wollen die Grünen nicht mit Schnellschüssen für Veränderungen sorgen. Pettig verweist auf das Projekt „Aerzen 2040“, das sich seine Partei auf die Fahnen geschrieben hat. „Dabei geht es nicht nur um Flächennutzung und Bebauung, sondern gerade auch um soziale Infrastruktur, Bildung, Kultur, Wirtschaft – kurz: alles, was das gute Leben im Flecken ausmacht“, beschreiben die Grünen ihr Ziel, „Die Bürger werden mit einbezogen und in die Verantwortung genommen“, beschreibt Pettig diesen Prozess, der angestrebt werde.

Friedel-Curt Redeker von der CDU-Opposition hat in dieser Woche bereits mit Bürgermeister Wagner über das Thema der innerörtlichen Entwicklung gesprochen. „Das können wir nicht weiter vor uns herschieben“, sagt der Groß Berkeler, der Vorsitzender des Bauausschusses ist. Mit Wagner sei er übereingekommen, mit der Politik wie beispielsweise mit dem Fachausschuss alle Ortsteile der Gemeinde vor Ort zu inspizieren, sagt Redeker. Ein großes Problem sieht der Chrisdemokrat allerdings in der Bereitschaft der Hauseigentümer, ihre Gebäude überhaupt zu sanieren. Hinzu kämen die Probleme mit dem Denkmalschutz und der rigiden Auslegung durch den Landkreis als zuständige Behörde. Wichtig sei es darum, die Frage der schützenswerten Häuser zu überplanen. „Was ist noch schützenswert und was lässt sich finanzieren?“, gibt Redeker zu bedenken. Natürlich sei es wünschenswert, Problembereiche beispielsweise in Aerzen wie Osterstraße einschließlich der Brache oder das Umfeld des Kirchplatzes mit dem Goldschlag in den Blick zu nehmen. Redeker: „Aber es hat ja keinen Zweck, einen schönen Platz zu gestalten und ringsherum bricht alles zusammen.“



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