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Gemeinde errichtet Technik ungefragt

Plötzlich blickt die Familie auf einen Funkmast

Emmern. Auf einmal war er da, der rund zehn Meter hohe Funkmast für die Abwassertechnik direkt vor dem neuen Einfamilienhaus von Dominic Bredlau und seiner Familie am Eschenbruchweg in Emmern. Der Emmerthaler ist verärgert darüber und hat sich bei der Gemeindeverwaltung beschwert. Er fordert eine Verlegung des Mastes an seine hintere Grundstücksgrenze, wo er nicht so stören würde und ist sogar zu Eigenleistungen bereit.

veröffentlicht am 29.10.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:21 Uhr

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„Ich bin besonders darüber verärgert, dass so ein Funkmast einfach vor einem Haus aufgestellt wird, ohne dass man zuvor mal mit den Betroffenen spricht“, erklärt Dominic Bredlau, als er im Ausschuss für Gemeindewerke und Technik die Möglichkeit erhält, sein Problem vorzutragen. Zuvor hatten der Erste Gemeinderat Elmar Günzel und der Fachbereichsleiter „Technische Dienste“, Uwe Dreyer, berichtet, was es mit dem Funkmast auf sich hat. Die Gemeindewerke Emmerthal rüsten nämlich die Steuerung ihrer Abwassertechnik und Pumpen auf Funkbetrieb um, nachdem die Telekom den Vertrag über die Nutzung ihrer Leitungen gekündigt hatte. Der Funkbetrieb sei dabei die kostengünstigste Lösung, weil etwa eine Steuerung per Handy deutlich teurer sei, erläutert Uwe Dreyer.

Da sich im Untergrund des Eschenbruchwegs im Bereich des Wendehammers Abwasserpumpen befinden, sei der Funkmast, bestehend aus einem Laternenmast und einem Empfangsteil an der Spitze, gebaut worden und ist ausgerichtet zum Bückeberg. Dort befindet sich der Sendemast auch für weitere Masten im Gemeindegebiet. „Strahlung geht von dem Mast so gut wie keine aus, da er nur empfängt“, erklärt Elmar Günzel.

Das ist auch nicht das Problem von Dominic Bredlau, wohl aber, dass die Gesamtansicht auf sein Wohnhaus durch den das Gebäude deutlich überragenden Masten erheblich gestört ist. Auch wenn etwa sein Sohn aus dem Kinderzimmer im Dachgeschoss oder seine Familie aus dem Wohnzimmer im Erdgeschoss schaut, störe der Funkmast gewaltig. „Da er da nicht hingehört, werden die Blicke geradezu magisch von ihm angezogen. Es geht hier um das Wohlbefinden meiner Familie“, erklärt der Emmerthaler mahnend.

Auch Ratsherr Rudolf Welzhofer (CDU) fand das Ganze sehr unglücklich. So dürfe die Gemeinde nicht mit jungen Familien umgehen, die neu nach Emmerthal gezogen seien und die man hier ja auch gerne begrüßen wolle. „Es sollte nicht unser Stil sein, so etwas ohne ein Wort zu sagen dem Bürger einfach vors Haus zu stellen“, betonte der stellvertretende Ausschussvorsitzende, der auch Ortsbürgermeister ist. Es sei Dominic Bredlau anzurechnen, dass er sich erst an die Gemeinde gewandt habe und nicht gleich zum Anwalt gelaufen sei.

Denn es scheint eine Lösung für das Problem zu geben.

Alternativer Standort hinter dem Haus –

in Richtung Acker

Der Betroffene schlägt vor, den Masten doch einfach an seine hintere Grundstücksgrenze an der Ecke zur Garage zu versetzen, wo er nicht mehr so stören würde. Dazu müssten allerdings etwa 15 Meter Leitung zum Steuerkasten neu verlegt werden, was über einen gemeindeeigenen Weg erfolgen könnte. Hier bietet Dominic Bredlau sogar Eigenleistung an, will etwa das Pflaster aufnehmen und den Graben ausheben. Der Steuerkasten wird übrigens im nächsten Jahr durch einen größeren ersetzt, darauf wollte Uwe Dreyer diesmal schon im Vorfeld hinweisen.

Nicht ganz folgen konnten Außentehende der Argumentation des Leiters der „Technischen Dienste“, dass beim neuen Standort ein möglicherweise größer werdender Baum auf dem Nachbargrundstück die Funkwelle stören könnte. „Dann gehen aber die Mitglieder des Ausschusses los und fordern den Grundstücksbesitzer auf, den Baum zurückzuschneiden“, ereiferte sich Uwe Dreyer. Nur: Gerade am jetzigen Standort könnte ein Baum mal die Funkwellen Richtung Bückeberg stören. Am neuen möglichen Standort hinter dem Grundstück gibt es aber nur freie Ackerfläche. Oliver Gockel (SPD) regt an, die Verwaltung solle die Kosten für eine Umsetzung ermitteln, damit man dann darüber entscheiden könnte. Der Ausschussvorsitzende Ralf-Ulrich Böhm (SPD) konnte dem Betroffenen nur mit auf den Weg geben: „Ein paar Tage müssen Sie wohl noch mit dem Mast vorm Haus leben.“ tis

Kein schöner Anblick – das finden zumindest die Bewohner des Einfamilienhauses in Emmern. Ohne gefragt worden zu sein, errichtete die Gemeinde dort den hohen Funkmast. „Es geht hier um das Wohlbefinden meiner Familie“, beschwert sich Dominic Bredlau im Rathaus. tis



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